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Die Leipziger Kita-Initiative lädt alle Interessierte recht herzlich ein!

Warnstreik in städtischen Kitas in Leipzig

Nun muss ich mein Kind schon wieder allein zu Hause betreuen und dabei versuchen zu arbeiten?

Ja, denn es ist wichtig – auch für unsere Kinder. Und gerade jetzt.

Die Stadt Leipzig hat einen Fachkräftemangel an Erzieher*innen. Dieser verhindert momentan, dass die nach und nach fertigwerdenden Kitas ihren Betrieb regulär aufnehmen können: Es fehlt also trotz Kitaneubauten immer noch an Kita-Plätzen für unsere Kleinen. Kein Erzieher*in – keine Aufnahme möglich…

Dieser Fachkräftemangel herrscht auch, weil der Beruf des Erziehers mit den derzeitigen Arbeitsbedingungen viele (junge) Menschen nicht anspricht. Zuviele Kleinkinder pro Erzieher_in, niedrige Ausstattungen der Kitas, dazu wenig Gehalt und kaum Aufstiegsmöglichkeiten – das ist kein Ausdruck dafür, wie wichtig dieser Beruf für unsere Gesellschaft ist (Stichwort: systemrelevante Berufe). Gutbezahlte, und sich damit in ihrem Beruf auch wohlfühlende, Erzieher_innen gehen mit (noch) mehr Engagement an die Arbeit mit unseren Kindern!

Deswegen möchten wir die streikenden Erzieher_innen hiermit in ihren Forderungen unterstützen!! Helft mit. Es ist im Sinne unserer Kinder!

Neues Aufklärungsvideo zum Betreuungsschlüssel

gern zum Verbreiten und Verteilen – Helft uns weiter Eltern und Beteiligte aufzuklären, wie die Betreuungssituation in Sachsen aussieht.

http://www.vimeo.com/391106676/d8cd17beb6

Veranstaltung am 25.03.2020

Podiumsdiskussion

Heraus aus dem Schattendasein: Frühkindliche Bildung erhält neuen Stellenwert im Koalitionsvertrag

Das Graswurzelbündnis „Die bessere Kita“ begrüßt die Einigung der künftigen Regierungsparteien in Sachsen im Koalitionsvertrag für eine Stärkung der frühkindlichen Bildung

„Im Vergleich zu den schwer erkämpften minimalen Verbesserungen der letzten Legislatur ist das, was sich die neue Regierung für ihre Amtszeit im Bereich der frühkindlichen Bildung vornimmt, ein Quantensprung. Doch allein bei der Aufzählung darf es nicht bleibe. Die Vorhaben sollten so schnell wie möglich umgesetzt werden“, sagt Jens Kluge, Sprecher des Graswurzelbündnisses „Die bessere Kita“.

Das Graswurzelbündnis fordert seit Jahren, dass Urlaub, Weiterbildung und Krankheit bei der Berechnung des Betreuungsschlüssels einbezogen werden sollten. „Das dies jetzt umgesetzt werden soll, wird zumindest etwas Druck aus dem Kitakessel nehmen“, so Jens Kluge.

Die Änderung des Fachkraft-Kind-Verhältnisses auf 1:4 in der Kinderkrippe, 1:10 im Kindergarten und 1:16 im Hort sollte ebenfalls nicht auf die lange Bank geschoben werden. „Uns ist klar, dass weitreichende Änderungen nur schrittweise erfolgen können und vor allem mehr Fachkräfte in sächsischen Kitas erfordern. Deshalb ist es klug, eine langfristige Fachkräftestrategie zu entwickeln und den Einstieg in den Erzieherberuf attraktiver zu machen. Hier sehen wir in der Koalitionsvereinbarung vielversprechende und konkrete Ansatzpunkte und sind bereit, an der Entwicklung der Fachkraft-Strategie aktiv mitzuwirken“, erklärt Jens Kluge. Die Anrechnung von zwei Praxisanleiterstunden pro Woche und Fachschüler sei ein erster Schritt, um auch dem hohen Aufwand einer praxisnahen Ausbildung in den Einrichtungen gerecht zu werden.

Wichtig ist auch, dass Mitarbeiter*innen in einer berufsbegleitenden Ausbildung nicht mehr vollständig auf den Betreuungsschlüssel angerechnet werden. „Enttäuschend ist, dass hier nur geprüft werden soll, wie das möglich sein könnte. Andere Bundesländer sind da schon weiter. Dort gibt es erfolgreich umgesetzte Konzepte“, so Jens Kluge. Ein Prüfauftrag sei erfahrungsgemäß nur eine Alibiveranstaltung, die nicht in eine konkrete Umsetzung mündet. „Deshalb werden wir hier Druck machen, dass es nicht bei der Prüfung bleib“, kündigt der Bündnissprecher an.

Insgesamt sieht sich das Bündnis bestätigt, dass die frühkindliche Bildung zunehmend aus dem Schattendasein im Kultusministerium herauskommt und nicht allein die Kommunen dafür verantwortlich sind, wie Qualität in sächsischen Kitas umgesetzt werden kann. „Hinsichtlich der finanziellen und personellen Ausstattung und den erforderlichen Strukturänderungen haben wir in Sachsen noch einen langen Weg vor uns. Von der Ankündigung,  dass SächsKitaG zu novellieren, versprechen wir uns auch eine deutliche Stärkung der Elternmitwirkung mit landesweiter Kompetenz zum Beispiel in einem Landeselternrat. Als Graswurzelbündnis sehen wir uns in der Pflicht, im weiteren Dialog mit den Abgeordneten und dem Kultusministerium zu bleiben und aktiv mitzuwirken“, erklärt Jens Kluge.

(Pressemitteilung vom 6. Dezember 2019)

Einladung zur Wahl eines Gesamtelternrates am 5.11.2019, 18 Uhr im Festsaal im Neuen Rathaus in Leipzig

Ihr möchtet Euch gern im Bereich der Kinderbetreuung (Kindertagesstätten, Tagespflege und Horte) in der Stadt Leipzig engagieren? Ihr habt Interesse, gemeinsam mit anderen Eltern, vielfältige Themen zu diskutieren und gute Lösungen für aktuelle Herausforderungen zu finden? Dann seid Ihr herzlich eingeladen, für den Gesamtelternrat zu kandidieren. Die folgende Einladung wurde von Seiten der Stadt versandt, auf die wir sehr gern aufmerksam machen. Wir freuen uns sehr auf zahlreiche engagierte Eltern!

Sehr geehrte Eltern,

im Sächsischen Gesetz zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und Kindertages-pflege (SächsKiTaG) heißt es im § 6 Abs. 4: „(4) Zur Beratung und Unterstützung der Elternbeiräte der Einrichtungen können Elternbeiräte auf der Gemeinde- und der Kreisebene gebildet werden.“ Aus der Elternschaft gibt es Signale, dass der Wunsch nach einem solchen Gremium besteht. Die Stadt Leipzig, speziell das Amt für Jugend, Familie und Bildung (AfJFB), unterstützt dieses Anliegen, einen Gesamtelternrat (GER) zu wählen. Seit mehreren Jahren gibt es in der Stadt Leipzig bereits ein solches Gremium der Elternschaft, aktuell leider mit Unterbrechung. Deshalb wird das AfJFB aktiv und gibt der Leipziger Elternschaft, die mindestens ein Kind in oben genannter Betreuungsform hat, die Möglichkeit, einen Gesamtelternrat zu wählen. Im § 6 SächsKiTaG sind die Aufgaben eines solchen Gremiums bereits zusammengefasst. Im Wesentlichen geht es darum, andere Eltern bei deren Elternarbeit zu unterstützen. Wenn Sie daran Interesse haben, stellen Sie sich gern während der Veranstaltung zur Wahl.

Diese findet am 05.11.2019 von 18:00 Uhr bis 19:00 Uhr im Festsaal des Neuen Rathauses statt. Sie sind herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Abgabe der Garderobe im Foyer ist für Sie kostenlos.

Mit freundlichen Grüßen Abteilungsleiterin Supplies

Runder Tisch Kinderbetreuung der Stadt Leipzig am 7.10.2019

Zum zweiten Mal in diesem Jahr findet der Runde Tisch Kinderbetreuung mit den Verantwortlichen der Stadt Leipzig sowie alle Akteur*innen in diesem Bereich statt. In Vorbereitung auf dieses Treffen haben wir neue und alte Fragen formuliert, die wir zu diesem Termin besprechen werden.

Fragenkatalog der Leipziger Kita-Initiative

1. Qualität der Kinderbetreuung

1.1 Was sind aus Sicht der Stadt Leipzig Qualitätskriterien der Kinderbetreuung, die verbessert werden sollten?

1.2 Welche Schritte wird die Stadt Leipzig beim Land als Nächstes fokussieren, um die Qualität in den Kindertageseinrichtungen inkl. in Tagespflegestellen voranzutreiben? 

1.3 Wie werden die neuen gesetzlichen zwei Stunden VNZ in Leipzig konkret genutzt bzw. eingesetzt?

1.4 Ist es eine Bestrebung der Stadt Leipzig, den Betreuungsschlüssel weiter zu senken? 

1.5 Wie sehen die aktuellen Personal-/ Ausbildungszahlen aus?

1.6 Wie lautet die Meinung der Stadt zur Lockerung (Zulassung der DDR-Abschlüsse zum 19.8.2019) der sächsischen Qualifizierungsverordnung?

2. Tagespflegestellen/Tageseltern

2.1 Wie werden die Qualitätsstandards für Tageseltern eingehalten bzw. überprüft?

2.2 Wie ist der aktuelle Stand für das Vertretungssystem bei Tageseltern?

2.3 Ist es geplant, Tagespflegeplätze ebenso verpflichtend über das Kivan-Portal abzubilden?

2.4 Welchen Stellenwert werden Tageseltern kurz-, mittel- und langfristig in der Stadt haben?

3. Kinderbetreuungsplätze

3.1 Wie viele neue Kinderbetreuungsplätze konnten 2019 geschaffen werden (Aufschlüsselung nach Krippe, Kindergarten sowie Tageseltern, räumlich und personell)        

3.2 Wie viele Plätze werden (voraussichtlich) bis Ende 2019 neu geschaffen?

3.3 Wie viele Plätze konnten aufgrund von Personalmangel nicht zur Verfügung gestellt werden?

4. Vergabeverfahren

4.1 Wie kann das Vergabeverfahren verbessert, u.a. transparenter/gerechter gestaltet werden?

4.2 Wie kann es vermieden werden, dass es z.B., neue Benachteiligungen gibt, z.B. Eltern, die keine finanziellen Ressourcen für eine Klage haben?

4.3 Warum kann es keine Informationsveranstaltungen (vgl. mit Infoveranstaltungen zur Geburt) zum Thema Kinderbetreuung in der Stadt geben?

5. Kivan-/Elternportal

5.1 Wie ist der aktuelle Stand der Tauschbörse?

5.2 Können Kita-Leitungen zu Kivan-Schulungen verpflichtet werden? Wenn ja/nein, warum?

5.3 Wie kann man die Anfragen der Eltern bündeln? Gemeinsame Veranstaltung für Eltern? 

5.4 Können Bezeichnungen, die an Eltern versandt werden, umbenannt werden? (Bsp.: statt „ist in Bearbeitung“ – „steht auf Warteliste“)

Wohin steuert Sachsen in Krippe, Kita und Hort?

Die GEW Sachsen lädt am Dienstag, 20. August 2019 von 16:30 Uhr bis 18:30 Uhr in das Volkshaus Dresden zu einer öffentlichen Befragung sächsischer Parteien zu ihren Plänen in der frühkindlichen Bildung ein!

Kernaussagen und Forderungen zum Thema Betreuungsschlüssel

⇨ Am 13.05.2019 fand ein Infoabend mit Diskussion zum Thema Betreuungsschlüssel (gleichbedeutend mit der Betreuungsqualität) statt.

⇨ Nachfolgend zusammengefasst finden Sie die wichtigsten Erkenntnisse.

Wir hoffen, Ihnen hiermit wichtige Informationen und Grundlagen für Ihre Arbeit liefern zu können. Sollten Sie ausführlichere Informationen benötigen, können Sie jederzeit mit uns in Kontakt treten unter https://leipziger-kita-initiative.com/kontakt/

WAS SIND DIE HERAUSFORDERUNGEN/SORGEN?

WAS KANN/MUSS GETAN WERDEN?

SCHNELLE Verbesserung/Anpassung des Betreuungsschlüssels ist unbedingt notwendig:

● Sachsen hat den zweitschlechtesten Betreuungsschlüssel hinter Mecklenburg-Vorpommern.

● Erzieher/innen haben neben der Betreuungsaufgabe, vor allem das Ziel, Bildungsprozesse zu fördern. Dies erfordert genügend Zeit = kleinerer Betreuungsschlüssel notwendig, mehr Zeit für die individuelle Begleitung und Förderung, ausreichend Vor- und Nachbereitungszeit, Berücksichtigung von Weiter-/Fortbildungen, Krankheit, Urlaub, Öffnungszeiten etc. sind nötig, um qualitativ hochwertige Arbeit leisten zu können.

UNVERZÜGLICHE Beseitigung des Personalmangels kurz- und vor allem langfristig:

● Kurzfristig: Zulassen von Quereinsteiger*innen, Lockerung der Fachkräfteverordnung (Kunsttherapeuten etc., also in dem Sinne keine erzieherischen Fachkräfte, die aber dennoch eine Unterstützung für die Erzieher*innen darstellen = Aufstockung des Betreuungsschlüssels mit solchen Unterstützern*innen, so dass diese Kosten abgedeckt sind)

● Kurz- und mittelfristig: Die Ausbildung zum/r Erzieher*in MUSS vergütet werden, um den Beruf attraktiver zu machen (es gibt jetzt schon unzählige unbesetzte Stellen, demnächst gehen viele Erzieher*innen in Rente und Stellen müssen nachbesetzt werden)

● Langfristig: Verbesserung des Betreuungsschlüssels (für die Zufriedenheit der Erzieher*innen; Anpassung an Gegebenheiten wie Teilzeitarbeits-Wünsche der Angestellten, längere Öffnungszeiten, hohe Betreuungsstunden-Wünsche der Eltern, Berücksichtigung von Weiter-/Fortbildungen, Krankheit, Urlaub)

MEHR DIALOG zwischen allen Beteiligten:

● Regelmäßige Treffen ALLER Beteiligten: Bisher gibt es nur einmal im Jahr den Runden Tisch KiTa (bisherige Teilnehmer*innen: Stadt + Kita-Initiative und einige polit. Vertreter*innen), das scheint nicht ausreichend, da die Situation sich eher zuspitzt als das eine Entspannung zu verzeichnen ist

● Dieser Runder Tisch KiTa sollte vierteljährlich stattfinden und mit ALLEN KiTa-AKTEUR*INNEN (Stadt, alle KiTa-Träger, KiTa-Leitungen, Landesjugendamt, Politik, GEW, KiTa-Initiative etc.) => ZIEL: Besprechen der aktuellen Situation/Sorgen und Diskussion von Lösungsansätzen + deren Umsetzung

● STADT soll Verantwortung übernehmen und Aussagen treffen können, auch für die freien Träger der KiTas(denn in der Gesamtheit ist es die Verantwortung der Stadt, genügend Plätze zur Verfügung zu stellen, eine transparente Vergabe zu garantieren) d.h. regelmäßige Treffen zum Austausch und standardisierte Abfrage von Daten, Bereitschaft und Konstruktivismus, z.B. Weiterentwicklung des KIVAN, Zulassen alternativer Betreuungsformen/Träger etc.

KiTa-Positionen der Parteien zur Leipziger Stadtratswahl am 26. Mai 2019

Vorschau:

KiTa-Positionen der Parteien