Archiv der Kategorie: Kita-News

Kita-News: Juli 2015

Eröffnung Kita Flüghörnchen
(Quelle: infoTV, 03.07.2015, Link)

Offizielle Schlüsselübergabe erfolgte in der Kita Flughörnchen in der Stahmelner Straße. 35 der 133 in der Kita zur Verfügung stehenden Plätze sind für die Mitarbeiter der DHL Hub Leipzig GmbH und für die European Air Transport Leipzig GmbH vorgesehen, da diese einen nicht unwesentlichen Teil in den Neubau investierten. Pädagogik der Vielfalt und Naturpädagogik sollen das Zentrum der pädagogischen Arbeit dieser Kita beinhalten.

Neue Kita in Gohlis
(Quelle: Outlaw, 10.07.2015, Link)

Der Träger Outlaw zieht aus der bereits vorhandenen Einrichtung in der Coppistraße in die Blumenstraße in Leipzig-Gohlis um. Der Umzug ist für Ende des Jahres 2015 bzw. Anfang 2016 geplant. Die neuen Räumlichkeiten bieten mehr Platz für die Kleinen. Insgesamt 88 Krippen- und Kindergartenplätze sind dann vorhanden. (Anmeldungen sind nach den Sommerferien unter Link möglich.)

Outlaw hat dieses Jahr bereits in Volkmarsdorf in der Hildegarstraße eine neue Kita eröffnet (Link). Diese bietet 180 Kindern aus insgesamt 22 Ländern Platz. Für Oktober ist die Eröffnung der Einrichtung in der Lutherstraße geplant.

Wiedereröffnung Kita an der Lehde
(Quelle: mephisto, 20.07.2015, Link)

Mit einer Verspätung von sieben Monaten eröffnen die Kitas an der Lehde 12 und 14 nun nach Sanierung wieder ihre Türen. Insgesamt 236 Kinder finden darin ihren neuen Betreuungsplatz.

Kita-News: Juni 2015

Bedarf an Kita-Plätzen steigt weiter
(Quelle: LVZonline, 04.06.2015, Link)

Die Zahl der benötigten Kita-Betreuungsplätze in Leipzig wird stetig größer. Aktuell warten offenbar noch ca. 300 Eltern auf einen Kita-Platz. Das Amt für Jugend, Bildung und Soziales teilte mit, dass bis zum Sommer 2016 in Leipzig insgesamt 3000 neue Betreuungsplätze entstehen sollen. Ein Puffer für Kinder, die im laufenden Jahr aufgenommen werden, wird mit eingeplant, um dem Problem zu entgehen, dass Kinder, die „unterjährig“ und nicht zum jeweiligen Schuljahresbeginn in Kitas aufgenommen werden sollen, aktuell noch oft große Probleme haben, einen Platz zu finden. Die 3000 Betreuungsplätze umfasst Betreuungseinrichtungen für Kinder ab 3 Jahren und Horte, nicht jedoch die Kindertagespflege für Kinder unter 3 Jahren. Deren Bedarf soll minimal schrumpfen. Eine Auflistung für Einrichtungen, die bis Ende 2015 und 2016 in Betrieb genommen werden, liefert die LVZ unter diesem Link auch.

Kein Recht auf Wunsch-Platz
(Quelle: MDR Jump, 30.06.2015, Link)

Über 400 Verfahren zu einem Kita-Platz in der Wunsch-Einrichtung gelten seit Dienstag als gescheitert. Laut Verwaltungsgericht Leipzig seien einerseits sind die kommunalen Kita-Plätze voll und andererseits könne die Stadt nicht über die Plätze in Kitas in freier Trägerschaft verfügen.

Seit Mittwoch, dem 01.07.2015, ist auch das überarbeitete Elternportal online (Link). Dort können Eltern über einen Elternaccount bis zu 5 Wunscheinrichtungen angeben. Die Plätze werden jedoch weiterhin durch die Einrichtungen und die Tageseltern selbst vergeben.

 

Verbessertes Kita-Portal ab heute

Seit heute – Mittwoch, 01.07.2015 – ist die überarbeitete Version des Kita-Portals KIVAN online: https://www.meinkitaplatz-leipzig.de.

Offizielle Meldung der Stadt Leipzig: http://www.leipzig.de/news/news/neue-funktionen-bei-meinkitaplatz-leipzig-de-ab-1-juli-2015/.

Wir hatten bereits im März angekündigt, dass Veränderungen anstehen: https://leipziger-kita-initiative.com/2015/03/26/infos-vom-3-runden-tisch-kinderbetreuung/.

Die Informationen, die wir dazu bekommen haben:

  • Nach Bedarfsanmeldung bekommen die Eltern das Aktenzeichen ihres Bedarfs und Informationen bzw. einen Leitfaden zum Kita-Portal zugeschickt.
  • Neben dem Abspeichern eurer Daten in den Alternaccount ist auch die Angabe von 5 Wunsch-Kitas möglich.
  • Die Wünsche werden den Kitas, die das Portal nutzen (!), angezeigt. Sechs Monate vor gewünschtem Betreuungsbeginn sollen die Wunschlisten bearbeitet werden. Das wird bei dem regulären Betreuungsbeginn September jeweils im Februar/März sein. Euch wird dann der Status: “In Bearbeitung”angezeigt und per E-Mail mitgeteilt.
  • Die Kita muss dann die Wünsche sichten und Eltern auswählen. Wenn ihr ausgewählt wurdet, wird das ebenfalls angezeigt und per E-Mail mitgeteilt, in der ihr aufgefordert werden, mit der Kita Kontakt aufzunehmen. Aus den KIVAN-Daten kann die Kita-Leitung direkt euren Vertrag erstellen. Die Referenznummer ist notwendig, um den Vertrag zu unterschreiben.
  • Wenn sich Kita nicht für euch entscheidet, wird der Status “abgelehnt” angezeigt und per E-Mail kommuniziert.) Ihr könnt dann den Wunsche löschen und einen neuen angeben. Wichtig: Wenn eine Kita euch einmal abgelehnt hat, könnt ihr euch nicht wieder bewerben.Das sehen wir durchaus kritisch. Was ist, wenn ihr euch für euer Kind im Krippenalter in der Kita beworben habt, die Kita keinen Platz hatte und ihr euch für den Kindergartenbereich gern wieder bewerben wollt?
  • Wie wählen die Kitas aus? Solange die Plätze nicht ausreichen, müssen die Kitas entscheiden, welche Familien einen Platz bekommen und welche nicht. Im Moment wird von der Stadt der Nachweis vom Arbeitgeber verlangt, dass bzw. ab wann ihr berufstätig oder in Ausbildung seid, und zwar beide Elternteile.
  • Die Tagespflege nimm nicht an diesem Wunschabgabe-System teil. Verträge werden aber auch in der Tagespflege mit der Referenznummer der Bedarfsanmeldung unterzeichnet.
  • Die Such- und Reservierfunktion bleibt wie gehabt erhalten.
  • Tatsächlich scheinen schon jetzt zunehmend mehr Kitas jetzt aufgrund der eingeführten Referenznummer ihre Plätze wieder über das Portal zu verwalten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass einige das nicht tun werden.

Die LVZ berichtete jetzt ausführlich über die Neuerungen: http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Wuensch-dir-einen-Kitaplatz-Onlineportal-bietet-ab-Mittwoch-neue-Funktionen.

Das überarbeitete Portal ging deutlich später als ursprünglich angekündigt an den Start, offenbar weil noch diverse Fehler behoben werden mussten. Zudem wird es wohl früher oder später zu einer kompletten Neu-Auflage der Software kommen, wie uns die zuständige Firma Lecos GmbH in einem Gespräch vor einigen Wochen mitteilte.

Wir finden es schade, dass wir als Interessenvertretung von Familien, die Betreuungsplätze suchen, nicht in die Testphase einbezogen wurden, zumal wir 2012 den Forderungskatalog der Grünen mit ausgearbeitet haben und unsere Initiative aus genau dieser Arbeit hervorgegangen ist. Auf Anfrage bzw. Angebot unsererseits, dass wir auf das überarbeitete Portal gern einen Blick werfen würden, wurde uns mitgeteilt, dass keine weiteren Tester_innen geplant seien. Partizipation geht anders!

Liebe Eltern: Bitte gebt uns ein Feedback, wie ihr mit dem neuen Portal zurechtkommt!

Kita-News: Mai 2015

Neue Kita in der Lutherstraße
(Quelle: OUTLAW, 30.04.2015, Link)

Der Träger OUTLAW schafft in der Lutherstraße (Leipzig-Ost) 180 neue Kita-Plätze, davon 60 Krippenplätze. Die Eröffnung ist für Oktober 2015 geplant. OUTLAW hat bereits in der Hildegardstraße in Leipzig diesen Mai eine weitere Kita mit 180 Plätzen eröffnet.

Neue Kita im Süden Leipzigs übergeben
(Quelle: info tv leipzig, 13.05.2015, Link und LVZ online Link)

In der Bornaischen Straße 182 c hat die Stadt Leipzig ihren Neubau übergeben. Die Kita bietet nun Platz für insgesamt 205 Kinder, davon sind 45 Krippenplätze, auch 6 Integrativplätze sind vorhanden. Das bestehende Gebäude soll noch bis 2017 weiter genutzt werden.

LWB baut eigene Kita
(Quelle: LVZ online, 20.05.2015, Link)

Nahe der Kreuzung Elsterstraße/Zentralstraße entsteht bis zum Sommer 2016 eine neue Kita mit insgesamt 102 Betreuungsplätzen, darunter 30 Krippenplätze und 2 für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Träger der neuen Kita ist der Deutsche Kinderschutzbund. Die LWB plant zukünftig Kitas in den Geschosswohnungsneubau zu integrieren.

Stadt verspricht zahlreiche neue Kita-Plätze
(Quelle: Radio Leipzig,21.05.2015, Link)

Der Stadtrat hat am 20.05.2015 beschlossen, bis 2018 fast 6000 neue Kita- und Krippenplätze zu schaffen. Kritik kam dabei von einigen Fraktionen, dass bis zu 90 Prozent nicht die Stadt selbst sondern Freie Träger eingesetzt werden sollen.

Kita-News: April 2015

Erweiterungsneubau in Kita Gohlis
(Quelle: Aktion Mensch, 03.04.2015, Link)

Die inklusive Kindertagesstätte Hildegardstift in Gohlis erhält durch Förderungen der Aktion Mensch mehr Plätze und Barrierefreiheit. Insgesamt werden 108 Kitaplätze entstehen, davon sechs für Kinder mit Behinderung. Die neue rollstuhlgerechte Kita soll bereits im Herbst 2015 eröffnet werden.

Stadt Leipzig ruft Fördermittel für Investitionen in Kindertageseinrichtungen nicht ab
(Quelle: CDU Leipzig, 21.04.2015, Link, BILD, 22.04.2015, Link)

Aus einer Anfrage eines CDU-Abgeordneten geht hervor, dass die Stadt Leipzig Fördermittel in Höhe von 2,2 Millionen Euro vom Bund und 1,8 Millionen Euro vom Freistaat Sachsen bis zum 31.12.2014 nicht abgerufen hat und belegt damit den letzten Platz im sächsischen Vergleich. Die Mittel stehen zwar auch 2015 weiterhin zur Verfügung, jedoch wird die Stadt Leipzig, angesichts des großen Mangels an Plätzen, scharf dafür kritisiert.

Kein Kita-Platz – Schadensersatz
(Quelle: PrNews24.com, 24.04.2015, Link, ptext.de, Link)

Drei Mütter haben die Stadt Leipzig verklagt, weil sie für ihre einjährigen Kinder keinen Kita-Platz gefunden haben. Es besteht für ein- bis dreijährige jedoch ein gesetzlicher Anspruch auf einen Platz in einer Kindertagspflege. Die Frauen forderten Ersatz wegen Verdienstausfalls und bekamen Recht. Die Richter entschieden, dass eine Amtspflichtverletzung vorliege, da laut Gesetz Tageseinrichtungen den Eltern die Vereinbarkeit von Kindererziehung und Erwerbstätigkeit erleichtern sollten.

Neue Kita in Zentrum-Nord übergeben
(Quelle: Leipzig Fernsehen, 30.04.2015, Link und info tv Leipzig, Link)

In der Gohliser Straße wurde Platz für 165 Kinder, davon 45 Krippenplätze, geschaffen und die Kita nun offiziell übergeben. Perspektivisch sollen hier auch Kinder mit Behinderungen betreut werden. Träger ist die Stadt Leipzig.

Infos vom 3. Runden Tisch Kinderbetreuung

Am Montag fand der dritte runde Tisch Kinderbetreuung statt. Hier die Informationen, die uns von Seiten des Amts für Jugend, Familie und Bildung mitgeteilt wurden bzw. die wir erfragt haben:

1) Stand des Kita-Ausbaus in Leipzig

2200 zusätzliche Kita-Plätze sollten 2014 geschaffen werden (Anfang 2014 wurden 5000 versprochen). 1200 wurden bis zum Jahresende 2014 realisiert. Als Grund für die Verzögerungen wurden die üblichen Verzögerungen im Bauprozess genannt. Darauf hätte die Stadt nur bedingt Einfluss.

Hat sie das wirklich nicht? Baugenehmigungen usw. hängen schließlich durchaus an den Ämtern!

Bis Mitte Februar 2015 wurden weitere 870 Plätze geschaffen. (Die Eröffnungen 2015 findet ihr hier). 

2) Kita-Plätze / Mangelverwaltung

Laut Amtsleiter Tsapos hätten die Träger neu eröffnender Kitas derzeit Probleme, ihre Plätze im Kindergartenbereich (nicht Krippe!) voll zu bekommen.

Jede Menge freie Plätze gebe es in den Kitas:

  •  Kita Bästleinstrasse 4 (Nordost, Herbie e.V., Eröffnung 01.04.)
  • Kita Kohlgartenstrasse 9 (Ost, Fairbund e.V., Eröffnung 01.06)
  • Kita Lutherstrasse 4 (Ost, Outlaw, Eröffnung 01.06.)

Ihr solltet euch also wirklich an die Träger von neuen Kitas wenden! Allerdings ist hier festzuhalten: Es sind natürlich keine Kitas in familienreichen „In-„Vierteln, sondern eher in Stadtgebieten, wo es mehr Kitas als Kinder gibt. Das liegt an fehlendem Baugrund in beliebten Stadtvierteln. Tatsächlich wurden und werden Bauflächen wohl häufig lieber hochpreisig verkauft.

Im Krippenbereich gebe es nach wie vor mehr Anfragen als Plätze , allerdings sei Tagespflege derzeit nicht ausgelastet. (Die Träger der Tagespflege findet ihr hier. Vor- und Nachteile der Tagespflege haben wir hier versucht, zusammenzustellen.)

Da im Ü3-Bereich offenbar viele Plätze nicht belegt werden können, wurde beim Landesjugendamt eine übergangsmäßige Kapazitätsumverteilung beantragt, d.h.: Einige Kitas sollen für freie Kindergartenplätze Plätze im Krippenbereich anbieten dürfen, solange der Mangel besteht. Das Landesjugendamt habe signalisiert, dass die Umwandlung möglich ist.

Das bewege sich in einem Rahmen, in dem keine baulichen Veränderungen vorgenommen werden müssen.

Einige Kitas haben 2014 mehr Kinder aufgenommen als ihre Kapazität eigentlich zulässt („kurzfristige Überbelegung“). Die städtischen Kitas haben eine Verlängerung dieser Regelung beantragt und das auch den freien Trägern empfohlen.

Dass die Überbelegung nicht kurzfristig sein wird, war absehbar… Es kann vermutet werden, dass das zu Lasten der Betreuungsqualität geht. Gegenargument ist, dass in Kitas mit offenen oder teil-offenen Konzepten 1-2 Kinder mehr pro Kita – mehr sind es meist nicht – nicht ins Gewicht fallen.

3) Kitaplatz-Bedarfsplanung 2015/16

Es wurde mitgeteilt, dass auf Basis der Elternbefragungen mit einem Bedarf im Bereich der 1-3-Jährigen von 83,7% gerechnet würde. In den nächsten Jahren würde sich das der 90%-Marke annähern.

Das würde bedeuten, dass entgegen unserer Vermutungen bzw. Behauptungen (auch hier) der Bedarf im Bereich U3 nicht zu niedrig angesetzt wird. Fraglich ist nur, warum der Bedarf in der Bedarfsplanung mit 58,20% ausgewiesen wird? (Bedarfsplanung Kita Leipizg 2015/16, S. 5)

4) Relaunch Kita-Portal

Das Portal wird voraussichtlich Ende April auf den Elternaccount umgestellt (Die Neuerungen haben wir hier beschreiben). Derzeit laufen die ersten Testphasen. Wann genau umgestellt wird, soll nach Ostern feststehen.

Weitere Infos, die wir dazu bekommen haben:

  • Nach Bedarfsanmeldung bekommen die Eltern das Aktenzeichen ihres Bedarfs und Informationen bzw. einen Leitfaden zum Kita-Portal zugeschickt.
  • Neben dem Abspeichern eurer Daten in den Alternaccount ist auch die Angabe von 5 Wunsch-Kitas möglich.
  • Die Wünsche werden den Kitas, die das Portal nutzen (!), angezeigt. Sechs Monate vor gewünschtem Betreuungsbeginn sollen die Wunschlisten bearbeitet werden. Das wird bei dem regulären Betreuungsbeginn September jeweils im Februar/März sein. Euch wird dann der Status: „In Bearbeitung“angezeigt und per E-Mail mitgeteilt.
  • Die Kita muss dann die Wünsche sichten und Eltern auswählen. Wenn ihr ausgewählt wurdet, wird das ebenfalls angezeigt und per E-Mail mitgeteilt, in der ihr aufgefordert werden, mit der Kita Kontakt aufzunehmen. Aus den KIVAN-Daten kann die Kita-Leitung direkt euren Vertrag erstellen. Die Referenznummer ist notwendig, um den Vertrag zu unterschreiben.
  • Wenn sich Kita nicht für euch entscheidet, wird der Status „abgelehnt“ angezeigt und per E-Mail kommuniziert.) Ihr könnt dann den Wunsche löschen und einen neuen angeben. Wichtig: Wenn eine Kita euch einmal abgelehnt hat, könnt ihr euch nicht wieder bewerben.Das sehen wir durchaus kritisch. Was ist, wenn ihr euch für euer Kind im Krippenalter in der Kita beworben habt, die Kita keinen Platz hatte und ihr euch für den Kindergartenbereich gern wieder bewerben wollt?

     

  • Wie wählen die Kitas aus? Solange die Plätze nicht ausreichen, müssen die Kitas entscheiden, welche Familien einen Platz bekommen und welche nicht. Im Moment wird von der Stadt der Nachweis vom Arbeitgeber verlangt, dass bzw. ab wann ihr berufstätig oder in Ausbildung seid, und zwar beide Elternteile.
  • Die Tagespflege nimm nicht an diesem Wunschabgabe-System teil. Verträge werden aber auch in der Tagespflege mit der Referenznummer der Bedarfsanmeldung unterzeichnet.
  • Die Such- und Reservierfunktion bleibt wie gehabt erhalten.
  • Tatsächlich scheinen schon jetzt zunehmend mehr Kitas jetzt aufgrund der eingeführten Referenznummer ihre Plätze wieder über das Portal zu verwalten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass einige das nicht tun werden.

5) Fachkräftemangel in den Kitas?

Da viel gebaut wird, braucht es viele neue ErzieherInnen. Noch gebe es BewerberInnen, aber nach Aussage der TrägervertreterInnen wird es zunehmend enger und es muss eigentlich jede BewerberIn genommen werden.

Das sehen wir im Hinblick auf die Betreuungsqualität kritisch.

6) Einsatz von Assistenzkräften

Zum Gesetzesentwurf auf Sachsenebene, dass der Personalschlüssel auch dann erfüllt wird, wenn 20% des Personals Assistenzkräfte sind wurde bemerkt, dass  das zwar kritisch gesehen wird, wenn es beschlossen wird, werden aber definitiv auch ErzieherInnen durch Assistenzkräfte ersetzt, weil das teurere Personal nicht finanziert würde.

Bitte unterschreibt die Petition, damit diese Regelung nicht durchkommt: https://www.openpetition.de/petition/online/gegen-die-verschlechterung-der-betreuungssituation-in-sachsischen-kindertagesstatten.

Allerdings teilte die freie Presse mit: „Eine Mehrbelastung der Eltern durch steigende Betriebskosten in den Kitas wird es nicht geben, so die Koalitionäre. (…) Auch habe man sich geeinigt, nur qualifizierte Assistenzkräfte für die Kinderkrippen ab 2017 einzustellen.“ (http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/SACHSEN/Sachsen-Koalition-stockt-den-Haushalt-auf-artikel9151844.php)

Rückblick 2014, Vorschau 2015/16

Wir haben einige Anfragen an das Amt für Jugend, Familie und Bildung gestellt und diese nun ausgewertet, um das Kita-Jahr 2014 Revue passieren zu lassen und einen Ausblick für Entwicklungen, Neuerungen usw. für 2015/16 geben zu können. In Leipzig leben aktuell 55.297 Kinder, davon 37.853 bis Schuleintritt, es gibt insgesamt 319 Kinderbetreuungseinrichtungen (inkl. Hort).

Bedarfsplanung 2014 vs. Realität

  • betreute Kinder 2014:

Im Jahresdurchschnitt wurden 2014 5.312 Krippenkinder, 15.654 Kindergartenkinder und 2.625 Kinder in der Tagespflege betreut. (= 23.591 betreute Kinder 2014 im Durchschnitt)

  • von der Stadt geschätzter Bedarf 2014:

Für das Jahr 2014 hat die Stadt Leipzig folgenden Bedarf ermittelt (=geplante Plätze / Plätze, die hätten zur Verfügung stehen sollen, von der Stadt ermittelter Bedarf):

  • 6.646 Krippenplätze
  • 18.544 Kindergartenplätze
  • 2.908 Plätze in Kindertagespflege.

Die Stadt schätzte Ende 2013, dass 2014 28.098 Plätze im Vorschulbereich benötigt werden. Diskrepanz tatsächlich betreute Kinder vs. geschätzter Beetreuungsbedarf: 2014 gab es demnach ca. 4507 Plätze zu wenig, wenn man vom ermittelten Bedarf der Stadt ausgeht. Das heißt: Etwa 16% der Familien, die einen Betreuungsplatz brauchen, bekommen keinen!

  • realisierte Plätze 2014:

Im Jahr 2014 entstanden insgesamt 1.332 Plätze für Kinder bis Schuleintritt in Kitas, davon 372 Krippenplätze und 81 Plätze in Kindertagespflege. Diskrepanz Bauplanung vs. realisierte Plätze: 2014 konnten offenbar nur 26% der ursprünglichen 5000 zusätzlichen Betreuungsplätze tatsächlich realisiert werden. Im Januar 2015 wurden bereits 3 neue Einrichtungen in Betrieb genommen, damit stehen weitere 333 Plätze zur Verfügung. (= gesamt: 1665 Plätze)

Bedarfsplanung 2015

  • von der Stadt geschätzter Bedarf 2015:  

Für das Jahr 2015 wurde entsprechend Bedarfsplanung folgender Bedarf ermittelt: Es bräuchte Ende 2015…

  • 6.767 Plätze in der Krippe
  • 18.670 Plätze im Kindergarten
  • 2.961 Plätze in der Tagespflege.

Die Stadt schätzt, dass 2015 28.398 Betreuungsplätze im Vorschulalter benötigt werden. Das sind 300 Plätze mehr als im Vorjahr. Die Stadt müsste in diesem Jahr über 4000 Plätze realisieren, um dem Bedarf entsprechen zu können!

  • Die Stadt schätzt, dass 38,50% der Kinder im Alter 0-3 im Jahr 2015 entsprechend dem Wunsch der Eltern betreut werden sollen,
  • 58,20% im Alter 1-3,
  • 92% im Alter 3-7 (inkl. Hort).

(Link zur Bedarfsplanung der Stadt Leipzig für 2015/16)

  • geplante Kita-Projekte 2015:

Bis Ende 2015 werden nach Aussage des Amts für Jugend, Bildung und Familie  in 14 Neubau- und 7 Erweiterungsmaßnahmen 2.426 Plätze für Kinder bis Schuleintritt, davon 698 Krippenplätze entstehen. Ende 2015 werden also nach wie vor wahrscheinlich mindestens 2000 Plätze fehlen! Darüber hinaus sind für 2015 noch weitere 8 Maßnahmen (4 Neubauten, 4 Erweiterungen) mit 799 Plätzen, davon 240 für Krippenkinder geplant, bei denen gegenwärtig jedoch Verzögerungen im Ablauf eingetreten sind, die möglicherweise dazu führen könnten, dass eine Inbetriebnahme im Jahr 2015 nicht realisierbar ist. Die Baumaßnahmen, die voraussichtlich 2015 fertig gestellt werden sollten:

  1. Kita Riebeck- / Kregelstraße
  2. Kita Lößniger Straße 10
  3. Kita Baestleinstraße 4
  4. Kita Hildegardstraße 56
  5. Kita Wurznerstraße 24-30
  6. Kita Kohlgartenstraße 9
  7. Kita Lutherstraße 4
  8. Kita Seipelweg 16b
  9. Kita Scheffelstraße 42 – KG – Erweiterung
  10. Kita Bornaische Straße 184
  11. Kita Arndstraße 46
  12. Kita Rietschelstraße 52
  13. Kita Ernst Keil Straße 17
  14. Kita Demmeringstraße 83
  15. Kita An der Lehde 14
  16. Kita An der Lehde 12
  17. Kita Stahmelner Straße 28
  18. Kita Fleißnerstraße 2 – Neubau
  19. Kita Richterstrasse
  20. Kita Bothestraße 30

(Für genauere Informationen zu Trägern, Kapazitäten, Stand der Baumaßnahmen, Eröffnung siehe: http://www.leipzig.de/jugend-familie-und-soziales/kinderbetreuung/kindertagesstaetten/kitaneubauten/.)

Dennoch teilt das Amt für Jugend, Bildung und Familie Leipzig uns mit: „Mit Schuljahresbeginn 2015/2016 wird sich die Lage deutlich entspannen.“ Wir können das den Zahlen aber nicht entnehmen.

Weitere Informationen

  • Angebote der Stadt für Familien ohne Betreuungsplatz:

Zitat des Amts für Jugend, Bildung und Familie uns gegenüber zu unserer Nachfrage diesbezüglich:

„Seit 2007 errichtet die Stadt Leipzig in Kooperation mit Investoren und freien Trägern neue Kitas. Alle Anstrengungen sind darauf gerichtet, ausreichend Plätze vorzuhalten. Im U3-Bereich müssen wir für Kinder planen, die noch nicht geboren sind. Das ist eine große Herausforderung. Die Stadt Leipzig wird in den beiden kommenden Jahren noch mehrere tausend Kita-Plätze schaffen. Das schließt nicht aus, dass es zeitweise zu Engpässen kommt.“

Für die Familien, die keinen Betreuungsplatz ergattern können, hat die Stadt insofern keine Lösung. Es bleibt den Leipziger Eltern insofern nur noch die Möglichkeit von ihrem Recht auf einen Betreuungsplatz Gebrauch zu machen und die Stadt zu verklagen.

  • Kita-Portal:

Zwischen April und Juli 2015 soll das Elternportal / Kitaportal umfunktioniert werden. Zwei wichtige Neuerungen gibt es: 1. Der Elternaccount wird eingeführt, 2. die Arbeit mit Referenznummern beginnt. Was heißt das und wie soll das laufen?

  • Voraussichtlich ab dem 2. Quartal 2015 können sich Eltern einen Benutzeraccount über www.meinkitaplatz.de anlegen. Über den Account haben die Eltern die Möglichkeit, die Daten zum Kind und zu den Sorgeberechtigten zu hinterlegen.
  • Aktuell läuft die Testphase unter Einbeziehung der Verwaltung, einiger Kitas und der Elternschaft.
  • Über den Account können Eltern ihren Betreuungsplatzbedarf elektronisch direkt an die Stadt (bzw. das Amt für Jugend, Familie und Bildung) übermitteln. Die Bedarfsanmeldung kann aber auch weiterhin schriftlich eingereicht werden.
  • Außerdem können die Eltern über den Elternaccount ihre Wunschkitas angeben. Die abgegebenen Wünsche erscheinen in den jeweiligen Kitas und sollen 6 Monate vor gewünschten Betreuungsbeginn durch die Einrichtungen bearbeitet werden.
  • Nach der Abgabe der Bedarfsanmeldung erhalten die Eltern für ihr Kind eine Referenznummer in einem Brief vom Amt für Jugend, Familie und Bildung mitgeteilt. Neue Verträge müssen ab Einführung des Elternaccounts im Kivan mit dieser Referenznummer unterschrieben / verifiziert werden.
  • Die Reservierungsmöglichkeit von freien Plätzen im Kivan bleibt bestehen. Der Elternaccount kann für den Reservierungsvorgang genutzt werden.
  • Die Eltern werden über die Neuerungen in der Presse informiert. Der Ablauf und die Funktionsweise sind in den Fragen und Antworten (FAQ) unter http://www.meinkitaplatz-leipzig.de beschrieben. Weiterhin können sich die Eltern an das Bürgertelefon (0341 123-0) wenden.

Mit dem Elternaccount soll die Lücke zwischen dem Bedarf an Betreuungsplätzen und der tatsächlichen Versorgung klarer werden. Mit Einführung des Elternaccounts benötigen Eltern für den Abschluss eines Betreuungsvertrages in einer Kita also zwingend eine Referenznummer!

  • Betreuungsschlüssel:

Zum 01.09.2015 wird der Personalschlüssel von 1:13 auf 1:12,5 im Kindergartenbereich und von 1:6 auf 1:5,5 im Krippenbereich angehoben. 2016 dann auf 1:12 und 1:5. Allerdings gilt – laut Gesetzesentwurf der sächsischen Staatsregierung dazu – der Personalschlüssel auch dann als eingehalten, wenn 20% davon als Assistenzkräfte (= Sozialassistentinnen, Kinderpflegerinnen, …) beschäftigt werden. Damit hat Sachsen nach wie vor einen nicht ausreichenden Personalschlüssel (zum Vergleich: http://www.laendermonitor.de/uebersicht-grafiken/indikator-9a-personalschluessel-in-kitas/index.nc.html) und es ist davon abgesehen keine Steigerung der pädagogischen Qualität zu erwarten. Das bedeutet: Pro 12 Kinder über 3 bzw. pro 5 Kinder unter 3 Jahren muss dann eine Vollzeitkraft zur Verfügung stehen. In einer Kita mit 120 Plätzen, davon 20 im Krippenbereich haben bisher 11 Erzieherinnen gearbeitet. Ab 2015 würde – durch die neue Mindestvorgabe – in der Kita mit 140 Kindern dann eine Person (oder 1,5 – d.h. 1 Vollzeit und eine Teilzeit-Stelle) mehr eingestellt. Das wird dann allerdings höchstwahrscheinlich keine (für das Land und die Kommune) „teure“ Erzieherin sein, sondern eher eine „günstige“ Sozialassistentin. Und nicht nur das! Tatsächlich könnte die Kita sogar „guten Gewissens“ eine bis 1,5 Erzieherinnen rausschmeissen und dafür Assistenzkräfte einstellen!

Gesetzesentwurf: 20% Assistenzkräfte statt Fachkräfte + Erhöhung Elternbeiträge

Die Landesregierung will den Erzieherschlüssel zwar in den kommenden Jahren etwas verbessern: Von 1:13 auf 12,5, 2016 dann auf 12 Kinder.

Nicht so laut mitgeteilt werden aber zwei geplante Verschlechterungen:

1.) Ab. 01.09.2015 können 20% der Fachkräfte in Kitas durch sogenannte „Assistenzkräfte“ ersetzt werden. 

Im Begleitgesetz zum Haushalt heißt das: „Flexibilität des Persönaleinsatzes erhöhen“. Im Haushaltsplan heißt es: „Der in Satz 1 Nummer 1 genannte Personalschlüssel gilt auch als erfüllt, wenn im Umfang von bis zu 20 Prozent des nach Satz 1 Nr. 1 erforderlichen Personals Assistenzkräfte eingesetzt werden.“ (S. 92) und weiter „Assistenzkräfte sind zum Beispiel staatlich geprüfte Sozialassistenten (…)“ (S. 114)

Das heißt: Ab 01.09.2015 werden 20% der Erzieherinnen und Erzieher ersetzt durch Sozialassistentinnen und -assistenten, die dann die Kinder betreuen. Der Unterschied liegt vor allem in einer deutlich geringeren Ausbildungszeit und in einer dem entsprechend noch geringeren Bezahlung. (Zu den Unterschieden: http://www.erzieherin-ausbildung.de/content/sozialassistent-vs-kinderpflegerin) Das heißt zum einen, dass dann Menschen in den Kitas mit den Kindern arbeiten, die schlechter dafür qualifiziert sind und zum anderen, dass Menschen für die Betreuung der Kinder noch schlechter bezahlt werden als die Erzieherinnen.

Es ist absehbar , dass die Kommunen (finanziellen) Druck machen werden, dass künftig diese weniger qualifizierten und billigen Kräfte in den Kitas eingesetzt werden.

2.) Künftig dürfen die Eltern mit einem höheren Elternbeitrag beteiligt werden: statt wie bisher max. 30% der Betriebskosten sollen dann 33% möglich sein.

Die Kommunen stehen unter dem (finanziellen) Druck, die Erhöhung der Elternbeiträge durchzuführen.

Das spiegeln die Medien nicht so deutlich, dabei sollten die Eltern diesen Plan kennen und sich ggf. dazu gegenüber der Politik äußern!

Siehe:


(Vielen Dank an Jürgen Brehme vom freien Kindergarten Leipzig e.V., der uns darauf aufmerksam gemacht hat!)

Erfolgreiche Kita-Klage: 15.000 Euro auf den heißen Stein

Seit Jahren bemängeln wir den zögerlichen Kita-Ausbau und versuchen, auf die desolate Lage der Leipziger Eltern aufmerksam zu machen. Jedes Jahr verspricht die Stadt mehr Betreuungsplätze, zuletzt waren es 5000 für das Jahr 2014. Immer wieder werden nur Bruchteile davon realisiert. Mit dem Rechtsanspruch waren Klagen nur eine Frage der Zeit, dass die ersten erfolgreichen nun tatsächlich aus Leipzig kommen, ist bezeichnend für die nach wie vor hochproblematische Situation in der Stadt, die im Rathaus offenbar noch immer nicht ausreichend ernstgenommen wird.

Stadt verklagen als letzter Ausweg

Noch bis Mitte des vergangenen Jahres hat die Stadt immer wieder Betreuungslätze aus dem Hut zaubern können, sobald Eltern mit dem Jugendamt per Anwalt kommuniziert haben. Es war absehbar, dass das nicht ewig so weitergehen kann. Wir haben einigen Eltern zur Klage geraten und weisen auf unserer Webseite auch explizit auf diese Möglichkeit hin (siehe:https://leipziger-kita-initiative.com/rechtsanspruch-kitaplatz/https://leipziger-kita-initiative.com/kita-platz-wo-wie/). Wir gehen davon aus, dass in Leipzig mindestens 4000 Betreuungsplätze fehlen, kaum ein Kita-Projekt eröffnet zum geplanten Zeitpunkt. Den Eltern bleibt hier kaum etwas anderes übrig, als den Rechtsweg einzuschlagen. Den klagenden Eltern, mit denen auch wir gesprochen haben, ging es nicht zuletzt darum, andere Eltern zu ermutigen, sich den Umgang der Stadt mit dem Betreuungsplatzbedarf der Familien nicht gefallen zu lassen und tatsächlich den Rechtsweg konsequent zu bestreiten. Damit ist die Schonfrist nun endgültig vorbei! Es ist davon auszugehen, dass weitere Klagen folgen, wenn die Stadt nicht endlich aktiv wird. Wir können nur hoffen, dass die Dringlichkeit nun endgültig erkannt und ernstgenommen wird und die Verantwortlichen sich deutlich für eine effektive Verbesserung der Situation einsetzen werden. Ansonsten könnte es teuer werden…

Hoher Preis für Versäumnisse

Rechtsanspruch heißt nun einmal Rechtsanspruch, dieser wurde langfristig angekündigt. Bis zuletzt hat die Stadt offenbar gehofft, er würde nicht eingeführt. Erst ab 2013 hat sie dann den Handlungsbedarf ernstgenommen und den Bau zahlreicher neuer Plätze angekündigt. Eineinhalb Jahre sind seither vergangen, aber die Plätze reichen nach wie vor nicht. Jetzt rächt sich diese Vogel-Strauß-Politik.

Prozessoptimierung beim Kita-Bau notwendig

Es ist dringend nötig, dass die Stadt den Prozess zwischen Kita-Planung und -Eröffnung optimiert. In den vergangenen Jahren wurde kaum die Hälfte der jeweils geplanten zusätzlichen Plätze realisiert und 2014 nach unseren Recherchen gerade einmal 16% der angekündigten 5000. Die Stadt entschuldigt das immer wieder mit unvorhersehbaren Verzögerungen. Wenn das nun über Jahre so geht, dann muss der Kita-Bau-Prozess geprüft und optimiert werden. Jedes Unternehmen müsste das tun – oder pleite gehen. Es kann nicht sein, dass sich in dieser Situation der Baubeginn einer Kita um mehr als ein Jahr verzögert, weil das Amt für Gebäudemanagement so lange für die Prüfung eines Mietvertrags braucht, wie etwa bezüglich eines Projekts in der Rathenaustraße jüngst ans Licht kam. Im Moment agiert Leipzig unprofessionell und dilettantisch. Ein Armutszeugnis für eine Stadt, die so gerne bei den ganz Großen mitspielen möchte!

Kita-Platz-Situation bleibt problematisch – trotz Schadensersatz

Eltern erleben nach wie vor eine Tortur bei der Kitaplatz-Suche: Sie werden zum einen mit unzureichenden Informationen bezüglich der Betreuungsplätze versorgt, zum anderen kommt die Zusage für einen Betreuungsplatz – wenn überhaupt – oft erst kurz vor Arbeitsbeginn. Schadensersatz ist zwar ein gutes Zeichen für Eltern, behebt aber den eigentlichen Schaden nicht.

Stadt muss handeln!

Wir brauchen dringend ausreichend Kita-Plätze in allen Stadtvierteln, besonders in den familienreichen! Das fordern wir seit Jahren! Die Stadt muss handeln! Ja, der Kita-Ausbau ist ein Kraftakt für die Kommune. Durch die vielen Versäumnisse der Stadt entstehen aber vermeidbare Folgekosten in nicht abschätzbarer Höhe. Allen Beteiligten sollte daran gelegen sein, das zukünftig zu verhindern. Die Stadt muss endlich dem Bedarf an Betreuungsplätzen gerecht werden, indem sie Prozesse evaluiert und optimiert, für eine transparentes und gerechtes Vergabesystem sorgt und sich dann endlich für eine bessere Betreuungsqualität engagiert!

Kita-News Leipzig: Dezember 2014

Offizielle Zahlen: 2000 Betreuungsplätze fehlen in Leipzig!(?)
(Quelle: offizielles Antwortschreiben sächs. Landtag: Link, l-iz.de, 09.12.14, Link sowie mdr. de, 14.12.14, Link)

Die Linkspartei hat die sächsische Staatsregierung befragt. Die Kultusministerin bezifferte die fehlenden Betreuungsplätze auf 500 Krippenplätze und 1.500 Kitaplätze. „Es bestehe eine Unterdeckung zum ermittelten Bedarf von 2000 Plätzen“.

Vorsicht: Die Zahl bezieht sich auf die Bedarfsschätzung der Stadt!

Uns wundert folgendes: Für 2014 setzte die Stadtplanung einen Bedarf für den gesamten U3-Bereich – also der Betreuungsplatzbedarf für Familien mit Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren – von 55 % an, wobei der überwiegende Teil (82,7 %) davon im Bereich der 1-3-Jährigen gesehen wird (Quelle: Stadt Leipzig, Mitteilung vom 14.10.2013, Link). Unverständlich! Denn das Landesamt für Statistik habe (Quelle l-iz.de, Link) im März 2014 bekannt gegeben, dass in Leipzig 48,6% aller Kinder von 1 bis 3 Jahren betreut wurden. Die sächsische Besuchsquote von Kindern im Alter von 1 bis 3 Jahren liege bei 63,6%! Dresden habe bei ähnlichen Bevölkerungs- und Geburtenzahlen im Bereich der 1- bis 3-Jährigen eine Besuchsquote von  62,2%. Angesichts dieser Zahlen fragen wir: Warum setzt Leipzig einen deutlich niedrigeren Bedarf von 55% im U3-Bereich an? Für das Jahr 2015 setzt die Stadt einen Bedarf von 58% im Bereich 1-3 an.

Die Planungspapiere der Stadt sprechen von 28092 Plätzen, die Ende 2014 hätten vorhanden sein sollen. Tsappos erklärte im Oktober 2014, dass er für Ende 2014 von 25.476 Plätzen ausgeht (Quelle l-iz.de, Link). Dabei wird er aber die 1369 bis zum Jahresende 2014 geplanten Eröffnungen mit eingerechnet haben (siehe: Medieninformation der Stadt Leipzig vom 02.10.2014, Link), die nach unseren Recherchen jedoch bis auf 3 Erweiterungen tatsächlich bis dato nicht stattgefunden haben. Statt der 5000 Plätze wie ursprünglich für 2014 angekündigt (Quelle: Stadt Leipzig, Mitteilung vom 14.10.2013, Link), hat die Stadt tatsächlich nur 1.332 Plätze. Nur 26% der für 2014 geplanten Plätze konnten so tatsächlich realisiert werden.

Von Tsappos Oktober-Schätzung für Ende 2014 müssen wir also 1200 bis zum Jahresende nicht realisierte Plätze abziehen (macht 24.276 Plätze Ende 2014). Das ergibt eine Diskrepanz zwischen vermutlich realen Plätzen Ende 2014 – offizielle Zahlen der Stadt haben wir angefordert – und Soll – entsprechend geschätztem (!) Bedarf – von 3822 Plätzen. Rechnen wir nun noch den nach unserer Meinung um 5-7% zu niedrig angesetzten Bedarf im U3-Bereich hinzu,  müssen wir realistischerweise von mindestens 4000 Plätzen zu wenig ausgehen, für Leipziger Familien, die Kinderbetreuung wünschen/benötigen.   Fazit: Leipzig scheint den Bedarf an Betreuungsplätzen, insbesondere im U3-Bereich, nach wie vor viel zu niedrig anzusetzen! Würde ein realistische Bedarf von 62% angesetzt, dann wäre die Unterdeckung deutlich höher. Die Stadt muss außerdem dringend etwas an dem Genehmigungsprozedere verbessern, der offenbar dazu führt, dass sich Kita-Projekte seit Jahren in der Regel verzögern. Eine Realisierung von 26% des geplanten ist nicht akzeptabel und ein echtes Armutszeugnis in Sachen Planungssicherheit und Professionalität für eine Stadt wie Leipzig!

Bürgerumfrage: Leipziger*innen unzufrieden mit Kita-Situation
(Quelle: lvz-online.de, 01.12.14, Link)

16.000 Leipziger*innen im Alter von 18 bis 85 Jahren hatte die Stadt für eine große Umfrage angeschrieben. „Für Familien stehen fehlende Kitaplätze ganz oben im Problem-Ranking. Wer einen hat, ist aber glücklich: Insgesamt werde die Qualität der Kindertageseinrichtungen mit gut bewertet“.

Impflicht vor Kita-Erstbesuch?
(Quelle: Tagesschau.de, 10.12.2014, Link)

Eltern sollen bald eine verpflichtende Impfberatung erhalten, bevor sie ihr Kind in eine Kita schicken. Diese Regelung ist nach Angaben des Gesunheitsministeriums kurzfristig in das umfassende Präventationsgesetz aufgenommen worden, das am 17.10.2014 im Bundestag erstmals besprochen werden sollte. (–> zum Gesetzesentwurf: Link (bvpraevention.de))

zusätzliche Ärzte für Kita-Untersuchungen kommen zu spät
(Quelle: l-iz.de, 14.12.14, Link)

Aufgrund von Personalmangel konnte die Analyse, ob es im Bereich der Kita-Untersuchungen an medizinischem Personal mangelt, nicht rechtzeitig vorgelegt werden. Zusätzliches medizinisches Personal für die gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchungen wurde insofern also noch nicht eingestellt.

Neue Kita-Plätze in Leipzig

Am 08.12.2014 wurde das „Familienzentrum Marcusgasse“ (Leipzig-Neuschönefeld) offiziell an den Träger (Johanniter-Unfallhilfe e.V.) übergeben. Eröffnung ist laut der Seite des Trägers für Januar geplant – entgegen der Info in der Pressemitteilung. Das Familienzentrum bietet Platz für 60 Krippen- und 120 Kindergartenkinder. (Quelle: Leipzig.de, Link, Webseite der Kita)

Am 11.12.2014 eröffnete eine Leipziger Klein-Kita in der Panitzstraße 2 (Träger: Outlaw GmbH) nach nur einem halben Jahr Planungs- und Umsetzungsphase. 27 Kinder ab drei Jahren können in den Räumlichkeiten des ehemaligen Ladengeschäfts betreut werden. Die Klein-Kita betont, dass sie auch geflüchtete Kinder aufnehmen wird. Die Kita Panitzstraße bietet vor allem Übergangsplätze für Familien mit besonders dringendem Bedarf. So können die Kinder soziale Kontakte in einer Gruppe von Gleichaltrigen knüpfen, bis sie in eine Regeleinrichtung wechseln. (Link: https://www.outlaw-jugendhilfe.de/1563.html)

Am 19.12.2014 hat der Bau der Kita „Claras Kinder“ in der Clara-Wiek-Str. 9 (Leipzig-Schönefeld) begonnen (Träger: Johanniter-Unfallhilfe e.V.). Eröffnung ist für April 2016 geplant, dann sollen in der Kita 165 Kinder betreut werden. (Quelle: Leipzig.de, Link)

Auf dem Gelände der alten Messe soll eine neue Kita entstehen (Curiestraße). Die Kita soll Platz für 45 Krippen- und 120 Kindergartenkinder bieten und soll spätestens Anfang 2016 fertiggestellt sein.