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So lief unsere Kita-Demo

Etwa 200 kleine und große Menschen waren an diesem Mittwochnachmittag – trotz Juni-Hitze – anwesend. Danke dafür! Auch die Presse war zahlreich vertreten – dpa, MDR, Leipzig Fernsehen, zdf, LVZ, Tag24, Bild, verschiedene Radios…

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Mit einiger Verspätung gab es zunächst ein wenig Musik von Akeli zur Einstimmung und Kinderschminken mit Kawi Kids​ – riesen Dank für den Support! Anschließend hat Britta aus unserem Demo-Orga-Team unsere Forderungen vorgetragen.

Sozial-Bürgermeister Dr. Thomas Fabian konnten wir diese kurz darauf gerahmt überreichten – zum an die Wand hängen. Dazu gab es von uns eine goldene Windmühle (zur Motivation – „Zeit, dass sich was dreht!“)… und einen 💩-Luftballon (als Mahnung und Frust-Ausdruck).

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Fabian erklärte den Familien dann, wie viele Plätze geschaffen wurden und werden. Wir hakten nach: Was ist mit den betroffenen Familien, die JETZT vom Mangel betroffen sind? Was ist besserer Transparenz und Kommunikation? Besserer Vergabe? Der Förderung von Klein-Kitas und Elterninitiativen in Leipzig?

Zur Kommunikation erklärte Fabian, dass der runde Tisch Kita wieder reaktiviert würde und vom Mangel betroffene Eltern dort auch einbezogen werden. Außerdem werde das Kita-Portal verbessert, auch hier würden die Erfahrungen und Hinweise betroffener Eltern einbezogen.

Zur Förderung von Klein-Kitas und Elterninitiativen erklärte Fabian, dass diese ihm und auch Oberbürgermeister Jung „am Herzen“ lägen. Auf wiederholte Nachfrage unsererseits meinte er, Initiativen sollten sich bei ihm melden. Unserer Meinung nach eine ziemliche Ausflucht – aber wir werden es auf Anfrage so weitergeben und testen. Bis dato werden kleine Initiativen von der Stadt ausgebremst – unerwünscht, zu teuer, zu wenig.

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Vertreterinnen der Stadtratsfraktionen (Linke, CDU, SPD, Grüne) haben schließlich mit Verspätung noch vor einigen verbliebenen Familien gesprochen und sich weitgehend hinter unsere Forderungen gestellt. Die Linke wird wohl der Frage nachgehen, wie Städte, in denen Klein-Kitas und Kinderläden bestehen sind, diese finanzieren. Die SPD-Fraktion hat angekündigt, das Gespräch mit der Kita-Initiative zu suchen. Und mit Michael Schmidt von den Grünen, der auch im Petitionsausschuss sitzt, werden wir darüber sprechen, wie und welche unserer Forderungen wir als Petition bei der Stadt wann sinnvoll einreichen.

FAZIT:

Alles in allem können wir zufrieden sein. Vom Kitaplatz-Mangel betroffene Eltern wurden gehört und werden zukünftig hoffentlich besser informiert und in relevante Entscheidungen einbezogen. Auch wenn es nicht 500 wartende Menschen wie in der Schlange der Johanniter-Kita waren, haben wir der anonymen Zahl „fehlender Plätze“ ein Gesicht geben können. Genau das war uns wichtig zu zeigen: Betroffenen sind Menschen; sind Leipziger Kinder und Eltern. Und denen hilft es nicht, wenn in 5 oder 10 oder 20 Jahren der Platzmangel nicht mehr besteht. Deshalb bleiben wir dabei: Es ist Zeit, dass sich in Sachen Kita ganzheitlich was dreht in Leipzig.

Unsere Forderungen als Petition!

Die von uns erarbeiteten Forderung zur desolaten Kita-Situation haben wir nun auch als Online-Petition eingerichtet, die wir im Rahmen der Demonstration am 21.06. (ab 15:30) vor dem neuen Rathaus an Thomas Fabian übergeben wollen:

Openpetition.de/!kitaplatzmangel

Bitte fleißig unterzeichnen und teilen!

Wer Flyer für die Demo verteilen kann, der möge sich kurz via Facebook oder E-Mail bei uns melden.

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6 Forderungen der vom Kitaplatz-Mangel betroffenen Leipziger Familien

Forderungskatalog der Leipziger Kita-Initiative angesichts der desolaten Kinderbetreuungssituation in Leipzig 

Seit 2012 verfolgen und kommentieren wir als Leipziger Kita-Initiative, ein Interessen- und Aktionsnetzwerks Leipziger Eltern, Pädagoginnen und Interessierter, das Kita-Geschehen in Leipzig und Sachsen aktiv. Wir sehen und verstehen, dass die Situation rund um die Kinderbetreuung komplex ist. Der Ausbau von Einrichtungen geht stetig voran. Das Kita-Portal wurde verändert. Die Verwaltung gibt inzwischen fehlende Plätze zu. Der Planungs- und Bauprozess soll mit Hilfe einer „Task Force“ verschlankt werden. Fehlende Investoren und fehlende Grundstücke bleiben ein großes Problem…

ABER: Viele Leipziger Eltern sind JETZT akut vom Kitaplatz-Mangel betroffen! Das Bild der 450 anstehenden Familien vor einer Leipziger Kita, die 165 Plätze zu vergeben hat, spricht Bände! Wir akzeptieren nicht länger, dass durch den Fokus auf den Ausbau die heutigen Probleme der zum Teil verzweifelten  Leipziger Familien ignoriert werden!

Eltern verlieren ihren Arbeitsplatz, weil sie aufgrund fehlender Betreuung nicht rechtzeitig zurück in den Job können! Eltern beantragen trotz Arbeitsmöglichkeit Arbeitslosengeld als Übergangslösung! Sachbearbeiterfähigkeiten, viel Durchhaltevermögen und eine unendliche Frustrationstoleanz braucht es in Leipzig beim Versuch, eine Kinderbetreuung zu finden. Viele Eltern entwickeln ernsthafte Stress-Symptome und empfinden die Kinderbetreuungssituation nicht nur als nervig oder frustrierend, sondern als ernsthaft existenzbedrohend! Schöne neue Elternzeit!

So kann es nicht weitergehen! Nehmt uns endlich wahr und nehmt uns ernst!

Deshalb fordern wir von den Verantwortlichen – dem Stadtrat, dem Leipziger Oberbürgermeister Jung, Sozialbürgermeister Thomas Fabian, dem Leipziger Jugendamt und allen anderen am Prozess Beteiligten – einen anderen Umgang mit uns verzweifelt nach Kinderbetreuung suchenden Eltern! Wir wollen nicht länger als anonyme Zahl behandelt werden!

Hier sind unsere 6 Forderungen:

1. Wir fordern Gehör und Beteiligung! Wir fordern, dass die Stadt vom Mangel betroffene Eltern anhört, indem Vertreterinnen etwa bei der Stadtratssitzung sprechen dürfen, in den relevanten Ausschüssen bzw. -beiräten einen Sitz bekommen oder zumindest regelmäßig persönliche Gespräche mit den Verantwortlichen geführt werden. Vorstellbar wäre auch eine Integration unserer Gruppe in den Gesamtelternrat Leipziger Kindertageseinrichtungen. Auch der durch den Jugendamtsleiter ins Leben gerufene, dann aber eingeschlafene „runde Tisch Kita“ könnte reaktiviert werden.

2. Wir fordern Information! Wir fordern regelmäßige öffentliche Eltern- und Informationsabende, mindestens zwei Mal im Jahr, bei denen die Verantwortlichen sich offen und transparent den Fragen (und dem Frust) der nach Kitaplätzen suchenden Eltern stellen und ihnen kompetent Rede und Antwort stehen!

3. Wir fordern Transparenz! Wir fordern eine  sinnvolle Lösung der Platzvergabe unter Bedingungen des Platzmangels! Im Sinne einer angemessenen Mangelverwaltung fordern wir eine einheitliche Vergabe der Betreuungsplätze über das Kita-Portal sowie Transparenz bei der Vergabe! Die Eltern, die am längsten warten, sollten als Erste verfügbare Plätze bekommen! Alleinerziehende sollten stärker berücksichtigt werden! Alle Kita-Leitungen sollten verpflichtet werden, die Anfragen der Eltern über das Portal so zeitnah wie möglich zu bearbeiten! Eltern sollten regelmäßige E-Mails bzgl. des Stands der Bearbeitung ihrer Anfrage und der Vergabe informiert werden! Kita-Leitungen sollten durch die für das Portal zuständige Firma geschult werden, um etwa die permanente Falsch-Einstellung von Plätzen zu vermeiden!

4. Wir fordern Unterstützung! Wir fordern das Jugendamt auf, suchende Eltern wirklich zu unterstützen! Das Jugendamt sollte Eltern regelmäßig aktualisierte Kontaktlisten zu Kitas und Tageseltern direkt mit der Referenznummer aushändigen und idealerweise auch Informationen zu den Vergabe-Modalitäten der einzelnen Kitas mitliefern. Das Erfragen der Vergabe bei den Leitungen verursacht unsäglichen Stress für Eltern und Einrichtungen! Wir fordern, dass die Eltern nicht durch die Mitarbeiter_innen des Jugendamts dazu befragt werden, ob der Betreuungstermin nach hinten verschoben werden kann!

5. Wir fordern mehr Kitaplätze! Neben den üblichen Ausbaubemühungen fordern wir Unterstützung und Förderung von engagierten Gründungswilligen, etwa indem eine Kita-Gründungsberatung angeboten wird. Wir fordern die Unterstützung von Klein-Kitas und Kinderläden! Wir fordern Gespräche und Kooperation der Stadt mit Arbeitgebern, um mehr Betriebskitas und eine Betreuung der Kinder in Elternnähe zu ermöglichen! Wir fordern realistischere Bedarfsplanung und Fokus auf den Ausbau im U3-Bereich! Wir fordern, dass die Stadt zur Not selbst mehr Krippen und Kitas baut und betreibt, anstatt Last und Verantwortung für die Kinderbetreuung (unter dem Deckmantel der Vielfaltsförderung) auf die freien Träger abzuwälzen!

6. Wir fordern Entschuldigungen und gegebenenfalls Entschädigungen! Als Zeichen, dass wir gehört werden, möchten wir öffentlich als relevante Gruppe behandelt werden.

Für den 21.06.2017 haben wir ab 15:30 eine Demonstration vor dem neuen Rathaus zum Thema angemeldet, bei der wir unsere Forderungen lautstark vertreten wollen. Link zur Facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/296039137488955/ – Bitte kräftig teilen!

Wir fordern die verantwortlichen Entscheidungsträgerinnen auf, mit uns in Kontakt zu treten unter leipziger.kitainitiative@gmail.com und zu den Forderungen Stellung zu beziehen. Politikerinnen, die uns unterstützen können und wollen – etwa durch entsprechende Stadtratsanträge, durch Kostenunterstützung beim Flyerdruck, Planung und Umsetzung sowie Öffentlichkeitsarbeit für die Demonstration, mögen sich bitte zeitnah bei uns melden.

Eltern und Engagierte, die uns bei der Vorbereitung und Umsetzung der Demonstration am 21.06. unterstützen möchten, melden sich ebenfalls unter leipziger.kitainitiative@gmail.com oder via Facebook auf unserer Seite oder in der Facebook-Gruppe LEOK – Leipziger Eltern ohne Kitaplatz. Lasst euch nicht übergehen – gemeinsam sind wir LAUTSTARK und können etwas verändern! Aber wir brauchen dafür dringend eure Hilfe! Meldet euch!

Der steinige Weg zum Kitaplatz in Leipzig: Die richtigen Zeitpunkte für Anmeldung und Betreuungsbeginn

Liebe Eltern und Kita-Interessierte,

da sich im Moment bei uns die Anfragen häufen, wollen wir mit euch unser Wissen bezüglich des Kita-Jahres teilen. Bis wann sollte man sich in den Einrichtungen bewerben? Wann werden die Plätze vergeben und frei? Und warum ist es so schwer, im späten Winter und Frühjahr, einen Betreuungsplatz zu bekommen? Außerdem wollen wir Probleme äußern, die nach wie vor im Kita-Bereich bestehen.

Bewerbung bis Dezember, Platzvergabe von Februar bis Mai

Kindertagesstätten in Leipzig nehmen nach unseren Kenntnissen i.d.R neue Kinder häufig im Zeitraum Juni bis Januar auf, wobei der Kernzeitraum August bis November ist. Hintergrund ist der, dass jedes Jahr im August/September normalerweise ein Schwung Kinder die Einrichtung verlässt, da sie in die Schule wechseln. So werden zu diesem Zeitpunkt auf einen Schlag einige Plätze frei. Mal mehrere, mal weniger davon werden direkt mit Geschwisterkindern besetzt, der Rest kann dann nach außen vergeben werden. Oft sind das aber pro Einrichtung nur 3-5 Plätze und die Bewerbungen auf diese wenigen sehr viel mehr. Das ist das Dilemma der Kita-Leiter*innen. Gerade in beliebten familienreichen Vierteln ist die Überanfrage ein großes Problem, insbesondere im Krippenbereich, also bei Kindern unter 3 Jahren. Die Vergabe legen die Leiter*innen unseren Informationen zufolge meist in den Zeitraum Februar bis Mai eines Jahres. Sprich: Eure Bewerbung sollte also bis Dezember des Jahres, bevor das Kind einen Platz braucht, indem die Betreuung starten soll, in der Kita sein.

Probleme für Winter- und Frühlingskinder

Das führt zu einigen, seit langem bekannten Problemen. So haben Familien, die einen Betreuungsbeginn für Zeiträume außerhalb der Kernzeit August bis November liegen, etwa weil das Kind dann 1, 2 oder 3 Jahre alt wird, sehr häufig Probleme, einen Platz zum benötigten Zeitraum zu bekommen. Nicht wenige greifen ihre Arbeitstätigkeit deshalb später auf als eigentlich geplant. Drei Leipziger Familien haben deshalb ihre Lohnausfälle bei der Stadt eingeklagt.

Keine nahtlose Kinderbetreuung bei Umzug nach Leipzig

Auch für Zuzügler*innen stellt diese Praxis ein Problem dar. Wer spontan, beispielsweise aufgrund einer neuen Arbeitsstelle nach Leipzig zieht, vor allem in den Monaten Februar bis Mai/Juni, hat kaum Chancen, nahtlos einen Betreuungsplatz zu finden. Ein kleiner Lichtblick sind Einrichtungen, die gerade neu eröffnen. Informationen hierzu findet ihr auf der Seite der Stadt Leipzig: http://www.leipzig.de/jugend-familie-und-soziales/kinderbetreuung/kindertagesstaetten/kitaneubauten/. Wichtige Informationen für Zuzügler*innen außerdem: Um auf dem Leipziger Kita-Portal www.meinkitaplatz-leipzig.de, bei der Stadt offiziell seinen Betreuungswunsch mit gewünschtem Starttermin und Einrichtung angeben und einen Betreuungsvertrag unterschreiben zu können, benötigt es in Leipzig eine Referenznummer vom Jugendamt. Auf der Seite findet ihr ganz unten rechts einen Download-Bereich. Dort könnt ihr den so genannten „Ticketantrag“ herunterladen, ausfüllen und mit Kopie der Geburtsurkunde und Personalausweis per Post oder Mail an die angegebene Adresse senden.  Dann bekommt ihr eine Referenznummer zugesendet.

EDIT: Eine Leipziger Mutter hat uns bzgl. der von uns angenommenen „Sperre“ darauf hingewiesen, dass man im Kita-Portal die Anschlussbetreuung im Account für das jeweilige Kind aktivieren und dann normal bis zu 5 Wunschkitas angeben kann – nur die Kitas, von denen man bereits eine Absage bekommen hat, sind nach wie vor gesperrt. Die Familie suche eine Anschlussbetreuung nach der Tagespflege ab Januar 2018 und habe den Anschlussbedarf für einen Kita-Platz bereits im November 2016 erfolgreich im Kitaportal über ihren Account aktiviert und auch schon mit ersten Kitas telefoniert. Diese hätten die Anmeldung über das Portal  auch bekommen und es wurde ein weiteres Telefonat im März ausgemacht, da dann die konkreten Planungen erfolgen. Die Mutter empfiehlt in jedem Fall eine persönliche Kontaktaufnahme nach der „offiziellen“ Anmeldung über das Portal.

Wir suchen für Januar 2018 einen Kitaplatz, bis dahin ist unser Sohn bei der Tagesmutti. Ich habe den Anschlussbedarf bereits im November 2016 erfolgreich im Kitaportal über unseren Account aktiviert und auch schon mit den ersten Kitas telefoniert. Die haben die Anmeldung über das Portal  auch bekommen und wir haben ein weiteres Telefonat im März ausgemacht, da dann die konkreten Planungen erfolgen. Eine evtl. frühere Aufnahme im Herbst müssen wir individuell absprechen, da sind die Kitas sehr unterschiedlich. Ich denke, eine persönliche Kontaktaufnahme nach der „offiziellen“ Anmeldung über das Portal ist weiterhin notwendig.

Problematischer Wechsel von der Tagespflege zur Kita 

Auch Kinder, die bis zum 3. Geburtstag bei Tageseltern betreut werden, haben nach wie vor Probleme, eine Anschlussbetreuung zu finden. Die Stadt verweist hier darauf, dass die Eltern den jeweiligen Träger der Tagespflege rechtzeitig ansprechen sollen, ob ein Kitaplatz in einer der Einrichtungen des Trägers für das Tagespflegekind vorgehalten werden kann. (Anmerkung: Tageseltern arbeiten in den allermeisten Fällen unter einem der großen Träger, die auch Kitas betreiben.) In der Praxis scheint dies häufig nicht zu funktionieren und die Eltern suchen doch wieder auf eigene Faust nach einem Ü3-Platz. Hierbei ergibt sich das Problem, dass durch den bestehenden Betreuungsvertrag mit der Tagespflege das Kind als versorgt gilt und die Referenznummer bis zum Tag des Vertragsendes blockiert ist. So kann diese Familie die Nummer weder nutzen, um im Kita-Portal Wunscheinrichtungen anzugeben, noch um einen Vertrag in einer Kita zu unterschreiben. Eine Lösung scheint es hierfür momentan nicht zu geben, sodass es in vielen Familien zu einer Betreuungsplatzlücke zwischen Tagespflege und Kita zu kommen scheint.

Keine Bearbeitung der Anfragen über das Kita-Portal

Mit dem Kita-Portal sind viele Eltern offenbar auch nach Einführung der Möglichkeit der Angabe von Wunscheinrichtungen unzufrieden, da die Kitas die Anfragen über das Portal wohl mehrheitlich nicht bearbeiten. Dieser Zustand ist natürlich äußerst unbefriedigend und Eltern sind immernoch gezwungen, alle Einrichtungen abzutelefonieren, überall einzeln das Anmeldeprozedere zu erfragen, sich in vielen Kitas zu bewerben und bis kurz vor dem 1. Arbeitstag zu bangen. Der Zustand ist nach wie vor für die Familien schwierig und es ist auch für uns nicht ersichtlich, inwiefern seitens der Stadt bzgl. der Platzvergabe noch an Verbesserungen gearbeitet wird. Grundsätzlich liegt das „Problem“ in Leipzig auch darin, dass der überwiegende Teil der Kindertagesstätten unter freien Trägern wie der Diakonie, dem Kinderschutzbund oder dem Fairbund e.V. läuft. Die Stadt selbst betreibt nur wenige Kitas und kann deshalb auch nur über eine begrenzte Anzahl Betreuungsplätze selbst verfügen. Auf die Plätze in den Kitas der freien Träger kann die Stadt nicht zugreifen, nicht über sie verfügen! Und sie kann die Träger nicht zwingen, das Portal zur Verwaltung und Vergabe zu nutzen. Die Träger wiederum wollen ihre Autonomie bei der Platzvergabe aus Planungsgründen gewahrt wissen. Häufig haben die Kita-Leiter*innen über die Jahre andere Taktiken und eingeschliffene Verfahren entwickelt, ihre wenigen Plätze zu vergeben und sehen das Portal offenbar eher als Belastung, denn als Bereicherung.

Zu wenig Plätze im Krippenbereich

Im Bereich der unter 3-Jährigen gibt es trotz aller Ausbaubemühungen noch immer nicht ausreichend Plätze.

Betreuungsschlüssel-Dilemma 

Der Betreuungsschlüssel in Sachsens Kitas ist nach wie vor einer der schlechtesten in Deutschland. Auch die marginalen Änderungen auf Landesebene haben hier nicht wirklich zur Entspannung beigetragen, wie die Initiative „Weil Kinder Zeit brauchen“ im Oktober berichtet hat. Wichtig zu verstehen ist, 1. dass die Festlegung und Verbesserung der Personalschlüssel in Sachsens Kitas auf Sachsenebene geschehen muss. Die Stadt kann diesen Aspekt also nicht einfach ohne Weiteres  ändern, da sie auf die Betriebskostenzuschüsse von Seiten des Landes angewiesen ist und diese wohl nur entsprechend des Mindestschlüssels gezahlt werden. 2. bedeutet der Betreuungsschlüssel von 1 zu 5 im Krippen- und 1 zu 12 im Ü3-Bereich nicht, dass eine pädagogische Fachkraft maximal 5 bzw. 12 Kinder betreut. Es handelt sich hierbei um eine Berechnung. I.d.R. sind in Sachsens Kitas eher Gruppengrößen von 15 bis 18 Kindern im Ü3-Bereich normal – und das entspricht auch dem Schlüssel. (Mehr Informationen dazu hier.)

Was tun?

Was kann und muss getan werden, damit sich diese Missstände ändern? Wir versuchen seit 2012, den Finger in Wunden zu legen und auf Probleme aufmerksam zu machen. Wir sind mit Stadt und Jugendamt in den Dialog getreten, haben demonstriert, teilen Informationen, klären auf und beraten. Aber uns fehlen die Mitstreiter*innen, sodass die politische Seite unserer Arbeit aktuell zu kurz kommt. Wer mit uns etwas verändern will und die oben genannten Missstände aktiv angehen möchte, der melde sich unter: leipziger.kitainitiative@gmail.com. Wir können im Dialog mit den Verantwortlichen durchaus etwas erreichen! Wir können Stadträte ansprechen und bitten, die Themen auf die Agenda zu setzen! Wir können erfragen, wie Arbeitsstände aussehen, ob die Missstände noch bearbeitet werden usw.

Auf Sachsenebene ist das schon schwieriger. Hier arbeiten wir zum Beispiel mit http://www.weil-kinder-zeit-brauchen.de zusammen und versuchen, Kräfte von Bürgerinitaitiven zu bündeln, um Veränderungen anzustoßen. Auch die GEW ist ein guter Partner.

Nichtsdestotrotz scheint es gerade ruhig zu werden, um das Thema Kita. Die Wahlkämpfe sind vorbei, minimale Veränderungen wurden getan. Der Ausbau in Leipzig läuft, das Kita-Portal wurde relauncht. Der Leiter des Jugendamts ist nun schon einige Jahre im Dienst, ebenso wie der Sozialbürgermeister. Alle scheinen sich etwas zur Ruhe gesetzt zu haben. Die oben stehenden Probleme zeigen, dass das der nach wie vor problematischen Realität nicht angemessen ist.

Kita-Neueröffnungen 2015/2016

Liebe (zukünftige) Eltern,

wir informieren euch an dieser Stelle über neu eröffnete Kita-Projekte 2015 und geplante Kita-Neueröffnungen in Leipzig für das kommende Jahr. Nutzt die Chance und meldet euch bei den Trägern der neuen Kita-Projekte! Fragt nach, wann die Kitas voraussichtlich fertig werden wird und wie bzw. wann ihr euer Kind anmelden könnt.

Neue Kitas 2015

Bis März 2015 seien – laut Stadt Leipzig – bereits 800 zusätzliche Kinderbetreuungsplätze entstanden. (Die meisten davon waren allerdings bereits für 2014 geplant.) Zu diesem Zeitpunkt redete die Stadt davon, dass 1700 Plätze hinzukommen und weitere 800 eventuell noch 2015 realisiert werden können. Für 2016 seien – so die Aussage im Frühjahr des Jahres -außerdem fast 3200 weitere Plätze geplant.

Stand 12/2015: Laut Stadt Leipzig (im Oktober, Quelle) wurden in diesem Jahr 19 Neubau- und Erweiterungsbauten realisiert, 2.638 zusätzliche Betreuungsplätze seien dadurch hinzugekommen. Für 2016 seien 12 Neu- und Erweiterungsbauten geplant –  insgesamt also 1.173 zusätzliche Plätze. Das ist schon eine etwas andere Anzahl als zu Beginn des Jahres, nämlich nur 36% der angekündigten 3200.

Zu bedenken ist dabei, dass der Großteil der Kitas / Kinderbetreuungsplätze in Leipzig von freien Trägern zur Verfügung gestellt wird. Die meisten Bauprojekte werden also nicht direkt von der Stadt geplant bzw. finanziert und auf die Verzögerungen hat die Abteilung Kita-Planung tatsächlich häufig nicht unmittelbar Einfluss. Allerdings: So ganz rausreden kann die Stadt sich unserer Meinung nach nicht. Die Verzögerungen haben nicht selten etwas mit langwierigen Baugenehmigungsverfahren, Gutachtenprozessen usw. zu tun, für die die Stadtverwaltung sehr wohl verantwortlich ist. Allerdings nicht unmittelbar die Abteilung Kita-Planung. So kommt es vor, dass ein freier Träger ein Projekt plant, einreicht und dieses in die Bedarfsplanung aufgenommen wird, schließlich aber wieder verschwindet, weil etwas schief gelaufen ist (Investoren abgesprungen, Fehlkalkulation, o.ä.)

Tatsächlich scheint sich die Lage im Bereich der Kinderbetreuung für Kinder ab 3 Jahren entspannt zu haben, hier soll es laut Stadt sogar Überhänge geben. Auf vielen Webseiten von Kindertagesstätten finden sich in der Tat Hinweise auf freie Kindergartenplätze. Im Krippenbereich ist die Lage aber nach wie vor nicht entspannt. Berichtet uns gern von euren Erfahrungen bei der Kitaplatz-Suche in Leipzig für Kinder unter 3 Jahren! (Schreibt uns zum Beispiel eine E-Mail oder eine Nachricht via Facebook. Für uns ist interessant: Findet ihr leicht einen Betreuungsplatz für eure U3-Kinder? Wie kommt ihr mit dem Kita-Portal und der Angabe von Wunscheinrichtungen zurecht? Kontaktiert ihr die Kitas und wie reagieren sie?)

Neu eröffnete Kitas 2015:

Kita-Neueröffnungen voraussichtlich 2016

  • Kita Viertelsweg 
    • Leipzig-Nord, evang.-luth. Versöhnungskirchgemeinde Gphlis
    • Eröffnung geplant für 01.04.2016
  • Kita Arndstraße 46
    • Kita Leipzig-Süd, Bildungs- und Sozialwerk
    • war geplant für 07/2015, verschoben auf 02.11.2015 –> keine neuen Infos (Stand 16.12.2015), daher wohl eher 2016.
  • Kita Elsterstraße 2
    • Leipzig-Mitte, Deutscher Kinderschutzbund e.V.
    • Eröffnung geplant für 01.08.2016
    • Info: “Für die Krippe gab es bereits  jede Menge Anmeldungen. Sollten nicht noch Familien abspringen, wäre die Krippe  – 30 Kinder insgesamt – aus heutiger Sicht voll belegt. Für Kinder, die im Sommer 2016 das Alter 3-6 Jahre erreichen, gibt es im Moment noch freie Plätze. Das Haus wird eine Kapazität von 102 Plätzen haben (incl. 6 Integrationsplätze.)”

Erweiterungen / Sanierungen 2016:

Kita-News: Juli 2015

Eröffnung Kita Flüghörnchen
(Quelle: infoTV, 03.07.2015, Link)

Offizielle Schlüsselübergabe erfolgte in der Kita Flughörnchen in der Stahmelner Straße. 35 der 133 in der Kita zur Verfügung stehenden Plätze sind für die Mitarbeiter der DHL Hub Leipzig GmbH und für die European Air Transport Leipzig GmbH vorgesehen, da diese einen nicht unwesentlichen Teil in den Neubau investierten. Pädagogik der Vielfalt und Naturpädagogik sollen das Zentrum der pädagogischen Arbeit dieser Kita beinhalten.

Neue Kita in Gohlis
(Quelle: Outlaw, 10.07.2015, Link)

Der Träger Outlaw zieht aus der bereits vorhandenen Einrichtung in der Coppistraße in die Blumenstraße in Leipzig-Gohlis um. Der Umzug ist für Ende des Jahres 2015 bzw. Anfang 2016 geplant. Die neuen Räumlichkeiten bieten mehr Platz für die Kleinen. Insgesamt 88 Krippen- und Kindergartenplätze sind dann vorhanden. (Anmeldungen sind nach den Sommerferien unter Link möglich.)

Outlaw hat dieses Jahr bereits in Volkmarsdorf in der Hildegarstraße eine neue Kita eröffnet (Link). Diese bietet 180 Kindern aus insgesamt 22 Ländern Platz. Für Oktober ist die Eröffnung der Einrichtung in der Lutherstraße geplant.

Wiedereröffnung Kita an der Lehde
(Quelle: mephisto, 20.07.2015, Link)

Mit einer Verspätung von sieben Monaten eröffnen die Kitas an der Lehde 12 und 14 nun nach Sanierung wieder ihre Türen. Insgesamt 236 Kinder finden darin ihren neuen Betreuungsplatz.

Kita-News Leipzig: November 2014

Landgericht verhandelt Kitaplatz-Klage
(Quellen: 24.11.14, mdr.de Link, 25.11.14 sz-online.de, Link / 25.11.2014, Link)

Drei Leipziger Familien wollen vor dem Landgericht Schadensersatzansprüche gegenüber der Stadt geltend machen, weil diese ihnen nicht rechtzeitig zum Wiedereinstieg in den Beruf einen Betreuungsplatz vermitteln konnte. Die Klage wurde für rechtskräftig erklärt, der Rechtsanspruch gelte neben dem Kind auch für die Eltern. Bislang gibt es bundesweit offenbar keinen vergleichbaren Fall. Das Leipziger Bundesverwaltungsgericht hatte festgelegt, dass Kommunen die Kosten für eine private Kindertagesstätte erstatten müssen, wenn sie Eltern keinen öffentlichen Betreuungsplatz bereitstellen können. Voraussetzung sei, dass die Eltern rechtzeitig ihren Bedarf bei der Kommune angemeldet haben. In keinem der Fälle habe die Stadt einen Platz zur Verfügung gestellt und damit klar ihre Pflicht nicht erfüllt, so der vorsitzende Richter. Dies sei als schuldhaft anzusehen. „Aus welchen Gründen auch immer“, einem Erfolg der Klage stehe nichts im Wege, es gehe eigentlich nur noch um die genaue Höhe des Schadens. Am 12.01.2014 sollte das Urteil vorliegen, bis dato – 20.02.2014 – ist aber nichts bekannt.

Demonstration für besseren Betreuungsschlüssel in Leipzig
(Quelle: 20.11.14, lvz-online.de, Link)

Am 20.11.2014 demonstrierten eine Abordnung freier Leipziger Kita-Träger im Neuen Rathaus  für einen besseren Betreuungsschlüssel.  „Wir müssen lauter werden, wenn sich etwas ändern soll“, sagte eine Teilnehmerin. Die von CDU und SPD geplante Verbesserung des Schlüssels bis 2016 – von 13:1 auf 12:1 – würde nicht ausreichen, um an der Betreuungsarbeit spürbar etwas zu verändern: „Zeit für Elterngespräche oder Vor- und Nachbereitung des Tages ist bei der Ermittlung des Personalbedarfs wieder nicht eingerechnet“

Kultur-Stempelbuch für Kitas
(Quelle: 25.11.14, leipzig.de, Link)

Im November stellte das Leipziger Kulturamt ein Stempelbuch für Kindertageseinrichtungen zur Verfügung. In 35 kulturellen Einrichtungen der Stadt können sie bei einem Besuch mit ihren Kita-Kindern einen Stempel bekommen. Das Buch enthält viele Ideen zu Besuchen in Leipziger Theatern, Museen, sozio-kulturellen Zentren und Bibliotheken. Alle aufgeführten Einrichtungen haben eigene Angebote für Kindergartenkinder entwickelt und stehen sowohl Gruppen als auch Familien und Einzelbesuchern offen. Das Heft soll Einblick in die Vielfalt der kulturellen Angebote geben, die extra für Kindergartenkinder entwickelt wurden. Viele Bilder im Kinder-Stempelbuch bieten die Möglichkeit, mit den Kindern gemeinsam über den Besuch einer Kultureinrichtung zu entscheiden.

fast 550.000 Einwohner in Leipzig
(Quelle: 28.11.14, lvz-online.de, Link)

Kita-Essen einiger Anbieter teuerer durch Mindestlohn
(Quelle: 05.11.14 mdr.de, Link)

Neue Betreuungsplätze?

Am 12.11.2014 wurde der Erweiterungsbau der Kita „Kleine Füchse“ in der Frohburger Str. 33 (Leipzig-Süd, Träger: Kindervereinigung e.V.) freigegeben. 85 zusätzliche Plätze sind dadurch entstanden (50 Kindergarten, 35 Krippe). Insgesamt können 284 Kinder betreut werden. (Quelle: Leipzig.de, Link, Webseite der Kita)

Am 28.11.2014 feierte die neu Kita in der Stahmelner Straße 28 Richtfest. (32 Krippen-, 101 Kindergartenplätze, Träger: Internationaler Bund) Eröffnung voraussichtlich Mitte Juni/Juli 2015.

Die Diakonie-Kita in der Scheffelstraße 42 („Evangelische Kindertagesstätte – Scheffelstraße“) teilt mit: “ Derzeit befinden wir uns im Platzvergabe-Verfahren, so dass keine weiteren Anmeldungen für den Aufnahmezeitraum Januar 2015 bis Juni 2016 entgegen genommen werden können.“ (Quelle: diakonie-leipzig.de, Link)

Kita-Bau mit Hindernissen in Leipzig-Leutzsch: Im Januar 2014 wurde das Gelände der Rathenaustraße 5 frei für eine neue städtische Kindertagesstätte, die im September 2014 eröffnen sollte. Bis zum November hatten allerdings noch nicht einmal die Bauarbeiten begonnen. Die Sprecherin des Amt für Jugend, Bildung und Familie teilte mit, dass „wenn alles optimal läuft“ die neue Kita im September 2015 eröffnet wird. Woran liegt die mindestens einjährige Verzögerung? Die Baugenehmigung der Stadt habe sehr schnell vorgelegen, Verzögerungen gab es bei der Prüfung des Mietvertragsentwurfes durch das Amt für Gebäudemanagement (AGM) der Stadt schickte. Das AGM betreut den Bau der Kindertagesstätte auf Seiten der Kommune, ist quasi der operative Arm des Amtes für Jugend, Familie und Bildung. Das AGM mochte sich aber zu möglichen Problemen beim Vorhaben Rathenaustraße 5 auf Anfrage nicht äußern. (Quelle: Georg-Schwarz-Strasse.de nach einem Artikel der LVZ vom 28.11.14, Link)

Kita-News Leipzig – September / Oktober 2014

Stand des Kita-Ausbaus
(02.10.2014, Stadt Leipzig, Link)

2014 konnten bis Ende September 663 Plätze in neuen Kitas geschaffen werden. Bis Jahresende sollen 1.369 weitere Plätze folgen, insgesamt also 2032. Derzeit laufen 26 Baumaßnahmen, davon 18 Neubauten und 8 bauliche Erweiterungen.

Kita-Bedarfsplanung für die kommenden Jahre
(02.10.2014, Stadt Leipzig / 02.10.2014, lvz-online.de, Link)

Der Bedarf an Betreuungsplätzen steigt weiter, 2014/15 werden voraussichtlich 532 Plätze mehr benötigt als im vergangenen Jahr. Die Stadt rechnet insgesamt mit 45.418 Plätzen, die zukünftig benötigt werden. Mit Stand August 2014 gibt es 43.510 Betreuungsplätze in Leipzig (D.h.: Es gibt wohl 1900 Betreuungsplätze zu wenig – allerdings schließt das die Hortplätze mit ein).

Bis Sommer 2015 sollen 16 weitere Einrichtungen in Betrieb genommen werden. Die gegenwärtig geplanten Neubauten und Kapazitätserweiterungen in Kindertageseinrichtungen bis zum Sommer 2015 werden den Bestand an Plätzen in Einrichtungen auf knapp 28.000 Plätze für Kinder im Vorschulalter anwachsen lassen. 3.262 neue Plätze sollen so bis Ende 2015 entstehen. Eine Entspannung der Leipziger Kita-Situation wird Ende 2015 erwartet.

Bis 2017 sollen weitere 3.758 Betreuungsplätze kommen

Die Geburtenrate in Leipzig steigt allerdings kontinuierlich. 2013 wurden hier ca. 300 Kinder mehr geboren als im Vorjahr! Außerdem ziehen immer mehr junge Familien nach Leipzig, der Zuzug ist schlecht planbar. Der Ausbau muss also auch in den kommenden Jahren weitergehen. Derzeit werden in Leipzig 28.396 Kinder in Vorschuleinrichtungen betreut, in den nächsten drei Jahren sollen noch einmal 1854 Kita-Kinder dazu kommen. Bis 2017 weitere 35 Bauprojekte umsetzen und so 3.758 Plätze schaffen. Das Problem: Es stehen kaum noch (bezahlbare) Freiflächen zur Verfügung, vor allem in beliebten Stadtvierteln. Oftmals scheitern Kita-Projekte an den hohen Grundstückkosten, die die Stadt nicht bezahlen kann. Aus Erfahrung ist klar, dass sich ein Großteil der Projekte verzögert und nicht wie geplant fertig gestellt wird, etwa aufgrund von Finanzierungsgesprächen, Probleme mit Lärm- oder Denkmalschutz. In den kommenden Jahren werden davon abgesehen 266 Erzieherinnen benötigt, bisher konnten jedoch noch alle freien Stellen besetzt werden.

Verbesserung des Kita-Portals geplant
(02.10.2014, lvz-online.de, Link)

Das Kindergarten-Portal „Kivan“ soll reformiert werden. Eltern erhalten künftig bei der Anmeldung eine Referenznummer. Die Zahlenkombination benötigen sie später beim Abschluss eines Betreuungsvertrages. Auf diesem Weg will die Stadt ihre Statistiken schärfen, Mehrfachanmeldungen vermeiden und den Bedarf noch genauer erfassen. In den kommenden Tagen startet eine Testphase. Ab Schuljahr 2015/16 soll die Referenznummer Standard werden. Die Eltern müssten sich allerdings weiter in ihren Wunsch-Kitas selbst um einen Platz kümmern. Eine zentrale Vergabe wird es nicht geben.

Höhere Elternbeiträge ab 2015
(02.10.2014, Stadt Leipzig, Link)

Ab 1. Januar werden die Elternbeiträge für die Betreuung in Kindertageseinrichtungen steigen. Grund für die Erhöhung seien die gestiegenen Betriebskosten für die Betreibung der Kitas. Die Elternbeiträge müssten angepasst werden. Die Eltern erwartet:

  • in einer Kinderkrippe eine monatliche Steigerung um 2,62 Euro (von 207,52 auf 210,14 Euro) für eine 9-Stunden-Betreuung
  • in einem Kindergarten eine monatliche Steigerung um 1,58 Euro (v. 124,93 auf 126,51 Euro) für eine 9-Stunden-Betreuung

Kita-Schließtage als Protest für besseren Betreuungsschlüssel
(11.10.2014, mdr.de, Link)

In Sachsen sind am 10.10. einige Kitas der freien Wohlfahrtsverbände geschlossen geblieben. Damit wollten sich die Einrichtungen für einen besseren Personalschlüssel aussprechen.

Bundesagentur und Arbeitgeber fordern längere Kita-Öffnungszeiten
(20.10.2014, radioleipzig.de, Link)

Kita-Projekt „Willkommenskitas“ für Flüchtlingskinder in Sachsen, nicht in Leipzig
(30.10.2014, mdr.de Link, mephisto976.de Link)

Infos über neue Kitas in Leipzig

  • 18.09.2014: Baustart für zwei Kitas in Leipzig-Connewitz (Gustav-Freytag-Straße 31 und 33a), Integrative bbw kita „Connewitzer Rabauken“: 180 Kinder (60 Krippen- und 120 Kindergartenkinder), 7 Integrationsplätze, geplante Fertigstellung: Februar 2016. Die Integrative bbw kita „Connewitzer Murkelei“ wird ein Anbau an die bereits bestehende Krippeneinrichtung. Zu den 31 Krippenplätzen kommen dann 100 Kindergartenplätzen – darunter 6 Integrationsplätze, geplante Fertigstellung: November 2015
  • 24.09.2014: Eröffnung Kita Early Childhood Centre, Karl-Heine-Straße 95(Kita Leipzig-Plagwitz),  Träger: Leipzig International School, Platz für bis zu 280 Kinder, 60 Krippenkinder (http://www.intschool-leipzig.com/)
  • 29.09.2014: Grundstein Kita Kohlgartenstraße 9 (Link) und Kita Lutherstraße 4 (Link) (Kita Leipzig-Ost), je 120 Kita- und 60 Plätze. Eröffnung geplant für zweites Quartal 2015. Träger Kita Kohlgartenstraße: Fairbund e.V., Träger Kita Lutherstraße: Outlaw gemeinnützige Gesellschaft für Kinder- und Jugendhilfe mbH. Beide Kitas sind als Integrationseinrichtungen vorgesehen.
  • 01.10.2014: Grundstein für neue Kita in WahrenStahmelner Straße 28, Träger: Internationaler Bund, geplante Fertigstellung Juni 2015, Platz für 100 Kindergarten- und 32 Krippenkinder, 3 Integrationsplätze
  • 04.10.2014: Kita am St. Georg Krankenhaus ab 2015 keine Betriebskita mehr, neuer Träger: Städtischer Eigenbetrieb für Behindertenhilfe
  • 16.10.2014: 54 neue Kita-Plätze im Erweiterungsbau des „Blauen Elefanten“Tarostraße 17/19, Träger: Deutscher Kinderschutzbund e.V. Die Kita kann ab sofort also mehr Kinder aufnehmen als zuvor.

Das Sozialdezernat teilt mit: 2014 sind bisher 537 durch bauliche Maßnahmen geschaffene neue Plätze ans Netz gegangen, 1.360 Plätze kommen in diesem Jahr voraussichtlich noch hinzu.

Kita-News Mai 2014

Isabel Siebert (FDP Leipzig) wirft Sozialbürgermeister veraltete Vorrangkriterien bei der Kita-Platz-Vergabe vor
(l-iz.de, 02.05.2014, Link)

Isabel Siebert (FDP) fragte: „Wie kommt die Stadtverwaltung zur Auffassung, dass die Erfüllung des Rechtsanspruches an bestimmte Bedingungen geknüpft ist?“ Sozialbürgermeister Thomas Fabian antwortete, dass „die bis zum 31.07.2013 geltenden Kriterien aus § 24 a SGB VIII angewandt“ würden, im Falle von „dringlichsten Bedarfen“. Problematisch ist das, weil mit dem Rechtsanspruch auf Förderung ab dem 1. Lebensjahr für alle Kinder (!) eigentlich keine bestimmten Kriterien Vorrang haben dürfen. Alle haben gleichermaßen Anspruch auf Betreuung. Vorher wurden etwa Kinder von Berufstätigen bevorzugt. Siebert findet das „vollkommen inakzeptabel“ und fordert „transparente und rechtssichere Kriterien, die einzelne Kinder nicht benachteiligen (…) Alle Kinder müssen unabhängig von der Beschäftigung ihrer Eltern endlich gleich behandelt werden.“

Unser Kommentar: Richtig, die Vorrangkriterien dürfen seit dem 01.08.2013 nicht mehr gelten, weil alle Kinder Anspruch auf Frühförderung haben. Die Frage ist, wie die Stadt bzw. die Kitas die jetzt vorhandenen Probleme lösen sollen? Ausreichend Plätze gibt es nicht, teilweise bewerben sich 20-30 Familien auf einen Krippenplatz! Wie sollen „gerechte“ Entscheidungen gefällt werden, wenn noch nicht einmal für Kinder, deren Wohl gefährdet ist, ausreichend Plätze da sind? Lösungsvorschläge fehlen an der Stelle leider gänzlich. Wir wünschen uns konstruktive Vorschläge anstelle gegenseitiger Schuldzuweisungen!

Hat der Stadtrat den Kita-Ausbau verschlafen? 
(LVZ-Wahlforum, 15.05.2014, Link)

Der CDU-Vertreter sieht das Problem in der Blockierung privater Initiativen. Die Vertreterin der Linkspartei sieht das Problem in den falschen Prämissen bei der Planung und bei der Finanzierung. Der SPD-Sprecher erklärt den Rückstand mit dem unerwarteten Bevölkerungszuwachs („Vielleicht ist da nicht ganz so schnell der Schalter umgelegt worden“) und betont, dass der Schulausbau vorangetrieben werden müsse, damit dort nicht das gleiche passiert. Der FDP-Vertreter meint, dass Leipzig schon bei der Planung hinterherhinke.

Stadtratswahl 2014

Am 25. Mai hat Leipzig den neuen Stadtrat gewählt: Die CDU hat 18 Sitze, ebenso die Linke. Die SPD konnte 14 Sitze für sich gewinnen, die Grünen 11. Die FDP hat noch 2 Sitze, WVL, NPD und Piraten je einen und die AfD 4 Sitze. (zu den Ergebnissen). Für nahezu alle Parteien war die Kitaplatz-Situation Wahlkampfthema. Wir hoffen, dass den Worten die entsprechenden Taten folgen werden. Im Wahlkreis 9 werden am 12.10. – wegen eines NPD-Kandidaten, der nicht hätte antreten dürfen – Neuwahlen stattfinden. Erst danach kann die endgültige Zusammensetzung des Stadtrats bekannt gegeben werden.

Streit um Betreuungsschlüssel in sächsischen Kitas
(sz-online.de, 22.05.2014, Link)

Die Opposition im sächsischen Landtag hat der CDU/FDP-Regierung vorgeworfen, während ihrer bisherigen Regierungszeit nichts für eine Verbesserung der Kinderbetreuung getan zu haben. Sie hätten vor den letzten Wahlen versprochen, den Personalschlüssel zu verbessern. Die Betriebskostenzuschüsse für die Kitas von Seiten des Landes in Höhe von 1800 Euro pro Kind sind seit 2005 nicht angehoben worden, obwohl die Kosten gestiegen sind. Ein Sprecher der CDU-Fraktion verwies auf die hohen Kosten, die bei einer Verbesserung des Betreuungsschlüssels auf die Haushalte von Land und Kommunen zukämen. Die Grünen-Vorsitzende schlug eine Erhöhung der Grunderwerbssteuer vor, um die (veranschlagten) 90 Millionen Euro auszugleichen. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) zuvor in der Chemnitzer „Freien Presse“ eine kontinuierliche Zusammenarbeit von „älteren Menschen mit Kindererzieherinnen und Kindern“ angeregt. Die Hälfte der Arbeitslosen in Sachsen sei älter als 50 Jahre – nicht für alle Aufgaben in den Kitas sei hoch qualifiziertes Personal nötig. Eine Sprecherin der FDP meinte, durch eine Entbürokratisierung des pädagogischen Alltags müsse mehr mehr Zeit für die Kinder bleiben.

Unser Kommentar: An einer Verbesserung der Fachkraft-Kind-Relation führt kein Weg vorbei! Wir sind nach wie vor erschüttert, dass uns im Mai des vorigen Jahres ein Mitglied der CDU-Fraktion erklärte, dass es den Kommunen bereits freistehen würde, den Schlüssel anders zu gestalten, dies aber mit Verweis auf die zu hohen Kosten nicht geschehen würde. Kinderbetreuung sei Sache der Kommunen, die Prioritäten müssten dann entsprechend gesetzt werden. Auch der Hinweis von Ministerpräsident Tillich „nicht für alle Aufgaben in den Kitas sei hoch qualifiziertes Personal nötig“ geht unserer Ansicht nach in die falsche Richtung. Die Kitas haben in den letzten Jahren zunehmend Bildungsaufträge erhalten und haben große Problem, diesen unter den gegebenen Umständen annähernd gerecht zu werden. Eine Verbesserung des Schlüssels und eine Anhebung der Betriebskostenbezuschussung ist dringend erforderlich! Sachsen muss dringend Flagge für eine gute Kinderbetreuung zeigen! Unter anderem durch den schlechten Schlüssel kann sich das Land vor der Verantwortung drücken, die Rahmenbedingungen deutlich zu verbessern, um den Beruf attraktiver zu machen.

! Inzwischen wurde eine Erhöhung der Bezuschussung beschlossen  von 1875 auf 2060 Euro pro Kind und Jahr beschlossen ! (zur Meldung)

Familienminister der Länder fordern Geld vom Bund für Kinderbetreuung
(handelsblatt.com, 23.05.2014, Link)

Die Familienminister der 16 Länder fordern vom Bund zwei Milliarden Euro für die Kinderbetreuung. Der Bund müsse sich angemessen und dauerhaft an den Kosten beteiligen. Das Geld soll definitiv für Kitas verwendet werden und nicht einfach in die Länderhaushalte fließen.

Sachsen sucht Erzieher
(lvz-online.de, 24.05.2014, Link)

In Sachsen werden vielerorts dringend Erzieher gesucht. „In ländlichen Regionen ist es unter Umständen schwer, Personal zu finden“, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums. Einen Fachkräftemangel wie in anderen Bundesländern gebe es in Sachsen allerdings nicht. Noch könne der Bedarf gedeckt werden, hieß es. Vor allem in den Ballungsräumen gebe es zahlreiche Bewerber. „Die Arbeitslosigkeit ist in diesem Beruf überdurchschnittlich zurückgegangen“, im Vergleich zu 2007 ist sie in dem Bereich um 66 Prozent gesunken. In Leipzig gebe es – nach Angaben der Stadt – keinen Mangel an Bewerbern. Der Personalschlüssel werde eingehalten.

Unser Kommentar: Solange die Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen so miserabel sind – schlechte Bezahlung, hoher Stress, zu große Gruppen, kaum Aufstiegschancen, keine Anerkennung des Berufs – wird es zunehmend schwerer werden, geeignetes Personal für die Kinderbetreuung zu finden. Eine Verbesserung der Rahmenbedingungen ist dringend notwendig! Konkret: Eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels sowie bezahlte Vor- und Nachbereitungszeiten (siehe Initiative „weil Kinder Zeit brauchen“) und eine höhere Entlohnung. Bei einem Betreuungsschlüssel, der bundesweit zu den schlechtesten gehört, ist es ist außerdem einfach, zu behaupten, es gebe keinen Fachkräftemangel, „wie in anderen Bundesländern“. In Baden-Württemberg etwa – einem Land mit einem vergleichsweise hohen Fachkräftemangel – besteht ein Betreuungsschlüssel von 1:8 im Kindergartenbereich. Das sind 5 Kinder pro Gruppe weniger als in Sachsen! Logischerweise muss Baden-Württemberg eher von einem Fachkräftemangel sprechen als Sachsen. Wäre der Schlüssel in Sachsen besser, würde vermutlich auch hier das Problem deutlich zu Tage treten.

Kita-Themen im Rathaus:

  • FDP-Anfrage: 3 statt 30 Kitas im 1. Quartal 2014?
    (Quelle)

    1. Trifft es zu, dass im ersten Quartal nicht – wie angeündigt – 30 sondern mit nur zwei Kitabauten begonnen werden konnten?
    2. Wie viele Baubeginne und wie viele Inbetriebnahmen können nach aktuellem Stand in diesem Jahr realisiert werden?
    3. Wie viele Mitarbeiter betreuen insgesamt die Planung und Überwachung von Kitabauten in Leipzig?
  • Antwort Thomas Fabian (Ratsversammlung 21.05.14): Es ist mit 7 Kitabauten begonnen worden. Insgesamt laufen derzeit 21 Baumaßnahmen. Im Jahr 2014 sind 11 Baumaßnahmen in Angriff genommen worden. Für das Jahr 2014 sind insgesamt 34 Baubeginne vorgesehen. Nach derzeitigem Stand werden in diesem Jahr insgesamt wohl 18 Vorhaben fertiggestellt. Für 4 weitere Vorhaben ist eine Fertigstellung noch im Jahr 2014 möglich.Die Planung von Kitabauten werde im Amt für Jugend, Familie und Bildung durch eine Projektgruppe unter Leitung des Amtsleiters gesteuert. Der Projektgruppe gehörten 1. der Abteilungsleiter Verwaltung und Finanzen, 2. die Abteilungsleiterin Kindertagesstätten, 3. der Abteilungsleiter Bau und 4. die Abteilungsleiterin Jugendhilfeplanung an. Vier Mitarbeiter seien ausschließlich mit der Umsetzung der Kita-Investitionen beschäftigt. Aus den betreffenden Abteilungen würden zusätzlich themenbezogen Mitarbeiterinnen hinzugezogen. Darüber hinaus seien verschiedene Ämter der Stadtverwaltung mit der Planung, Prüfung und Genehmigung von Bauvorhaben befasst. Dazu gehörten das Amt für Bauordnung und Denkmalpflege, das Amt für Gebäudemanagement, das Gesundheitsamt, das Liegenschaftsamt und das Stadtplanungsamt.
  • Anfrage der Linkspartei nach der Einhaltung des Betreuungsschlüssels bei Ausfällen durch Krankheit, Urlaub, etc.
    (Antrag)

Weitere Nachrichten über Kindertagesstätten in Leipzig:

  • 28.05.2014: Spatenstich für die Kita des Internationalen Bunds in der der Stahmelner Straße 28, Wahren. Ab Ende Mai 2015 sollen hier 101 Kindergarten- und 32 Krippenkindern betreut werden, davon 3 Integrationsplätze. Da DHL sich mit mit 490.000 Euro  an den Gesamtkosten beteiligt, sollen 35 Kita-Plätze für DHL-Mitarbeiter reserviert werden. (Quelle)
  • Die Kita Sternwartenstraße ist mit dem Preis „ Forschergeist 2014“ ausgezeichnet worden.

Es tut sich etwas (?)

Die Ereignisse der vergangenen Tage und Wochen: Keine Plätze? Doch! Plätze…

Die Medien berichteten Anfang März – offenbar nach einer Meldung seitens der familienfreund KG -, dass die Stadt in einem Schreiben Eltern mitteilt, dass bis September 2014 alle Kita-Plätze in Leipzig belegt sind (nachzulesen hier und hier). Daraufhin ging ein Aufschrei durch Medien und Elternschaft.

Daraufhin stellte die Leipziger FDP-Fraktion eine – aus unserer Sicht der kluge – Anfrage im Stadtrat. Es sollte mitgeteilt werden, wie viele Betreuungsplätze genau in Leipzig von April bis August 2014 verfügbar sind.

Am Mittwoch (19.03.2014) teilt die Stadt in der Stadtratssitzung mit, dass derzeit 745 Betreuungsplätze frei wären. Genauer hingesehen: 512 Plätze im U3-Bereich und 234 Kindergartenplätze wären im Kita-Portal „nicht mit Verträgen im System untersetzt“. Bei den 512 Plätzen für Kinder unter 3 handele es sich um 369 Tagespflegeplätze und 143 Kitaplätze (hier das Antwort-Dokument als PDF).

Wie setzen sich die 746 verfügbaren Plätze zusammen?

Also: 143 Krippenplätze, 234 Kindergartenplätze und 369 Tagespflegeplätze bis September. Das ist nicht viel. Davon abgesehen zeigt das Kitaportal bei Anfrage keine freien Plätze an. Tagespflege ist für viele ganztags arbeitstätige Eltern keine Option, da sich ihre Arbeitszeiten oftmals (nicht immer) nicht mit den Betreuungszeiten der Tagesmütter/-väter vereinbaren lassen. Und: Es gibt nach wie vor Träger, die ihre Plätze nicht über das Portal vergeben. Die Zahl ist nur die halbe Wahrheit.

Am Freitag (21.03.2014) erklären Jugendamtsleiter Tsappos und Sozialbürgermeister Fabian in einer Pressekonferenz – zu der wir übrigens keinen Zutritt hatten, das Referat für Kommunikation der Stadt verweigerte uns die Aussage, wann und wo die Pressekonferenz stattfindet – dass die Tagespflege-Plätze direkt besetzbar wären. Die 377 Plätze in den Kindertagesstätten wären vorrangig in den neue gebauten Kitas verfügbar, es müsse mit den freien Trägern gesprochen werden, dass diese die Plätze frei geben bzw. zusätzliche Gruppen einrichten, die Kapazitäten der kommunalen Kitas sind offenbar ausgereizt (alles gut aufbereitet nachzulesen auf l-iz.de).

Unterstützung der betroffenen Eltern soll endlich kommen 

Und dann ist noch die Rede von der „Installation der vier Ansprechpartner, die sich ganz allein um die Kommunikation mit den suchenden Eltern kümmern sollen. „Das müssen echte Fachkräfte sein“, sagt Tsapos. „Die müssen wir natürlich aus unseren Strukturen holen.“ Ihre Arbeit aufnehmen können sie wahrscheinlich am 1. April. Dann bekommen die Eltern im Rathaus endlich, was sie seit acht Jahren vermissen: direkte Ansprechpartner für ihre Suche nach freien Betreuungsplätzen.“ Eine Forderung, die wir unter Anderem in unserer letzten Stellungnahme ganz klar geäußert haben!

Wir sind außerdem am 31.03. eingeladen zum Gesprächen mit dem Jugendamt („Runder Tisch Kindertagesbetreuung“), in dem wir uns bezüglich der Unterstützung suchender Eltern einbringen können sollen.