Der steinige Weg zum Kitaplatz in Leipzig: Die richtigen Zeitpunkte für Anmeldung und Betreuungsbeginn

Liebe Eltern und Kita-Interessierte,

da sich im Moment bei uns die Anfragen häufen, wollen wir mit euch unser Wissen bezüglich des Kita-Jahres teilen. Bis wann sollte man sich in den Einrichtungen bewerben? Wann werden die Plätze vergeben und frei? Und warum ist es so schwer, im späten Winter und Frühjahr, einen Betreuungsplatz zu bekommen? Außerdem wollen wir Probleme äußern, die nach wie vor im Kita-Bereich bestehen.

Bewerbung bis Dezember, Platzvergabe von Februar bis Mai

Kindertagesstätten in Leipzig nehmen nach unseren Kenntnissen i.d.R neue Kinder häufig im Zeitraum Juni bis Januar auf, wobei der Kernzeitraum August bis November ist. Hintergrund ist der, dass jedes Jahr im August/September normalerweise ein Schwung Kinder die Einrichtung verlässt, da sie in die Schule wechseln. So werden zu diesem Zeitpunkt auf einen Schlag einige Plätze frei. Mal mehrere, mal weniger davon werden direkt mit Geschwisterkindern besetzt, der Rest kann dann nach außen vergeben werden. Oft sind das aber pro Einrichtung nur 3-5 Plätze und die Bewerbungen auf diese wenigen sehr viel mehr. Das ist das Dilemma der Kita-Leiter*innen. Gerade in beliebten familienreichen Vierteln ist die Überanfrage ein großes Problem, insbesondere im Krippenbereich, also bei Kindern unter 3 Jahren. Die Vergabe legen die Leiter*innen unseren Informationen zufolge meist in den Zeitraum Februar bis Mai eines Jahres. Sprich: Eure Bewerbung sollte also bis Dezember des Jahres, bevor das Kind einen Platz braucht, indem die Betreuung starten soll, in der Kita sein.

Probleme für Winter- und Frühlingskinder

Das führt zu einigen, seit langem bekannten Problemen. So haben Familien, die einen Betreuungsbeginn für Zeiträume außerhalb der Kernzeit August bis November liegen, etwa weil das Kind dann 1, 2 oder 3 Jahre alt wird, sehr häufig Probleme, einen Platz zum benötigten Zeitraum zu bekommen. Nicht wenige greifen ihre Arbeitstätigkeit deshalb später auf als eigentlich geplant. Drei Leipziger Familien haben deshalb ihre Lohnausfälle bei der Stadt eingeklagt.

Keine nahtlose Kinderbetreuung bei Umzug nach Leipzig

Auch für Zuzügler*innen stellt diese Praxis ein Problem dar. Wer spontan, beispielsweise aufgrund einer neuen Arbeitsstelle nach Leipzig zieht, vor allem in den Monaten Februar bis Mai/Juni, hat kaum Chancen, nahtlos einen Betreuungsplatz zu finden. Ein kleiner Lichtblick sind Einrichtungen, die gerade neu eröffnen. Informationen hierzu findet ihr auf der Seite der Stadt Leipzig: http://www.leipzig.de/jugend-familie-und-soziales/kinderbetreuung/kindertagesstaetten/kitaneubauten/. Wichtige Informationen für Zuzügler*innen außerdem: Um auf dem Leipziger Kita-Portal www.meinkitaplatz-leipzig.de, bei der Stadt offiziell seinen Betreuungswunsch mit gewünschtem Starttermin und Einrichtung angeben und einen Betreuungsvertrag unterschreiben zu können, benötigt es in Leipzig eine Referenznummer vom Jugendamt. Auf der Seite findet ihr ganz unten rechts einen Download-Bereich. Dort könnt ihr den so genannten „Ticketantrag“ herunterladen, ausfüllen und mit Kopie der Geburtsurkunde und Personalausweis per Post oder Mail an die angegebene Adresse senden.  Dann bekommt ihr eine Referenznummer zugesendet.

EDIT: Eine Leipziger Mutter hat uns bzgl. der von uns angenommenen „Sperre“ darauf hingewiesen, dass man im Kita-Portal die Anschlussbetreuung im Account für das jeweilige Kind aktivieren und dann normal bis zu 5 Wunschkitas angeben kann – nur die Kitas, von denen man bereits eine Absage bekommen hat, sind nach wie vor gesperrt. Die Familie suche eine Anschlussbetreuung nach der Tagespflege ab Januar 2018 und habe den Anschlussbedarf für einen Kita-Platz bereits im November 2016 erfolgreich im Kitaportal über ihren Account aktiviert und auch schon mit ersten Kitas telefoniert. Diese hätten die Anmeldung über das Portal  auch bekommen und es wurde ein weiteres Telefonat im März ausgemacht, da dann die konkreten Planungen erfolgen. Die Mutter empfiehlt in jedem Fall eine persönliche Kontaktaufnahme nach der „offiziellen“ Anmeldung über das Portal.

Wir suchen für Januar 2018 einen Kitaplatz, bis dahin ist unser Sohn bei der Tagesmutti. Ich habe den Anschlussbedarf bereits im November 2016 erfolgreich im Kitaportal über unseren Account aktiviert und auch schon mit den ersten Kitas telefoniert. Die haben die Anmeldung über das Portal  auch bekommen und wir haben ein weiteres Telefonat im März ausgemacht, da dann die konkreten Planungen erfolgen. Eine evtl. frühere Aufnahme im Herbst müssen wir individuell absprechen, da sind die Kitas sehr unterschiedlich. Ich denke, eine persönliche Kontaktaufnahme nach der „offiziellen“ Anmeldung über das Portal ist weiterhin notwendig.

Problematischer Wechsel von der Tagespflege zur Kita 

Auch Kinder, die bis zum 3. Geburtstag bei Tageseltern betreut werden, haben nach wie vor Probleme, eine Anschlussbetreuung zu finden. Die Stadt verweist hier darauf, dass die Eltern den jeweiligen Träger der Tagespflege rechtzeitig ansprechen sollen, ob ein Kitaplatz in einer der Einrichtungen des Trägers für das Tagespflegekind vorgehalten werden kann. (Anmerkung: Tageseltern arbeiten in den allermeisten Fällen unter einem der großen Träger, die auch Kitas betreiben.) In der Praxis scheint dies häufig nicht zu funktionieren und die Eltern suchen doch wieder auf eigene Faust nach einem Ü3-Platz. Hierbei ergibt sich das Problem, dass durch den bestehenden Betreuungsvertrag mit der Tagespflege das Kind als versorgt gilt und die Referenznummer bis zum Tag des Vertragsendes blockiert ist. So kann diese Familie die Nummer weder nutzen, um im Kita-Portal Wunscheinrichtungen anzugeben, noch um einen Vertrag in einer Kita zu unterschreiben. Eine Lösung scheint es hierfür momentan nicht zu geben, sodass es in vielen Familien zu einer Betreuungsplatzlücke zwischen Tagespflege und Kita zu kommen scheint.

Keine Bearbeitung der Anfragen über das Kita-Portal

Mit dem Kita-Portal sind viele Eltern offenbar auch nach Einführung der Möglichkeit der Angabe von Wunscheinrichtungen unzufrieden, da die Kitas die Anfragen über das Portal wohl mehrheitlich nicht bearbeiten. Dieser Zustand ist natürlich äußerst unbefriedigend und Eltern sind immernoch gezwungen, alle Einrichtungen abzutelefonieren, überall einzeln das Anmeldeprozedere zu erfragen, sich in vielen Kitas zu bewerben und bis kurz vor dem 1. Arbeitstag zu bangen. Der Zustand ist nach wie vor für die Familien schwierig und es ist auch für uns nicht ersichtlich, inwiefern seitens der Stadt bzgl. der Platzvergabe noch an Verbesserungen gearbeitet wird. Grundsätzlich liegt das „Problem“ in Leipzig auch darin, dass der überwiegende Teil der Kindertagesstätten unter freien Trägern wie der Diakonie, dem Kinderschutzbund oder dem Fairbund e.V. läuft. Die Stadt selbst betreibt nur wenige Kitas und kann deshalb auch nur über eine begrenzte Anzahl Betreuungsplätze selbst verfügen. Auf die Plätze in den Kitas der freien Träger kann die Stadt nicht zugreifen, nicht über sie verfügen! Und sie kann die Träger nicht zwingen, das Portal zur Verwaltung und Vergabe zu nutzen. Die Träger wiederum wollen ihre Autonomie bei der Platzvergabe aus Planungsgründen gewahrt wissen. Häufig haben die Kita-Leiter*innen über die Jahre andere Taktiken und eingeschliffene Verfahren entwickelt, ihre wenigen Plätze zu vergeben und sehen das Portal offenbar eher als Belastung, denn als Bereicherung.

Zu wenig Plätze im Krippenbereich

Im Bereich der unter 3-Jährigen gibt es trotz aller Ausbaubemühungen noch immer nicht ausreichend Plätze.

Betreuungsschlüssel-Dilemma 

Der Betreuungsschlüssel in Sachsens Kitas ist nach wie vor einer der schlechtesten in Deutschland. Auch die marginalen Änderungen auf Landesebene haben hier nicht wirklich zur Entspannung beigetragen, wie die Initiative „Weil Kinder Zeit brauchen“ im Oktober berichtet hat. Wichtig zu verstehen ist, 1. dass die Festlegung und Verbesserung der Personalschlüssel in Sachsens Kitas auf Sachsenebene geschehen muss. Die Stadt kann diesen Aspekt also nicht einfach ohne Weiteres  ändern, da sie auf die Betriebskostenzuschüsse von Seiten des Landes angewiesen ist und diese wohl nur entsprechend des Mindestschlüssels gezahlt werden. 2. bedeutet der Betreuungsschlüssel von 1 zu 5 im Krippen- und 1 zu 12 im Ü3-Bereich nicht, dass eine pädagogische Fachkraft maximal 5 bzw. 12 Kinder betreut. Es handelt sich hierbei um eine Berechnung. I.d.R. sind in Sachsens Kitas eher Gruppengrößen von 15 bis 18 Kindern im Ü3-Bereich normal – und das entspricht auch dem Schlüssel. (Mehr Informationen dazu hier.)

Was tun?

Was kann und muss getan werden, damit sich diese Missstände ändern? Wir versuchen seit 2012, den Finger in Wunden zu legen und auf Probleme aufmerksam zu machen. Wir sind mit Stadt und Jugendamt in den Dialog getreten, haben demonstriert, teilen Informationen, klären auf und beraten. Aber uns fehlen die Mitstreiter*innen, sodass die politische Seite unserer Arbeit aktuell zu kurz kommt. Wer mit uns etwas verändern will und die oben genannten Missstände aktiv angehen möchte, der melde sich unter: leipziger.kitainitiative@gmail.com. Wir können im Dialog mit den Verantwortlichen durchaus etwas erreichen! Wir können Stadträte ansprechen und bitten, die Themen auf die Agenda zu setzen! Wir können erfragen, wie Arbeitsstände aussehen, ob die Missstände noch bearbeitet werden usw.

Auf Sachsenebene ist das schon schwieriger. Hier arbeiten wir zum Beispiel mit http://www.weil-kinder-zeit-brauchen.de zusammen und versuchen, Kräfte von Bürgerinitaitiven zu bündeln, um Veränderungen anzustoßen. Auch die GEW ist ein guter Partner.

Nichtsdestotrotz scheint es gerade ruhig zu werden, um das Thema Kita. Die Wahlkämpfe sind vorbei, minimale Veränderungen wurden getan. Der Ausbau in Leipzig läuft, das Kita-Portal wurde relauncht. Der Leiter des Jugendamts ist nun schon einige Jahre im Dienst, ebenso wie der Sozialbürgermeister. Alle scheinen sich etwas zur Ruhe gesetzt zu haben. Die oben stehenden Probleme zeigen, dass das der nach wie vor problematischen Realität nicht angemessen ist.

Verbesserter Betreuungschlüssel? Pro Tag nur 3 Min. mehr individuelle Betreuungszeit!

Vertreterinnen der sachsenweiten Initiative „Weil Kinder Zeit brauchen“ zur Verbesserung des Personalschlüssels in sächsischen Kitas trafen sich Ende September mit einem Bornaer CDU- und Landtagsmitglied und sprachen mit ihm über den neuen Betreuungsschlüssel von 1:12, der in Sachsen für Erzieher_innen im Kindergartenbereich seit dem 01.09.2016 gilt.

Was bedeutet das? Welche Auswirkungen hat der neue Schlüssel für die Kinderbetreuung in der Kita?

Ausgehend von den angemeldeten Kindergartenkindern in den Kitas der Volkssolidarität Kreisverband Borna e.V. hatten unsere Vertreter die zeitlichen Auswirkungen pro Kind und das insgesamte „Mehr“ an Betreuungspersonal gegenüber dem alten Personalschlüssel errechnet. Ergebnis: pro Tag hat ein 9-Stunden-Kindergartenkind 3 min und 4,8 sek mehr individuelle Betreuungszeit als im September 2014.

Das heißt, der neue Betreuungsschlüssel bringt weder Erziehern noch Kindern mehr Qualität und Quantität in der pädagogischen Arbeit. In keiner unserer Kitas konnte mehr Personal zur Entlastung der pädagogischen Fachkräfte eingestellt werden. 

Hier offenbart sich die ganze Absurdität der „schrittweisen Verbesserung“ des Personalschlüssels! Der Gesprächspartner verweist zum einen auf den „finanziellen Kraftakt“, den Sachsen für die Verbesserung des Schlüssels aufzubringen habe sowie auf die SPD, die diese Schlüsselverbesserung 2014 zur Bedingung für eine Koalition gemacht hatte und auf die Kommunen, wie auch die CDU es bereits in unseren Interviews zur Kita-Krise 2013 getan hatte,  denn es stünde Kommunen und Kitas schließlich frei, mehr Personal einzustellen, das sächsische Kita-Gesetz gebe lediglich Mindestanforderungen vor.

Außerdem wird einmal mehr ignoriert, dass sowohl Kommunen als auch Träger, geschweige denn einzelne Kitas allein dies einfach und frei umsetzen können. Kommunen finanzieren Personal lediglich entsprechend der Mindestforderungen des Kita-Gesetzes. Freie Träger arbeiten finanziell stets am Limit und sind chronisch unterfinanziert, was nicht zuletzt daran liegt, dass der Betriebskostenzuschuss des Landes Sachsen nicht entsprechend der tatsächlichen Steigerung angehoben wird. Es ist schlicht nicht möglich, einfach mehr Personal einzustellen, weil das Geld dafür fehlt.

Auch der Verweis auf die SPD, die immerhin auf die Verbesserung des Schlüssels bestanden habe und der Zusatz „Er sieht heute die Zweifel der CDU bestätigt. Nur schrittweise können wirksame Veränderungen im Kita-Bereich erzielt werden“ wirkt in dem Zusammenhang merkwürdig. Eine Verbesserung der Betreuungsschlüssel war Wahlkampfthema und die SPD hat im Zuge dessen versprochen, dass sich etwas ändert. Immerhin wurde das „heiße Eisen“ tatsächlich angetastet. Jedoch sind die Veränderungen ein Witz, wie die Berechnungen von „Weil Kinder Zeit brauchen“ deutlich zeigen. Wir sagen ganz klar: So kommen wir nicht weiter und diese Tippel-Tappel-Schritte sind zu klein, bei allem Verständnis für Finanzierungs-Kraftakte. (Wenn man sich indes genau anschaut, wofür in Sachsen durchaus Geld im Haushalt bereitgestellt wird, etwa 140.000 Euro für die Öffentlichkeitsarbeit des Wirtschaftsministeriums, relativiert sich diese Aussage durchaus ein wenig. Das stellt die Initiative „Die bessere Kita„plakativ auf ihrer Facebookseite dar.)

Eine Petition zur Verbesserung des Schlüssel wurde kürzlich wieder ins Leben gerufen: Open Petition: Bildung von Anfang an – Betreuungsschlüssel in Kitas verbessern. Die Vielzahl der Graswurzelinitiativen, die Berichte über die Zustände in den Kitas und nicht zuletzt auch das Engagement der Liga der freien Wohlfahrtpflege Sachsen zeigen, dass es sich beim Betreuungsschlüssel um ein Thema handelt, dass nicht durch den im Koalitionsvertrag beschlossenen Minimalkonsens zu den Akten gelegt werden darf! Sachsen ist im bundesweiten Vergleich nach wie vor im hinteren Bereich in Sachen Betreuungsqualität angesiedelt. Wir und andere Initiativen geben nicht auf, den Finger immer wieder in die Wunde zu legen!

Zum allgemeinen Verständnis des Personalschlüssels:

In § 12/1 des Sächsischen Kitagesetzes heißt es: „ Kindertageseinrichtungen müssen über eine ausreichende Anzahl pädagogischer Fachkräfte für die Leitung und die Arbeit mit den Kindern verfügen. Die Arbeit der Fachkräfte kann durch weitere geeignete Mitarbeiter sowie durch Eltern unterstützt werden.“ Und weiter in Abs. 2: „Es gelten in der Regel folgende Personalschlüssel: Kinderkrippe: eine vollbeschäftigte pädagogische Fachkraft für 5 Kinder, Kindergarten: eine vollbeschäftigte pädagogische Fachkraft für 12 Kinder“.

Wichtig für das Verständnis des Personalschlüssels ist: 

1. Der Betreuungsschlüssel ist keine Sache der Stadt/Gemeinde ist, in der ihr lebt und auch nicht des Trägers eurer Kita oder der Kita bzw. der Kita-Leitung! Festgesetzt wird dieser Schlüssel auf Landesebene, sprich: im sächsischen Landtag durch die regierenden Parteien. Ihr entscheidet also vor allem durch euren Wahlzettel, ob sich hieran etwas ändert. (Für deutlich bessere Schlüssel setzen sich nicht-konservative Parteien wie die Grünen, die Linke, die SPD oder auch die FDP seit jeher ein.)

2. Es handelt sich um einen Personalsschlüssel, nicht um einen Gruppenschlüssel. Ein Schlüssel von 1:12 bedeutet nicht, dass eine Erzieherin maximal 12 Kinder betreuen darf. Der entscheidende Punkt hierbei ist die Formulierung „eine vollbeschäftigte Fachkraft“. Das Problem: Viele Erzieherinnen und Erzieher haben lediglich Teilzeitstellen. Berechnet wird (vereinfach gesagt) die Gesamtanzahl der Kinder bzw. deren sehr unterschiedliche Betreuungsstunden durch die Gesamtanzahl der (theoretischen) Vollzeit (nach Gesamt-Arbeitsstunden) . In der Kernbetreuungszeit (meist zwischen 9 und 15 Uhr)  sind Gruppengrößen in Sachsen von 18 Kindern, die von einer Fachkraft betreut werden, durchaus normal und nach Aussage des Leipziger Jugendamts auch vollkommen im rechtlichen Rahmen. Hinzu kommen die Urlaubs- und Krankentage der Fachkräfte, die die Situation – gerade in den Herbst- und Wintermonaten – zusätzlich verschärfen! Bei einer zusätzlichen Betreuungszeit von 3 Minuten pro Kind und Fachkraft ändert sich hieran kaum etwas.

Neuigkeiten zur Kinderbetreuung in Leipzig (August 2016)

Liebe Eltern und Interessierte,

da die Stadt Leipzig am vergangenen Mittwoch die Kitaplatz-Bedarfsplanung für die kommenden Jahre veröffentlicht hat, gibt es in den letzten Tagen einige Neuigkeiten rund um das Thema Kita, die wir euch hiermit übermitteln:

http://www.leipzig.de/news/news/kita-bedarfsplanung-bedarf-an-betreuungsplaetzen-steigt-weiter-1/

  • Für 2016/17 werden schätzungsweise 4.332 Plätze mehr benötigt als 2015/16.
  • Es werden  850 Plätze für Kinder unter drei Jahren und 2.137 Plätze für Kindergartenkinder zusätzlich benötigt.
  • Die Stadt Leipzig rechnet für das Schuljahr 2016/17 insgesamt mit 32.427 Plätzen, die für Kinder bis zum Schuleintritt benötigt werden.

http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/15-neue-Kindertagesstaetten-sind-in-Leipzig-fuer-2017-geplant-weitere-31-Kitas-in-Arbeit

  • Momentan laufen 13 Baumaßnahmen, davon sieben Neubauten.
  • 2017 sollen insgesamt 15 zusätzliche Kitas entstehen (1831 Plätze).
  • 31 Baumaßnahmen sollen ab 2018 realisiert werden.
  • 2016 seien bereits 778 Plätze in acht neuen Kitas in Betrieb genommen worden, bis Jahresende sollen weitere 343 Plätze hinzukommen (insgesamt 1121 Plätze)
  • In diesem Jahr leben 22.402 Drei- bis Siebenjährige in Leipzig, 2025 sollen es dann 29.661 sein. Unter Dreijährige gibt es 12.807, in neun Jahren sollen es laut Prognose 15.822 sein.
  • Die Stadt geht von einer Bedarfsquote von 93,2 Prozent für Kinder ab drei Jahre bis zum Schuleintritt aus. Für die Ein- bis Dreijährigen sind es 82,9 Prozent. Einschließlich Hort stehen in Leipzig im nächsten Jahr insgesamt 50922 Plätze bereit, derzeit sind es etwa 46590.
  • Die Elternbeiträge werden im kommenden Jahr voraussichtlich erneut angehoben.

http://mephisto976.de/news/hoher-bedarf-kita-plaetzen-56928

  • Bis 2030 werden weitere 40 Kitas benötigt.
  • Ob der Bedarf an Personal gedeckt werden kann, ist nicht sicher. 

http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Kinderbetreuung-in-Leipzig-Bedarf-auf-mehr-als-50.000-Plaetze-gestiegen

  • Im Schuljahr 2016/2017 gibt es laut Kommune erstmals seit Jahren wieder einen Bedarf von mehr als 50.000 Plätzen.
  • Im vergangenen Jahr konnten 20 neue oder erweiterte Kindertagestätten eröffnet werden, bis zum Ende dieses Jahr sollen es noch zwölf zusätzliche sein. Für die Planungen bis zum Sommer 2017 stehen laut Stadtverwaltung dann noch acht weitere Neubauten auf dem Programm.

 

ACHTUNG! KURZFRISTIG FREIE KITA-PLÄTZE FÜR KINDER AB 3 JAHREN!

In der Kita in der Bästleinstraße 4 (Leipzig-Ost, Leipzig-Nordost, Sellerhausen/Schönefeld) sind KURZFRISTIG AB SEPTEMBER 2016 noch ca. 10 freie Plätze für den Kita-Bereich (also Ü3) frei, darunter auch einen Platz in der Vorschul-Gruppe!

Nähere Infos zur Einrichtung findet man auf der Seite des Trägers Herbie e.V. Es handelt sich um eine der ganz neue Einrichtungen (Eröffnung 2015).

Wer Interesse hat, sollte sich – ausnahmsweise – direkt an die Kita-Leitung wenden:

Anja Fetzer
Tel.: 0341-30875900
Fax: 0341-30875901
a.fetzer@herbie-leipzig.de
Bästleinstraße 4

04347 Leipzig

Stand des Kita-Ausbaus 06/2016

Liebe Leipziger Eltern und Interessierte,

Wir haben uns den aktuellen Stand des Betreuungsplatzausbaus in Leipzig für euch angeschaut. Ende des vergangenen Jahres 2015 erklärte die Stadt, dass 2016 12 Kita-Neu- und Erweiterungsbauten geplant sind – insgesamt 1.173 zusätzliche Plätze. (Die geplanten Einrichtungen 2016 haben wir hier für euch zusammengetragen.)

Im Juni 2016 finden sich 17 Projekte auf der Liste. Davon sind einige Kita-Vorhaben aus den Vorjahren in das laufende Jahr gerutscht.

Von den 17 Projekten sind 8 Projekte Erweiterungen, Ersatzneubauten oder Sanierungen. Für 2 Projekte (Erich-Zeigner-Allee 64 und Bayerischer Bahnhof) gibt es keine konkreten Informationen, weshalb wir davon ausgehen, dass diese Projekte 2016 nicht mehr realisiert werden.

Damit bleiben 6 tatsächlich neue, also zusätzliche Kindertagesstätten, die 2016 in Leipzig entstehen sollen. Diese sind namentlich:

  1. Kita Gustav-Freytag-Straße 31 (Connewitz), eröffnet am 08.06.
  2. Kita Gustav-Freytag-Straße 33a (Connewitz), eröffnet am 08.06.
  3. Kita Arndstraße 46 (Leipzig-Süd), Eröffnung geplant 30.06.
  4. Kita Elsterstraße 2 (Leipzig-Mitte), Eröffnung geplant 01.08.
  5. Kita Wurzener Straße 24-30 (Leipzig-Ost), Eröffnung geplant 17.08.
  6. Kita Demmeringstraße 83 (Lindenau), Eröffnung geplant 10/2016

Keine der hier aufgezählten Kitas ist eine Kindertagesstätte der Stadt Leipzig. Wenn ihr euch also in diesen neuen Kitas um einen Platz bemühen wollt, müsst ihr die Träger kontaktieren bzw. diese Kitas als Wunscheinrichtung im Elternportal angeben. Die Stadt Leipzig, also auch das Rathaus Wahren, kann euch zu freien Plätzen in diesen Kitas keine Auskunft geben, da diese nur die Plätze in den eigenen, sprich in den städtischen Kitas verwalten und vergeben. Nur im „Notfall“, etwa bei Androhung eines gerichtlichen Verfahrens, Kindeswohlgefährdung o.ä., wird das Jugendamt Kitas freier Träger kontaktieren, freie Plätze erfragen oder um die Aufnahme eines bestimmten Kindes bitten.

Von den 6 Kita-Neubauten wurden bisher die beiden Connewitzer Einrichtungen des Berufsbildungswerks eröffnet. Davon abgesehen wurden 3 Ersatzneubauten bzw. Erweiterungen realisiert. (Siehe auch: Kita-Eröffnungen 2016)

Es gibt nach wir vor Probleme bei der Betreuungsplatzsuche

Uns erreichen aktuell wieder mehr Nachrichten von Eltern, die sowohl Probleme haben, im Krippenbereich einen Betreuungsplatz zu finden als auch eine Anschlussbetreuung nach der Tagespflege für 3-jährige Kinder. Insbesondere Familien mit Kindern, die nicht zum neuen Schuljahr 1 oder 3 Jahre alt werden, gewünschter bzw. logischer Betreuungsbeginn also im Zeitraum August/September wäre, haben unverändert Probleme einen Betreuungsplatz in Leipzig zu finden. Die unterjährige Platzvergabe ist also nach wie vor eine Baustelle, derer sich die Stadt Leipzig in Zusammenarbeit mit den freien Trägern und Kita-Leitungen dringend annehmen muss. Die unterjährige Vergabe ist den Verantwortlichen als Problem durchaus bewusst, wurde bei den Runden Tischen zum Thema Kinderbetreuung stets thematisiert. Ernsthafte Lösungen für das Problem werden aber nicht vorgebracht. Vielmehr verlässt man sich darauf, dass sich das schon „hinschuckelt“, wenn erst einmal genügend Betreuungsplätze für alle da sind. Davon gehen wir nicht aus. Hier müssen konkrete Lösungen erarbeitet werden. Es ist absurd, dass Familien bei der Nachwuchsplanung in Leipzig theoretisch den Schuljahresbeginn mit einbeziehen sollten. Eltern von jungen Kinder im Krippenalter empfehlen wir nach wie vor, eine liebevolle Tagespflege zu suchen. (Tipps für die Suche nach der passenden Tagespflege haben wir hier zusammengestellt, die Träger der Tagespflege findet ihr hier.)

Wir brauchen euer Feedback!

Wir haben den Eindruck, dass das überarbeitete Elternportal mit der Angabe von 5 Wunscheinrichtungen nicht wirklich zufriedenstellend funktioniert. Meldet euch bei uns! (Ihr erreicht uns via Mail: leipziger.kitainitiative@gmail.com oder via Facebook.)

  1. Was sind eure Erfahrungen mit dem neuen Portal?
  2. Könnt ihr problemlos eure Wunscheinrichtungen angeben?
  3. Bekommt ihr dann tatsächlich eine Rückmeldung von den Kitas? (Ablehnung/Annahme?)
  4. Wie zeitnah bekommt ihr die Rückmeldung? Wie lange wartet ihr?
  5. Gebt ihr dann andere Einrichtungen an, wenn ihr abgelehnt wurdet?
  6. Kommt ihr mit den Kitas noch ins Gespräch? Wie informiert ihr euch über Konzepte? Fühlt ihr euch ausreichend informiert und in eurer Wunsch- und Wahlfreiheit berücksichtigt?
  7. Habt ihr einen Betreuungsplatz allein über das Elternportal bekommen?

Übermittelt uns bitte außerdem, wenn ihr Insider-Informationen zu den geplanten Kitas habt: Verschobene Eröffnungstermine, Stand von Projekten usw., damit wir diese allen Eltern zugänglich machen können.

Ansonsten bleibt in Leipzig wohl nach wie vor nur zu sagen:
Viel Glück bei der Betreuungsplatzsuche!

Eure Leipziger Kita-Initiative

Kita-News: November 2015

Keine Erhöhung der Elternbeiträge
(Quelle: LVZ online, 20.11.2015, Link)

 

Der Stadtrat hat mit großer Mehrheit die Erhöhung der Elternbeiträge für die Kita-Betreuung abgelehnt. Trotz gestiegener Betriebskosten gab es aus den Parteien der Linken, CDU und AfD keine Befürwortung. Eine symbolische Senkung der Beträge, wie sie die Grünen vorschlugen, wird es aber wegen erhöhten Verwaltungsaufwands auch nicht geben.

 

Kita-Neueröffnungen 2015/2016

Liebe (zukünftige) Eltern,

wir informieren euch an dieser Stelle über neu eröffnete Kita-Projekte 2015 und geplante Kita-Neueröffnungen in Leipzig für das kommende Jahr. Nutzt die Chance und meldet euch bei den Trägern der neuen Kita-Projekte! Fragt nach, wann die Kitas voraussichtlich fertig werden wird und wie bzw. wann ihr euer Kind anmelden könnt.

Neue Kitas 2015

Bis März 2015 seien – laut Stadt Leipzig – bereits 800 zusätzliche Kinderbetreuungsplätze entstanden. (Die meisten davon waren allerdings bereits für 2014 geplant.) Zu diesem Zeitpunkt redete die Stadt davon, dass 1700 Plätze hinzukommen und weitere 800 eventuell noch 2015 realisiert werden können. Für 2016 seien – so die Aussage im Frühjahr des Jahres -außerdem fast 3200 weitere Plätze geplant.

Stand 12/2015: Laut Stadt Leipzig (im Oktober, Quelle) wurden in diesem Jahr 19 Neubau- und Erweiterungsbauten realisiert, 2.638 zusätzliche Betreuungsplätze seien dadurch hinzugekommen. Für 2016 seien 12 Neu- und Erweiterungsbauten geplant –  insgesamt also 1.173 zusätzliche Plätze. Das ist schon eine etwas andere Anzahl als zu Beginn des Jahres, nämlich nur 36% der angekündigten 3200.

Zu bedenken ist dabei, dass der Großteil der Kitas / Kinderbetreuungsplätze in Leipzig von freien Trägern zur Verfügung gestellt wird. Die meisten Bauprojekte werden also nicht direkt von der Stadt geplant bzw. finanziert und auf die Verzögerungen hat die Abteilung Kita-Planung tatsächlich häufig nicht unmittelbar Einfluss. Allerdings: So ganz rausreden kann die Stadt sich unserer Meinung nach nicht. Die Verzögerungen haben nicht selten etwas mit langwierigen Baugenehmigungsverfahren, Gutachtenprozessen usw. zu tun, für die die Stadtverwaltung sehr wohl verantwortlich ist. Allerdings nicht unmittelbar die Abteilung Kita-Planung. So kommt es vor, dass ein freier Träger ein Projekt plant, einreicht und dieses in die Bedarfsplanung aufgenommen wird, schließlich aber wieder verschwindet, weil etwas schief gelaufen ist (Investoren abgesprungen, Fehlkalkulation, o.ä.)

Tatsächlich scheint sich die Lage im Bereich der Kinderbetreuung für Kinder ab 3 Jahren entspannt zu haben, hier soll es laut Stadt sogar Überhänge geben. Auf vielen Webseiten von Kindertagesstätten finden sich in der Tat Hinweise auf freie Kindergartenplätze. Im Krippenbereich ist die Lage aber nach wie vor nicht entspannt. Berichtet uns gern von euren Erfahrungen bei der Kitaplatz-Suche in Leipzig für Kinder unter 3 Jahren! (Schreibt uns zum Beispiel eine E-Mail oder eine Nachricht via Facebook. Für uns ist interessant: Findet ihr leicht einen Betreuungsplatz für eure U3-Kinder? Wie kommt ihr mit dem Kita-Portal und der Angabe von Wunscheinrichtungen zurecht? Kontaktiert ihr die Kitas und wie reagieren sie?)

Neu eröffnete Kitas 2015:

Kita-Neueröffnungen voraussichtlich 2016

  • Kita Viertelsweg 
    • Leipzig-Nord, evang.-luth. Versöhnungskirchgemeinde Gphlis
    • Eröffnung geplant für 01.04.2016
  • Kita Arndstraße 46
    • Kita Leipzig-Süd, Bildungs- und Sozialwerk
    • war geplant für 07/2015, verschoben auf 02.11.2015 –> keine neuen Infos (Stand 16.12.2015), daher wohl eher 2016.
  • Kita Elsterstraße 2
    • Leipzig-Mitte, Deutscher Kinderschutzbund e.V.
    • Eröffnung geplant für 01.08.2016
    • Info: “Für die Krippe gab es bereits  jede Menge Anmeldungen. Sollten nicht noch Familien abspringen, wäre die Krippe  – 30 Kinder insgesamt – aus heutiger Sicht voll belegt. Für Kinder, die im Sommer 2016 das Alter 3-6 Jahre erreichen, gibt es im Moment noch freie Plätze. Das Haus wird eine Kapazität von 102 Plätzen haben (incl. 6 Integrationsplätze.)”

Erweiterungen / Sanierungen 2016: