So lief unsere Kita-Demo

Etwa 200 kleine und große Menschen waren an diesem Mittwochnachmittag – trotz Juni-Hitze – anwesend. Danke dafür! Auch die Presse war zahlreich vertreten – dpa, MDR, Leipzig Fernsehen, zdf, LVZ, Tag24, Bild, verschiedene Radios…

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Mit einiger Verspätung gab es zunächst ein wenig Musik von Akeli zur Einstimmung und Kinderschminken mit Kawi Kids​ – riesen Dank für den Support! Anschließend hat Britta aus unserem Demo-Orga-Team unsere Forderungen vorgetragen.

Sozial-Bürgermeister Dr. Thomas Fabian konnten wir diese kurz darauf gerahmt überreichten – zum an die Wand hängen. Dazu gab es von uns eine goldene Windmühle (zur Motivation – „Zeit, dass sich was dreht!“)… und einen 💩-Luftballon (als Mahnung und Frust-Ausdruck).

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Fabian erklärte den Familien dann, wie viele Plätze geschaffen wurden und werden. Wir hakten nach: Was ist mit den betroffenen Familien, die JETZT vom Mangel betroffen sind? Was ist besserer Transparenz und Kommunikation? Besserer Vergabe? Der Förderung von Klein-Kitas und Elterninitiativen in Leipzig?

Zur Kommunikation erklärte Fabian, dass der runde Tisch Kita wieder reaktiviert würde und vom Mangel betroffene Eltern dort auch einbezogen werden. Außerdem werde das Kita-Portal verbessert, auch hier würden die Erfahrungen und Hinweise betroffener Eltern einbezogen.

Zur Förderung von Klein-Kitas und Elterninitiativen erklärte Fabian, dass diese ihm und auch Oberbürgermeister Jung „am Herzen“ lägen. Auf wiederholte Nachfrage unsererseits meinte er, Initiativen sollten sich bei ihm melden. Unserer Meinung nach eine ziemliche Ausflucht – aber wir werden es auf Anfrage so weitergeben und testen. Bis dato werden kleine Initiativen von der Stadt ausgebremst – unerwünscht, zu teuer, zu wenig.

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Vertreterinnen der Stadtratsfraktionen (Linke, CDU, SPD, Grüne) haben schließlich mit Verspätung noch vor einigen verbliebenen Familien gesprochen und sich weitgehend hinter unsere Forderungen gestellt. Die Linke wird wohl der Frage nachgehen, wie Städte, in denen Klein-Kitas und Kinderläden bestehen sind, diese finanzieren. Die SPD-Fraktion hat angekündigt, das Gespräch mit der Kita-Initiative zu suchen. Und mit Michael Schmidt von den Grünen, der auch im Petitionsausschuss sitzt, werden wir darüber sprechen, wie und welche unserer Forderungen wir als Petition bei der Stadt wann sinnvoll einreichen.

FAZIT:

Alles in allem können wir zufrieden sein. Vom Kitaplatz-Mangel betroffene Eltern wurden gehört und werden zukünftig hoffentlich besser informiert und in relevante Entscheidungen einbezogen. Auch wenn es nicht 500 wartende Menschen wie in der Schlange der Johanniter-Kita waren, haben wir der anonymen Zahl „fehlender Plätze“ ein Gesicht geben können. Genau das war uns wichtig zu zeigen: Betroffenen sind Menschen; sind Leipziger Kinder und Eltern. Und denen hilft es nicht, wenn in 5 oder 10 oder 20 Jahren der Platzmangel nicht mehr besteht. Deshalb bleiben wir dabei: Es ist Zeit, dass sich in Sachen Kita ganzheitlich was dreht in Leipzig.

Unsere zwei nächsten Kita-Veranstaltungen vor der Sommerpause

2017-07 Betreuungsschlüssel

Link zu den Facebook-Veranstaltungen: 

Treffen zum Betreuungsschlüssel am 20.06.:
https://www.facebook.com/events/1133336776812038/

Demo am 21.06.:
https://www.facebook.com/events/296039137488955/

Unsere Forderungen als Petition!

Die von uns erarbeiteten Forderung zur desolaten Kita-Situation haben wir nun auch als Online-Petition eingerichtet, die wir im Rahmen der Demonstration am 21.06. (ab 15:30) vor dem neuen Rathaus an Thomas Fabian übergeben wollen:

Openpetition.de/!kitaplatzmangel

Bitte fleißig unterzeichnen und teilen!

Wer Flyer für die Demo verteilen kann, der möge sich kurz via Facebook oder E-Mail bei uns melden.

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6 Forderungen der vom Kitaplatz-Mangel betroffenen Leipziger Familien

Forderungskatalog der Leipziger Kita-Initiative angesichts der desolaten Kinderbetreuungssituation in Leipzig 

Seit 2012 verfolgen und kommentieren wir als Leipziger Kita-Initiative, ein Interessen- und Aktionsnetzwerks Leipziger Eltern, Pädagoginnen und Interessierter, das Kita-Geschehen in Leipzig und Sachsen aktiv. Wir sehen und verstehen, dass die Situation rund um die Kinderbetreuung komplex ist. Der Ausbau von Einrichtungen geht stetig voran. Das Kita-Portal wurde verändert. Die Verwaltung gibt inzwischen fehlende Plätze zu. Der Planungs- und Bauprozess soll mit Hilfe einer „Task Force“ verschlankt werden. Fehlende Investoren und fehlende Grundstücke bleiben ein großes Problem…

ABER: Viele Leipziger Eltern sind JETZT akut vom Kitaplatz-Mangel betroffen! Das Bild der 450 anstehenden Familien vor einer Leipziger Kita, die 165 Plätze zu vergeben hat, spricht Bände! Wir akzeptieren nicht länger, dass durch den Fokus auf den Ausbau die heutigen Probleme der zum Teil verzweifelten  Leipziger Familien ignoriert werden!

Eltern verlieren ihren Arbeitsplatz, weil sie aufgrund fehlender Betreuung nicht rechtzeitig zurück in den Job können! Eltern beantragen trotz Arbeitsmöglichkeit Arbeitslosengeld als Übergangslösung! Sachbearbeiterfähigkeiten, viel Durchhaltevermögen und eine unendliche Frustrationstoleanz braucht es in Leipzig beim Versuch, eine Kinderbetreuung zu finden. Viele Eltern entwickeln ernsthafte Stress-Symptome und empfinden die Kinderbetreuungssituation nicht nur als nervig oder frustrierend, sondern als ernsthaft existenzbedrohend! Schöne neue Elternzeit!

So kann es nicht weitergehen! Nehmt uns endlich wahr und nehmt uns ernst!

Deshalb fordern wir von den Verantwortlichen – dem Stadtrat, dem Leipziger Oberbürgermeister Jung, Sozialbürgermeister Thomas Fabian, dem Leipziger Jugendamt und allen anderen am Prozess Beteiligten – einen anderen Umgang mit uns verzweifelt nach Kinderbetreuung suchenden Eltern! Wir wollen nicht länger als anonyme Zahl behandelt werden!

Hier sind unsere 6 Forderungen:

1. Wir fordern Gehör und Beteiligung! Wir fordern, dass die Stadt vom Mangel betroffene Eltern anhört, indem Vertreterinnen etwa bei der Stadtratssitzung sprechen dürfen, in den relevanten Ausschüssen bzw. -beiräten einen Sitz bekommen oder zumindest regelmäßig persönliche Gespräche mit den Verantwortlichen geführt werden. Vorstellbar wäre auch eine Integration unserer Gruppe in den Gesamtelternrat Leipziger Kindertageseinrichtungen. Auch der durch den Jugendamtsleiter ins Leben gerufene, dann aber eingeschlafene „runde Tisch Kita“ könnte reaktiviert werden.

2. Wir fordern Information! Wir fordern regelmäßige öffentliche Eltern- und Informationsabende, mindestens zwei Mal im Jahr, bei denen die Verantwortlichen sich offen und transparent den Fragen (und dem Frust) der nach Kitaplätzen suchenden Eltern stellen und ihnen kompetent Rede und Antwort stehen!

3. Wir fordern Transparenz! Wir fordern eine  sinnvolle Lösung der Platzvergabe unter Bedingungen des Platzmangels! Im Sinne einer angemessenen Mangelverwaltung fordern wir eine einheitliche Vergabe der Betreuungsplätze über das Kita-Portal sowie Transparenz bei der Vergabe! Die Eltern, die am längsten warten, sollten als Erste verfügbare Plätze bekommen! Alleinerziehende sollten stärker berücksichtigt werden! Alle Kita-Leitungen sollten verpflichtet werden, die Anfragen der Eltern über das Portal so zeitnah wie möglich zu bearbeiten! Eltern sollten regelmäßige E-Mails bzgl. des Stands der Bearbeitung ihrer Anfrage und der Vergabe informiert werden! Kita-Leitungen sollten durch die für das Portal zuständige Firma geschult werden, um etwa die permanente Falsch-Einstellung von Plätzen zu vermeiden!

4. Wir fordern Unterstützung! Wir fordern das Jugendamt auf, suchende Eltern wirklich zu unterstützen! Das Jugendamt sollte Eltern regelmäßig aktualisierte Kontaktlisten zu Kitas und Tageseltern direkt mit der Referenznummer aushändigen und idealerweise auch Informationen zu den Vergabe-Modalitäten der einzelnen Kitas mitliefern. Das Erfragen der Vergabe bei den Leitungen verursacht unsäglichen Stress für Eltern und Einrichtungen! Wir fordern, dass die Eltern nicht durch die Mitarbeiter_innen des Jugendamts dazu befragt werden, ob der Betreuungstermin nach hinten verschoben werden kann!

5. Wir fordern mehr Kitaplätze! Neben den üblichen Ausbaubemühungen fordern wir Unterstützung und Förderung von engagierten Gründungswilligen, etwa indem eine Kita-Gründungsberatung angeboten wird. Wir fordern die Unterstützung von Klein-Kitas und Kinderläden! Wir fordern Gespräche und Kooperation der Stadt mit Arbeitgebern, um mehr Betriebskitas und eine Betreuung der Kinder in Elternnähe zu ermöglichen! Wir fordern realistischere Bedarfsplanung und Fokus auf den Ausbau im U3-Bereich! Wir fordern, dass die Stadt zur Not selbst mehr Krippen und Kitas baut und betreibt, anstatt Last und Verantwortung für die Kinderbetreuung (unter dem Deckmantel der Vielfaltsförderung) auf die freien Träger abzuwälzen!

6. Wir fordern Entschuldigungen und gegebenenfalls Entschädigungen! Als Zeichen, dass wir gehört werden, möchten wir öffentlich als relevante Gruppe behandelt werden.

Für den 21.06.2017 haben wir ab 15:30 eine Demonstration vor dem neuen Rathaus zum Thema angemeldet, bei der wir unsere Forderungen lautstark vertreten wollen. Link zur Facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/296039137488955/ – Bitte kräftig teilen!

Wir fordern die verantwortlichen Entscheidungsträgerinnen auf, mit uns in Kontakt zu treten unter leipziger.kitainitiative@gmail.com und zu den Forderungen Stellung zu beziehen. Politikerinnen, die uns unterstützen können und wollen – etwa durch entsprechende Stadtratsanträge, durch Kostenunterstützung beim Flyerdruck, Planung und Umsetzung sowie Öffentlichkeitsarbeit für die Demonstration, mögen sich bitte zeitnah bei uns melden.

Eltern und Engagierte, die uns bei der Vorbereitung und Umsetzung der Demonstration am 21.06. unterstützen möchten, melden sich ebenfalls unter leipziger.kitainitiative@gmail.com oder via Facebook auf unserer Seite oder in der Facebook-Gruppe LEOK – Leipziger Eltern ohne Kitaplatz. Lasst euch nicht übergehen – gemeinsam sind wir LAUTSTARK und können etwas verändern! Aber wir brauchen dafür dringend eure Hilfe! Meldet euch!

AG ‚Kita-Betreuungsschlüssel Sachsen‘ – Rückblick 12.04. und Ausblick

Liebe Kita-Interessierte,

wir wollen kurz auf das 1. Treffen der neu gegründeten ‚AG Kita-Betreuungsschlüssel Sachsen‘ vom 12.04.2017 sowohl zurück- als auch in die Zukunft schauen.

Zunächst einmal: Wow – was war das für ein Abend! So viele interessierte und engagierte Menschen, die aktiv etwas an der Kita-Situation verbessern möchten! Wir sind begeistert und beeindruckt. Einen Eindruck könnt Ihr Euch im Beitrag von Leipzig Fernsehen verschaffen.

Am Mittwoch vor 2 Wochen luden wir als Leipziger Kita-Initiative in die Kita „Kleine Füchse“ ein, um über eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels in Sachsen und klar geregelte Vor- und Nachbereitungszeiten für Fachkräfte zu sprechen. Ziele des Abends waren, in einen gemeinsamen Austausch zu treten und erste Ideen der Vernetzung und Zusammenarbeit zu finden. Diese Ziele haben wir ganz klar erreicht! Ein großer Dank an alle, die dabei sein konnten.

Es gab eine breite Zustimmung zu unseren Forderungen. (Informationen dazu findet ihr auch hier.) Ebenso äußerten viele ihre Empörung über die schlechten Rahmenbedingungen in den Kitas. Auch gab es erste gute Ideen, unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen. Die wichtigste Erkenntnis des Abends: Nur wenn wir uns zusammentun (mit Dresden, Chemnitz und den ländlichen Regionen in Sachsen, etwa mit Initiativen wie http://die-bessere-kita.de) und eine wirklich BREITE Basis schaffen, werden wir etwas bewegen! Deshalb streben wir vor allem VERNETZUNG an.

Gemeinsam haben wir das 2. großen Treffen der ‚AG Kita-Betreuungsschlüssel Sachsen‘ am Dienstag, den 20.6.17 um 19 Uhr vereinbart, um die nächsten Schritte anzugehen. Der erste dieser Schritte lautet: Jeder bringt zum 2. Termin noch eine Person mit! Dies ist auch eine herzliche Einladung an alle, die beim ersten Mal nicht dabei sein konnten – kommt diesmal einfach zu zweit!

Wir suchen außerdem Unterstützer_innen und Gestalter_innen, die sich aktiv für Veränderungen einsetzen wollen. So müssen wir u.a. Aktionen für den 20.09.2017 planen und benötigen hierbei mehr Hände und Köpfe als uns 5 Kern-Aktive, die wir gerade sind. Meldet euch (via Mail oder Facebook), wenn ihr Euch aktiv einbringen möchtet. Es stehen bereits Termine für die Aktions-Planungstreffen fest. Meldet Euch auch gern, wenn ihr Ideen habt oder Teil des inneren Kerns der Kita-Initiative werden wollt.

Schickt diese E-Mail gern an Interessierte weiter und helft so beim Vernetzen und breite Masse erzeugen, damit sich endlich etwas ändert.

Für alle, die genau wissen möchten, was zum 1. Treffen passiert ist, gibt es außerdem das Protokoll des 1. Treffens sowie die von uns erstellte Powerpoint-Präsentation zum Download.

ES REICHT! Der Betreuungsschlüssel in Sachsens Kitas muss sich ändern!

Einladung zum 1. Informations- und Vernetzungstreffen der „AG Kita-Betreuungsschlüssel Leipzig“

  • Wann? Mittwoch, 12.04.2017, um 19:30
  • Wo? Kita „Kleine Füchse“, Frohburger Straße 33d
  • Wer? Die Leipziger Kita-Initiative, die Leitung der Kita „Kleine Füchse“ und Eltern, die etwas bewegen wollen.

Liebe Eltern, liebe Kita-Leiterinnen, liebe Erzieherinnen und sonstige Interessierte,

UNS REICHT ES! WIR MÜSSEN GEMEINSAM ETWAS TUN, DAMIT SICH IN SACHSENS KITAS ENDLICH GRUNDLEGEND ETWAS ÄNDERT!

Wir sind es leid, mit anzusehen, wie Erzieherinnen 18 Kinder (und mehr) in einer Gruppe versuchen müssen, gerecht zu werden! Wir sind es leid, über die hohen Krankenstände von Erzieherinnen und arbeiten am Limit hinwegzusehen! Wir sind es leid, dass vom Gruppendienst eigentlich frei gestellte Kita-Leiterinnen gar nicht anders können, als Personal-Lücken in den Gruppen zu stopfen! Wird sind es leid, Jahr für Jahr von Studien zeigen zu lassen, dass Sachsen einen der schlechtesten Betreuungsschlüssel der Republik hat! Wir akzeptieren nicht länger, dass die im sächsischen Bildungsplan enthaltenen Forderungen unter diesen Bedingungen nicht umgesetzt werden können! Wir wollen nicht mit ansehen müssen, dass die sächsischen Politiker_innen nach der nächsten Wahl wieder nur minimale Veränderungen des Personalschlüssels beschließen, die bei weitem (!) nicht ausreichen und das Thema Vor- und Nachbereitungszeit überhaupt nicht angegangen wird!

Wir möchten aktiv werden und wir möchten SIE – liebe Eltern, Kita-Leiterinnen, Erzieherinnen, Sozialarbeiterinnen, Gewerkschaftterinnen, Politikerinnen und alle, denen eine deutliche Verbesserung der Kinderbetreuungssituation sonst noch am Herzen liegt – recht herzlich dazu einladen, sich uns anzuschließen. Denn wir müssen viele werden, denn nur gemeinsam können wir etwas bewegen!

Am 12.04. ab 19:30, in der Kita „Kleine Füchse“ (Frohburger Straße 33d) findet zu diesem Zweck ein erstes Informations- und Vernetzungstreffen statt.

Ziele dieses Treffens sind:

  • ein erstes Kennenlernen,
  • Informationsweitergabe,
  • eventuell Einigung auf Ziele und Forderungen sowie
  • erste Überlegungen, welche Aktionen zu einer Verbesserung führen können.

Wir visieren die Landtagswahl im Sommer 2019 und den dazugehörigen Wahlkampf für konkrete Aktionen an und vernetzen uns mit anderen sächsischen Initiativen!

Wir freuen uns auf ein zahlreiches Kommen! Die Einladung dürfen Sie bitte gern an potenzielle Interessenten (Kita-Leitungen, Eltern, …) weiterleiten!

Link zur Veranstaltung bei Facebook: https://www.facebook.com/events/200478497118869/

Informationen zum Betreuungsschlüssel finden sich auf unserer Seite  und übersichtlich in diesem PDF der Bertelsmann-Stiftng zum Thema Betreuungsschlüssel Sachsen.

Informationen zur Vor- und Nachbereitungszeit liefert die Kampagne „Weil Kinder Zeit brauchen“ der LIGA der freien Wohlfahrtsverbände Sachsen hier.

1170 fehlende Kinderbetreuungsplätze in Leipzig

Die Leipziger Volkszeitung berichtete am 08.03. von (bekannten) Problemen bzgl. der Kinderbetreuung in Leipzig:

„Laut Internet-Elternportal Kivan seien derzeit 1170 Leipziger Kinder ohne Betreuungsplatz, so Fabian. In 7 von 10 Leipziger Stadtbezirken gebe es aktuell Engpässe, schilderte er. Nur der Norden der Stadt ist davon ausgenommen. Gleichzeitig hält der Sozialbürgermeister die Zahl der geschaffenen Kita-Plätze für ausreichend, um den Rechtsanspruch der Eltern auf einen Kitaplatz für den Nachwuchs zu sichern.

So gebe es 7913 Krippenplätze, 21.213 Kindergartenplätze und 3301 Betreuungsplätze in der Kindertagespflege.“

Außerdem lasse das Interesse privater Investoren derzeit nach und es fehlte an geeigneten Grundstücken, so Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) am Mittwoch im Stadtrat laut LVZ.

Wir gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl des Mangels an Kita-Plätzen noch darüber liegt, wenn man Zuzügler hinzurechnet, die sich jetzt noch nicht gemeldet haben, Familien einbezieht, die länger mit ihren Kindern Zuhause bleiben, weil sie Wahlfreiheit beim Betreuungsplatz vermissen oder die Suche schlicht aufgegeben haben sowie Eltern, die notgedrungen einen Tagespflegeplatz in Anspruch nehmen, obwohl sie ihre Kinder in einer Kindertagesstätte in Leipzig betreuen lassen möchten.

Erschwerend hinzu kommt das Problem, dass es an pädagogischen Fachkräften fehlt. (Auch hierzu berichtete die LVZ, am 10.03.) Ein komplexes Problem, das nicht zuletzt mit den schlechten Arbeitsbedingungen zusammenhängt: Schlechte Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher, schlechte Personalschlüssel, dadurch hohe Krankheitsraten und frühes Ausscheiden aus dem Beruf, fehlende Vor- und Nachbereitungszeiten und zunehmend steigende Anforderungen wie etwa Dokumentation der Entwicklung der betreuten Kinder. Wie das gehen soll, wenn eine Erzieherin 18 Kinder zu betreuen hat, bleibt fraglich.

Wir planen, das Thema Betreuungsschlüssel (bzw. Fachkraft-Kind-Relation) für die Landtagswahl 2019 öffentlichkeitswirksam anzugehen, damit hier endlich eine deutliche Verbesserung herbeigeführt wird. Wir werden hierzu zeitnah Informationen und Termine für Treffen herumschicken und hoffen auf rege Beteiligung von Eltern, pädagogischen Fachkräften und auch Kita-Leiter_innen. Die Gewerkschaften streiten indes kontinuierlich für eine bessere Bezahlung.

In Leipzig bleibt zudem nach wie vor auch die Vergabe von Kita-Plätzen problematisch, da nicht alle Kitas gleichermaßen das Kita-Portal KIVAN nutzen, keine Rückmeldungen gegeben werden, wodurch Familien doch einzelne Einrichtungen kontaktieren und vielfach Plätze reservieren – wenn sie dazu überhaupt eine Chance erhalten. Auch Zuzügler und Familien mit Kindern, deren Betreuung ab Jahresbeginn bzw. bis Sommer beginnen soll, haben nach wie vor große Probleme, überhaupt einen Betreuungsplatz in Leipzig zu finden.

Wir bleiben dran!