Kita-Platz? Wo? Wie?

Leipziger Kitas:

In Leipzig gibt es ca. 300 Kindertagesstätten. Eine Übersicht der Leipziger Kitas findet ihr hier:

Kontinuierlich kommen Einrichtungen hinzu. Die Stadt stellt hierzu (mehr oder weniger) regelmäßig Informationen auf ihrer Internetseite zur Verfügung: http://www.leipzig.de/jugend-familie-und-soziales/kinderbetreuung/kindertagesstaetten/kitaneubauten/.

Im Augenblick ist es schwer in Leipzig einen Betreuungsplatz in einer Kindertagesstätte zu bekommen, denn es werden mehr Kitaplätze benötigt als momentan vorhanden sind. Das heißt: Wenn ihr Kitas kontaktiert und nach einem freien Betreuungsplatz für euer Kind fragt, werdet ihr in der Regel hören, dass alle Plätze voll sind oder dass die Vergabe über das Kita-Portal erfolgt. Zunehmend schein sich die Lage aber etwas zu entspannen: Immer häufiger ist auf den Web-Präsensenzen vor allem neu eröffneter Kitas zu lesen, dass sie noch freie Plätze für Kinder über 3 Jahren zu vergeben haben. Allerdings sind die neuen Kitas häufig nicht in beliebten Familienvierteln, sondern in Leipzig-Ost oder Leipzig-Nord.

Wenn ihr im Kita-Portal nach freien Plätzen sucht, werden euch häufig keine freien Plätze angezeigt, denn freie Plätze werden zu quasi beliebigen Zeiten im Portal freigeschaltet.

Was könnt ihr tun? Darum soll es in diesem Artikel gehen.

Prinzipiell wissenswert:

Wichtig! Spätestens 6 Monate vor gewünschtem bzw. benötigtem Betreuungsstart solltet ihr das Jugendamt darüber informieren, ab wann und wo ihr euer Kind gern betreuen lassen möchtet. Dafür legt ihr euch im Kita-Portal unter „Meine Daten“ einen Account an und zeigt euren Bedarf an. Alternativ füllt ihr den entsprechenden Vordruck „Bedarfsanmeldung“ aus und schickt ihn per Post an das Jugendamt (PDF „Bedarfsanmeldung“ herunterladen). Die Bedarfsanmeldung ist die Voraussetzung dafür, dass ihr – nach §4 des Sächsischen Kita-Gesetzes – (zumindest theoretisch) einen Platz in eurer Wunscheinrichtung bekommt. Außerdem braucht ihr seit Juli 2015 die Referenznummer, um einen Vertrag zu unterzeichnen. Um die Bedarfsanmeldung kommt ihr also nicht mehr herum.

Träger: Die Kindertagesstätten werden von unterschiedlichen Betreibern geführt: Es gibt zunächst unterschiedliche freie Träger (z.B. Caritas, Kindervereinigung e.V., Fröbel, Deutscher Kinderschutzbund e.V., Internationaler Bund, AWO – im Kita-Portal könnt ihr euch die verschiedenen Träger anzeigen lassen – Link) und die Stadt („kommunale Trägerschaft“). In Leipzig werden die meisten Kitas von freien Trägern betrieben (ca. 75%). Außerdem gibt es Kitas privater Unternehmen (z.B. die Outlaw GmbH oder die Rahn Dittrich Group). Diese sind keine privaten Kitas im eigentlichen Sinne (!), d.h. ihr bezahlt keine privaten Elternbeiträge – und werden deshalb eher zu den freien Trägern gezählt. Daneben gibt es aktuell fünf private Kindertagesstätten (> Liste privater Kitas als PDF) Die meisten Träger betreiben mehrere Kitas in Leipzig. Auf ihren jeweiligen Webseiten bieten sie häufig eine Übersicht ihrer Kitas an.

Kita-Kosten Leipzig: 4 Stunden tägliche Krippen- oder Tagespflegebetreuung für Kinder unter 3 Jahren kosten derzeit 93,40 Euro, für 8 Stunden kommt ihr auf 186,79 Euro pro Monat. (Dazu kommen die Kosten für das Essen sowie Kosten für Ausflüge!) Für den Kindergartenplatz (Kinder ab 3 Jahre) bezahlen Eltern momentan 56,23 Euro für 4 und 112,45 Euro für 8 Stunden täglich. Alleinerziehende bezahlen weniger, für Geschwisterkinder ebenfalls. (vgl. Tabelle Elternbeiträge)

Platzvergabe: In Leipzig gibt es keine zentrale Platzvergabe und insofern keine einheitliche Vergabepraxis. Eigentlich sind alle Kita-Betreiber von der Stadt angehalten, freie Plätze über das Portal zu vergeben. Seit dem Update des Portals im Juli 2015 scheint auch die Mehrzahl der Träger das Portal zu nutzen. Viele Plätze – insbesondere in der Krippe – werden direkt intern in den Kitas an Geschwisterkinder vergeben. Viele Kitas nehmen außerdem Bewerbungen direkt an. Einige haben dafür entsprechende Vordrucke, andere nehmen Bewerbungen an bestimmten offenen Tagen entgegen, die nächsten wollen eine formlose E-Mail, ein Teil führt noch Wartelisten, wieder andere nehmen gar keine Bewerbungen an. Den Eltern bleibt nichts anderes übrig, als sich in ihren Wunscheinrichtungen danach zu erkundigen, wie sie die Anmeldung und  Aufnahme neuer Kinder abwickeln.

Ist die Stadt bzw. das Jugendamt zuständig für die Vergabe von Kitaplätzen? Klares jein. Die Stadt muss zwar per Gesetz dafür sorgen, dass ausreichend Betreuungsplätze vorhanden sind. Euer Recht auf einen Betreuungsplatz könnt ihr also schon gegenüber der Stadt geltend machen. ABER! Das Jugendamt kann nur die Plätze in seinen eigenen, sprich: ausschließlich in den städtischen Kitas vergeben! (Erinnerung: Über 75% aller Kitas in Leipzig wird von freien oder privaten Trägern betrieben, und damit nicht von der Stadt Leipzig! Die Stadt bzw. das Jugendamt kann über 3/4 aller Kita-Plätze gar nicht bestimmen!) Das ist sehr wichtig zu verstehen, da viele Eltern sich mit der Annahme bzw. Hoffnung an das Jugendamt wenden, dieses würde ihnen einen Kitaplatz beschaffen, wenn sie selbst keinen finden können. Das Jugendamt sieht sich nicht dafür zuständig, euch Kitaplätze zu beschaffen, mit Ausnahme von Plätzen in den Kitas, die es selbst betreibt! Nur in absoluten Notfällen – also etwa im Fall von Kindeswohlgefährdung oder bei richterlicher Anordnung im Zuge einer Klage – wird das Jugendamt ausnahmsweise bei freien Trägern direkt anfragen, ob es einen Platz für ein bestimmtes Kind gibt.

Hintergrund: Aus Sicht des Jugendamts – und das Gesetz stützt das – haben die Eltern das Recht, sich selbst einen Betreuungsplatz zu suchen („Wunsch- und Wahlrecht“), deshalb gibt es auch keine zentrale Vergabe von Plätzen. Daraus folgt, dass sich die Eltern selbstständig einen Betreuungsplatz suchen können bzw. müssen. Diese Regelung ist eigentlich durchaus sinnvoll. Denn so können Eltern sich für eine Kita, ein Konzept o.ä. entscheiden, was zu ihnen passt. Da es in Leipzig aber zu wenig Kitaplätze gibt und die Stadtteile unterschiedlich familienreich sind, kommt es dazu, dass Eltern derzeit froh sein müssen, wenn sie überhaupt irgendeinen Betreuungsplatz für ihre Kinder bekommen. Und das ist für die ganze Familie oft ein riesiger, kräftezehrender Akt. Weil wir an diesen Verhältnissen etwas ändern wollen, haben wir unsere Initiative gegründet. (> Was wir fordern > Wie unterstützen?)

Der normale Weg zum Kitaplatz in Leipzig:

  • Ihr meldet dem Jugendamt  – sechs Monate vor gewünschtem Betreuungsbeginn – euren Betreuungsbedarf ab Datum xx.xx.xxxx. Daraufhin wird das Amt euch per Post eine Referenznummer zuschicken.
  • Falls ihr erst nach Leipzig zieht: Auf der Website www.meinkitaplatz-leipzig.de gibt es ganz unten recht einen Download-Bereich. Dort müsst ihr den Ticketantrag herunterladen, ausfüllen und mit Kopie der Geburtsurkunde und Personalausweis per Post oder Mail zusenden. Dann bekommt man die Referenznummern zugesendet.
  • Ihr informiert euch, welche Kindertagesstätten es in Leipzig gibt (z.B. hier) und entscheidet euch, welche Kitas für euch in Frage kämen.
  • Ihr ruft in euren favorisierten Kitas an und erkundigt euch, wie ihr euer Kind anmelden könnt und wann und wie neue Plätze vergeben werden. (Notiert euch die Information gegebenenfalls in einer Liste.)
  • Im Kita-Portal könnt ihr, sobald ihr eure Referenznummer per Post erhalten habt, fünf Wunscheinrichtungen eingeben.
  • Euren Wunsch-Kitas wird euer Interesse nun (theoretisch) angezeigt. Wenn die Anfrage von den Kitas bearbeitet wird, verändert sich der Status eurer Wunsch-Angabe. (Darüber werdet ihr per Mail informiert!)

    Option A) Die Kita entscheidet, euer Kind aufzunehmen. Ihr vereinbart einen Termin. Zur Vertragsunterzeichnung benötigt ihr eure Referenznummer.

    Option B) Die Kita kann euer Kind nicht aufnehmen. Ihr bekommt eine Ablehnung. Die Kita ist nun für euch gesperrt, ihr könnt euch dort nicht wieder anmelden! Ihr löscht den Wunsch und nehmt eine neue Kita in die Wunschliste auf.

Insider-Tipp: Wann haben die Kitas Plätze? Die meisten Kitaplätze werden zum Beginn des Schuljahres, also jeweils zum 01.09. eines Jahres frei. Die Eingewöhnungszeiten laufen meist im Zeitraum August bis Oktober. Gebt ihr den gewünschten Betreuungsbeginn in diesem Zeitraum an, habt ihr bessere Chancen, einen Platz zu bekommen. Die meisten Kita-Leiter_innen stellen erfahrungsgemäß etwa ein halbes Jahr im Voraus (Januar / Februar / März) die neuen Gruppen zusammen. Die größte Chance auf einen Kita-Platz habt ihr wahrscheinlich, wenn ihr euch bis Dezember des Jahres, bevor das Kind einen Platz braucht bei den Kitas meldet und die Betreuung für euer Kind ab August / September / Oktober starten soll. Im Idealfall stellt ihr im Sommer/Herbst des Jahres bevor (!) ihr euer Kind in einer Kita betreuen lassen wollt eine Liste mit den für euch relevanten Kitas zusammen. Dann kontaktiert ihr bis Dezember vor dem Jahr bzw. Januar des Jahres, in dem die Betreuung eures Kindes starten soll eure favorisierten Kitas und gebt, wenn es irgendwie geht, als gewünschten Betreuungsbeginn den 01.09. / 01.10. an (01.11. könnte auch noch gut klappen).

Hilfe! Alle Kitas sind voll! Und jetzt?

Nach wie vor gibt es – vor allem um U3-Bereich – einen Mangel an Betreuungsplätzen in Leipzig, deshalb kann es sein, dass ihr für eure Kinder so schnell keinen Platz findet.

Außerdem werdet ihr vielleicht feststellen (oder bereits festgestellt haben), dass die Kitas die Anmeldung bzw. Bewerbung sehr unterschiedlich handhaben. Nicht alle Kitas regeln die Vergabe über das Kita-Portal!

Wichtig 1: Dokumentiert von Anfang ALLES, was ihr in der Sache tut!

Wichtig 2: Habt Geduld! Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass man die Betreuung des Kindes nach der Elternzeit am liebsten schon im Wochenbett in Sack und Tüten haben möchte. Solange der Mangel in Leipzig allgemein und in bestimmten Wohngebieten insbesondere anhält, bleibt das aber ein Wunsch. Stellt euch darauf ein, dass ihr womöglich erst 2 Monate vor gewünschtem Betreuungsbeginn eine Zusage für einen Platz habt! Je näher der Termin rückt, desto wahrscheinlich wird es – erfahrungsgemäß -, dass ihr einen Platz findet. Denn erst 6-8 Wochen vor gewünschtem Betreuungsbeginn geltet ihr beim Jugendamt als dringlicher Bedarf.

„Im Kita-Portal wird nie ein freier Kita-Platz angezeigt! Und wenn doch, war es ein Fehler!“

Das Kita-Portal ist -nicht vorrangig als Platzvergabe-Portal geplant gewesen, sondern ursprünglich als Verwaltungstool, mit dem die Stadt den Bedarf besser handeln wollte. Die Möglichkeit, der PlatzRESERVIERUNG durch Eltern ist so gesehen nur ein Abfallprodukt und deshalb ziemlich unausgereift. Die Kitas, die Plätze über das Portal vergeben, stellen einzelne Plätze irgendwann ein. Es gibt keine einheitlichen Zeitpunkte! Das nächste große Problem ist: Selbst wenn ihr ausnahmsweise einen freien Platz angezeigt bekommt, handelt es sich dabei lediglich um eine RESERVIERUNG (!) eines frei gewordenen Platzes. Eine Platz-Reservierung im Kita-Portal muss nicht zwangsläufig zu einem Vertrag führen! Häufig stellt sich dann bei der Kontaktaufnahme mit der Kita nämlich heraus, dass der Platz tatsächlich gar nicht frei ist. Das liegt daran, dass die Kita-Leiter_innen Verträge im System hinterlegen und endende Verträge z.T. automatisch als freie Plätze angezeigt werden. Beispiel: Luise Müllers Krippenvertrag endet z.B. am 31.08.2015. Das hat die Leiterin so eingetragen. Dann wird ab 01.09.2015 ein freier Krippenplatz angezeigt, der aber vielleicht tatsächlich gar nicht zu vergeben ist. Tatsächlich ist es auch so, dass oft mehrere Plätze in Schwüngen um 0:00 verfügbar sind. Wenn die Leiterin angegeben hat: Ab 01.09. zehn Plätze, werden diese genau um Mitternacht eingestellt.

Aktuell würden wir grundsätzlich empfehlen:

  1. Gebt fünf Wunscheinrichtungen im Portal an.
  2. Fragt bei weiteren Kitas nach, ob sie tatsächlich Plätze über das Portal vergeben oder Anmeldungen auch anders angenommen werden.
  3. Wartet bis 6-8 Wochen vor gewünschtem Betreuungsbeginn – vielleicht ergibt sich bis dahin noch ein Platz! -, geht dann zum Jugendamt (Rathaus Wahren) und macht Druck.

Was könnt ihr noch tun?

Fragt auch bei Kitas etwas außerhalb von Leipzig / im Leipziger Land an, wenn ihr die Wege bewältigen könnt! Dort sind manchmal noch eher Plätze verfügbar.

Kontaktiert kürzlich eröffnete Kitas bzw. Kita-Träger von Kitas, die noch im Bau sind bzw. kurz vor der Fertigstellung stehen (Kita-Eröffnungen 2015 / geplante Kitas). Fragt an, wie und/oder ab wann die Plätze für die noch nicht fertiggestellten Kitas vergeben werden. Risiko hier: Häufig verzögern sich Eröffnungen. Das müsst ihr mit einplanen.

Tagespflege 

Tagesmütter und -väter können eine tolle Alternative zur Kita für Kinder bis zum 3. Geburtstag sein, wenn man jemanden passendes findet (Infos und Argumente zum Thema „Wie finde ich eine passende Tagesmutter / einen passenden Tagesvater“ haben wir hier zusammengetragen). Kontaktiert die Träger der Tagespflege (alle Ansprechpartner haben wir hier für euch aufgelistet) und erkundigt euch nach freien Plätzen.

Tipp: Macht mit der Tagesmutter Leipzig / dem Tagesvater Leipzig einen Termin zum Kennenlernen aus und schaut euch die Person und Räumlichkeiten an. Vertraut eurem Gefühl und versucht, mit Eltern in Ruhe zu sprechen, die ihre Kinder dort aktuell betreuen lassen.

Hinweis: Verlasst euch bitte nicht darauf, dass ihr einen Kita-Platz für euer Kind einfacher findet, wenn es 3 Jahre alt geworden ist und von der Tagespflege in die Kita wechseln soll. Am besten kontaktiert ihr den Träger eurer Tagespflege diesbezüglich. Die sind eigentlich angehalten, die Kinder ihrer Tageseltern in ihre Kitas zu vermitteln.

private Kita

Wenn ihr es euch leisten könnt, fragt in privaten Kitas nach freien Plätzen. Leipzig hat derzeit fünf private Kitas, die aber inzwischen wohl auch schon recht voll sind. (Meldet euch, dann lassen wir euch gern die Liste zukommen.)

Hinweis: Die Mehrkosten – die Differenz zu dem, was Eltern für „normale“ Kitaplätze zahlen – könnt ihr euch theoretisch von der Stadt erstatten lassen. Dafür müsst ihr aber über den Rechtsweg gehen. Ihr müsst dann nachweisen, dass ihr euch selbst um Plätze bemüht habt, dass ihr den Bedarf rechtzeitig beim Jugendamt gemeldet habt und dass die Stadt keinen Platz bereitstellen kann. (Das dürfte im Moment eher schwierig sein, weil die Stadt bei Androhung einer Klage bisher noch immer irgendeinen Platz aus dem Hut gezaubert hat.) Ihr müsstet die Mehrkosten zunächst vorfinanzieren, die Stadt erstattet erst nach erfolgreicher Klage.

Jugendamt kontaktieren

Wenn ihr 6-8 Wochen bevor die Betreuung eigentlich starten soll noch immer keinen Platz gefunden habt, unterstützt das Jugendamt euch (mehr oder weniger) bei der Suche.

Jugendamt Leipzig
Abteilung Kindertagesstätten und Freizeiteinrichtungen
Rathaus Wahren
Georg-Schumann-Straße 357
04159 Leipzig

Telefon: 0341 / 123-4390

Telefonzeiten:
Montag: 9:00-12:00 Uhr und 13:00-15:00 Uhr
Dienstag: 9:00-12:00 Uhr und 13:00-18:00 Uhr
Mittwoch: 9:00-12:00 Uhr und 13:00-15:00 Uhr
Donnerstag: 9:00-12:00 Uhr und 13:00-16:00 Uhr
Freitag: 9:00-12:00 Uhr

Öffnungszeiten:
Dienstag: 9:00-12:00 Uhr 13:00-18:00 Uhr
Donnerstag: 9:00-12:00 Uhr 13:00-16:00 Uhr

Wichtig! Kommuniziert beim Jugendamt ganz klar euer Anliegen: „Wir brauchen einen Betreuungsplatz für unser Kind, geboren am xx.xx.20xx, und zwar frühestens ab xx.xx., spätestens ab xx.xx., da ich am xx.xx. wieder zu arbeiten / studieren / Ausbildung beginne. Die Bedarfsanmeldung liegt vor, Kitas haben wir kontaktiert, einen Platz konnten wir nicht finden, der Arbeitsbeginn kann nicht verschoben werden.

Bleibt bei der Aussage, dass ihr einen Platz ab Termin xy braucht und die Betreuung nicht anders organisieren könnt! Das „aktive Unterstützen“ seitens des Jugendamts sieht in der Regel so aus, dass sie versuchen mit euch Möglichkeiten der Alternativbetreuung oder anderen Regelung zu finden. Wenn ihr dann sagt „Ach, eigentlich kann ich auch 2 Monate später arbeiten.“, dann rückt ihr in der Liste einfach wieder nach hinten. Je näher euer Stichtag (= notwendiger Betreuungsbeginn) rückt, desto weiter rückt ihr auf der Dringlichkeitsliste des Amts nach vorn. Das heißt: FALLS kurzfristig (in einer städtischen Kita!) ein Platz frei werden sollte oder ein Neubau fertig wird, könnte es passieren, dass ihr diesen dann tatsächlich bekommt.

Hinweise zur Unterstützung durch das Jugendamt: Entgegen der Meinung vieler Eltern meint das Jugendamt mit „Unterstützung bei der Betreuungsplatzsuche 6-8 Wochen vor Betreuungsbeginn“ nicht, dass das Amt euch einen Betreuungsplatz sucht! (siehe oben – das Jugendamt hat nur Zugriff auf die Plätze in städtischen Kitas, nicht aber auf Plätze in den Kitas freier Träger) Die Unterstützung sieht tatsächlich eher so aus, dass das Jugendamt euch fragt, ob ihr die Betreuung nicht doch anders regeln könnt, durch Familienangehörige oder Verschieben des Arbeitsbeginns zum Beispiel. Für die Eltern ist das alles andere als zufriedenstellend, aber es ist hilfreich zu wissen, dass das Jugendamt seine Unterstützerfunktion genau so (und nicht anders) versteht! Noch einmal: Das Jugendamt ist bezüglich der Vergabe von Kitaplätzen lediglich für die Vergabe in den kommunalen Kitas zuständig. Und die sind – wie alle anderen auch – meist komplett voll. Diese Info werden sie euch so auch geben.  Das Jugendamt startet i.d.R. nur dann eine Anfrage nach einem Betreuungsplatz bei den Kitas von sich aus, wenn es sich um einen Notfall – im Sinne einer Kindeswohlgefährdung – handelt oder wenn per Anwalt ein Gerichtsverfahren angedroht wird. Dann allerdings wird den Eltern oft ein Platz am Stadtrand angeboten. Im Endeffekt sieht es das Amt so: Wenn die Betreuung so dringend ist, dass das ihr nicht warten könnt bis ihr den Platz in eurer Wunsch-Kita bekommt, dann müsst ihr euch halt mit irgendeinem Platz zufrieden geben.

Beim Familieninfobüro anfragen

Auch das Familieninfobüro bietet Beratung an und ist weniger überlastet:

Familieninfobüro
Stadthaus
Burgplatz 1
04109 Leipzig

E-Mail: fib@leipzig.de

Telefon: 0341 123-2598

Öffnungszeiten:
Montag: 09:00-13:00 Uhr
Dienstag: 9:00-18:00 Uhr
Mittwoch: 9:00-13:00 Uhr
Donnerstag: 13:00-18:00 Uhr
Freitag: 09:00-12:00 Uhr

Einen Betreuungsplatz können aber die euch nicht besorgen.

Dem Jugendamt die Dringlichkeit verdeutlichen

Teilt dem Jugendamt schriftlich mit, dass ihr euch gezwungen seht, die Stadt zu verklagen, da ihr weder durch eigene Bemühungen noch über das Jugendamt einen Platz für euer Kind finden könnt und nach wie vor dringend einen braucht bzw. euren Arbeitsbeginn verschieben müsst oder schon musstet. Besonders überzeugend ist das, wenn schon dieses  Schreiben von einem Anwalt kommt. Die Androhung einer Klage hat oft schon ausgereicht, um kurzfristig einen Platz zugewiesen zu bekommen.

Problem hierbei: Der Platz kann dann aber auch bis zu einer halben Stunde weg von eurem Wohnort sein, denn eine halbe Stunde wird in der Regel als zumutbar angesehen. Ihr könnt Glück haben und einen bekommen, der euch passt. Im Endeffekt hat das Jugendamt darauf aber wenig Einfluss, wer sich meldet. Wenn ihr über einen Dringlichkeitsantrag einen Platz angeboten bekommt, müsst ihr nehmen, was ihr kriegt. Ihr könnt dann zwar auch Widerspruch einlegen, der muss aber begründet sein, weil etwa der Anfahrtsweg zu lang und von daher nicht zumutbar ist.

Den Rechtsweg einschlagen

Ihr habt das Recht auf einen Betreuungsplatz! Falls die Androhung des Rechtswegs nicht ausreicht, könnt und solltet ihr diesen gehen. (> Hinweise dazu von Rechtsanwalt Dirk Feiertag findet ihr hier: https://leipziger-kita-initiative.com/rechtsanspruch-kitaplatz) Es geht dabei einerseits um die Kosten, die euch entstehen, weil ihr keine Betreuung für die Kinder habt (etwa Lohnausfall, Kosten für private Betreuung o.ä. Wichtig: Dafür müsste ihr alle Ausgaben und Mühen belegen können. (Also noch einmal: Dokumentiert von Anfang ALLES, was ihr in der Sache tut!) Wenn ihr eine Rechtsschutzversicherung habt, könnt ihr euch einfach einen Anwalt nehmen. Falls nicht, müsste der Anwalt erst einmal von euch bezahlt werden. Die Aussichten auf Erfolg sind aber derzeit sehr gut.

Update 02.02.2015: Drei Leipziger Eltern haben erfolgreich Schadensersatz durch Verdienstausfall gegen die Stadt eingeklagt! (Quelle u.a.: mdr.de, LinkBefragte “Experten” schilderten daraufhin den Eindruck, es sei nach dem Präzedenzfall keine Klagewelle zu erwarten, da es sich um bedauerliche Einzelfälle handeln würde (Quelle: mdr.de 03.02.2015, Link). Das sehen wir anders! Bei 2000-4000 fehlenden Plätzen kann nicht von Einzelfällen die Rede sein! Wenn es nicht zu Klagefluten kommt, dann liegt das wohl eher daran, dass Eltern sich nicht trauen, die Stadt zu verklagen. Viele Eltern scheuen die Konfrontation oder hohe Kosten im Falle des Verlierens oder sie wissen gar nicht, wie sie das mit dem Klagen eigentlich anstellen sollen… Drei Leipziger Familien haben nun bewiesen, dass es sich lohnt, auf das Recht auf Kinderbetreuung zu bestehen! Also bitte: Wenn ihr nach der Elternzeit später als ursprünglich geplant wieder zurück in den Job könnt, weil ihr keinen annehmbaren Betreuungsplatz für euer Kind bekommen habt, dann scheut euch nicht, den euch entstandenen Schaden bei der Stadt einzuklagen! Es fehlen 4000 Plätze in Leipzig! Seit dem 01.08.2013 haben eure Kinder das Recht auf Frühförderung in einer Kita! Ihr habt das Recht, euren Beruf auszuüben oder eurer Ausbildung nachzugehen! Nutzt das und zeigt damit der Stadt, dass ihr euch den lapidaren Umgang mit den Bedürfnissen der Leipziger Familien nicht gefallen lasst! Das erzeugt Druck und führt vielleicht endlich dazu, dass sich an der desolaten Kita-Situation nachhaltig etwas ändert.

stundenweise Betreuung

Wiesenknopf bietet stundenweise Betreuung durch Babysitter (ca. 9 Euro / Stunde) und Rabatte ab einer bestimmten Anzahl pro Wochenstunden. (http://www.wiesenknopf-leipzig.de/)

NOCH EIN PAAR TIPPS:

Wir empfehlen dringend, dass ihr all eure Bemühungen genau dokumentiert, z.B. indem ihr Excel-Tabelle anlegt und eintragt, wann ihr mit wem – Kita oder Jugendamt – telefoniert/gemailt/gesprochen habt und was genau euch von wem mitgeteilt wurde. Das könnte euch im eventuellen gerichtlichen Verfahren helfen, falls es so weit kommt. Und es hilft euch dabei, den Überblick zu behalten, welche Kita die Anmeldung wie handhabt.

Lasst nicht locker! Es passiert nicht oft, aber ab und zu springen bereits angemeldete Eltern wieder ab (Wegzug, doppelte Verträge, Eingewöhnung nicht geklappt, Unzufriedenheit, …). Wenn ihr zufällig zur richtigen Zeit in der richtigen Kita anfragt, könnt ihr Glück haben.

Verzichtet auf aufwendige Bewerbungsmappen, „Bestechungsversuche“ oder, oder, oder… Die Kita-Leiterinnen sind damit meist überfordert und halten sich an „ganz normale“ Anmeldungen. Geht auch nicht einfach bei den Kitas vorbei. Die LeiterInnen werden darauf eher genervt reagieren, denn in ihrem Kita-Alltag haben sie ja eigentlich andere Dinge zu tun. Versucht lieber, telefonisch jemanden zu erreichen oder per E-Mail.

ZUM SCHLUSS:

Abonniert unseren Newsletter (auf der Seite rechts!) ein, dann verpasst ihr keine Neuigkeiten – auch über neu gebaute Kitas und freie Plätze.

Wir sind übrigens Eltern, die inzwischen schon lange Kita-Plätze für ihre Kinder haben. Wir setzen uns trotzdem – ehrenamtlich – für eine Verbesserung der Kinderbetreuungssituation in Leipzig ein. Wir organisieren Demos, reden, diskutieren und/oder verhandeln mit Stadt und dem Jugendamt und beraten suchende Eltern – wie euch – per E-Mail oder bei unseren Treffen. Vielleicht habt ihr Lust, etwas Gutes zu tun und uns bei unserer Arbeit zu unterstützen? Wir können jede Hilfe brauchen! Im Moment gibt es viel zu wenig Hände für zu viel Arbeit…

Wir veranstalten regelmäßig Treffen, bei denen sich suchende, verzweifelte, genervte Eltern miteinander austauschen können.

Wenn ihr Probleme, Fragen, Anregungen, Lust auf Ehrenamt habt, schreibt uns eine Mail an leipziger.kitainitiative@gmail.com. Vielleicht können wir euch helfen.

4 Antworten zu “Kita-Platz? Wo? Wie?

  1. Pingback: Leipziger Kita-News April 2013 | Die Leipziger Kita-Initiative

  2. Pingback: Erfolgreiche Kita-Klage: 15.000 Euro auf den heißen Stein | Die Leipziger Kita-Initiative

  3. Hallo, heute ist mir etwas aufgefallen beim Anlegen des Kindes/Betreuungsbedarf anmelden auf http://www.meinkitaplatz-leipzig.de.
    Das Kind muss nach Anlegen erste freigeschaltet werden, bei mir ging das nicht (8 Wochen gewartet). Heute habe ich durch Zufall mal die Angabe der Eltern bei dem Kind getauscht und voila, das Kind ist freigeschaltet. Sollte es also bei jemandem auch ewig dauern, bis das Kind zur Bedarfsanmeldung freigeschaltet ist, einfach mal die Angaben beim 1. und 2. Sorgeberechtigen tauschen.

  4. „Option B) Die Kita kann euer Kind nicht aufnehmen. Ihr bekommt eine Ablehnung. Die Kita ist nun für euch gesperrt, ihr könnt euch dort nicht wieder anmelden! Ihr löscht den Wunsch und nehmt eine neue Kita in die Wunschliste auf.“

    Das scheint mir falsch zu sein? Bei einer Absage lässt sich der Eintrag nicht mehr bearbeiten, geschweige denn löschen noch neu vergeben.

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