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Kita-News Leipzig – September / Oktober 2014

Stand des Kita-Ausbaus
(02.10.2014, Stadt Leipzig, Link)

2014 konnten bis Ende September 663 Plätze in neuen Kitas geschaffen werden. Bis Jahresende sollen 1.369 weitere Plätze folgen, insgesamt also 2032. Derzeit laufen 26 Baumaßnahmen, davon 18 Neubauten und 8 bauliche Erweiterungen.

Kita-Bedarfsplanung für die kommenden Jahre
(02.10.2014, Stadt Leipzig / 02.10.2014, lvz-online.de, Link)

Der Bedarf an Betreuungsplätzen steigt weiter, 2014/15 werden voraussichtlich 532 Plätze mehr benötigt als im vergangenen Jahr. Die Stadt rechnet insgesamt mit 45.418 Plätzen, die zukünftig benötigt werden. Mit Stand August 2014 gibt es 43.510 Betreuungsplätze in Leipzig (D.h.: Es gibt wohl 1900 Betreuungsplätze zu wenig – allerdings schließt das die Hortplätze mit ein).

Bis Sommer 2015 sollen 16 weitere Einrichtungen in Betrieb genommen werden. Die gegenwärtig geplanten Neubauten und Kapazitätserweiterungen in Kindertageseinrichtungen bis zum Sommer 2015 werden den Bestand an Plätzen in Einrichtungen auf knapp 28.000 Plätze für Kinder im Vorschulalter anwachsen lassen. 3.262 neue Plätze sollen so bis Ende 2015 entstehen. Eine Entspannung der Leipziger Kita-Situation wird Ende 2015 erwartet.

Bis 2017 sollen weitere 3.758 Betreuungsplätze kommen

Die Geburtenrate in Leipzig steigt allerdings kontinuierlich. 2013 wurden hier ca. 300 Kinder mehr geboren als im Vorjahr! Außerdem ziehen immer mehr junge Familien nach Leipzig, der Zuzug ist schlecht planbar. Der Ausbau muss also auch in den kommenden Jahren weitergehen. Derzeit werden in Leipzig 28.396 Kinder in Vorschuleinrichtungen betreut, in den nächsten drei Jahren sollen noch einmal 1854 Kita-Kinder dazu kommen. Bis 2017 weitere 35 Bauprojekte umsetzen und so 3.758 Plätze schaffen. Das Problem: Es stehen kaum noch (bezahlbare) Freiflächen zur Verfügung, vor allem in beliebten Stadtvierteln. Oftmals scheitern Kita-Projekte an den hohen Grundstückkosten, die die Stadt nicht bezahlen kann. Aus Erfahrung ist klar, dass sich ein Großteil der Projekte verzögert und nicht wie geplant fertig gestellt wird, etwa aufgrund von Finanzierungsgesprächen, Probleme mit Lärm- oder Denkmalschutz. In den kommenden Jahren werden davon abgesehen 266 Erzieherinnen benötigt, bisher konnten jedoch noch alle freien Stellen besetzt werden.

Verbesserung des Kita-Portals geplant
(02.10.2014, lvz-online.de, Link)

Das Kindergarten-Portal „Kivan“ soll reformiert werden. Eltern erhalten künftig bei der Anmeldung eine Referenznummer. Die Zahlenkombination benötigen sie später beim Abschluss eines Betreuungsvertrages. Auf diesem Weg will die Stadt ihre Statistiken schärfen, Mehrfachanmeldungen vermeiden und den Bedarf noch genauer erfassen. In den kommenden Tagen startet eine Testphase. Ab Schuljahr 2015/16 soll die Referenznummer Standard werden. Die Eltern müssten sich allerdings weiter in ihren Wunsch-Kitas selbst um einen Platz kümmern. Eine zentrale Vergabe wird es nicht geben.

Höhere Elternbeiträge ab 2015
(02.10.2014, Stadt Leipzig, Link)

Ab 1. Januar werden die Elternbeiträge für die Betreuung in Kindertageseinrichtungen steigen. Grund für die Erhöhung seien die gestiegenen Betriebskosten für die Betreibung der Kitas. Die Elternbeiträge müssten angepasst werden. Die Eltern erwartet:

  • in einer Kinderkrippe eine monatliche Steigerung um 2,62 Euro (von 207,52 auf 210,14 Euro) für eine 9-Stunden-Betreuung
  • in einem Kindergarten eine monatliche Steigerung um 1,58 Euro (v. 124,93 auf 126,51 Euro) für eine 9-Stunden-Betreuung

Kita-Schließtage als Protest für besseren Betreuungsschlüssel
(11.10.2014, mdr.de, Link)

In Sachsen sind am 10.10. einige Kitas der freien Wohlfahrtsverbände geschlossen geblieben. Damit wollten sich die Einrichtungen für einen besseren Personalschlüssel aussprechen.

Bundesagentur und Arbeitgeber fordern längere Kita-Öffnungszeiten
(20.10.2014, radioleipzig.de, Link)

Kita-Projekt „Willkommenskitas“ für Flüchtlingskinder in Sachsen, nicht in Leipzig
(30.10.2014, mdr.de Link, mephisto976.de Link)

Infos über neue Kitas in Leipzig

  • 18.09.2014: Baustart für zwei Kitas in Leipzig-Connewitz (Gustav-Freytag-Straße 31 und 33a), Integrative bbw kita „Connewitzer Rabauken“: 180 Kinder (60 Krippen- und 120 Kindergartenkinder), 7 Integrationsplätze, geplante Fertigstellung: Februar 2016. Die Integrative bbw kita „Connewitzer Murkelei“ wird ein Anbau an die bereits bestehende Krippeneinrichtung. Zu den 31 Krippenplätzen kommen dann 100 Kindergartenplätzen – darunter 6 Integrationsplätze, geplante Fertigstellung: November 2015
  • 24.09.2014: Eröffnung Kita Early Childhood Centre, Karl-Heine-Straße 95(Kita Leipzig-Plagwitz),  Träger: Leipzig International School, Platz für bis zu 280 Kinder, 60 Krippenkinder (http://www.intschool-leipzig.com/)
  • 29.09.2014: Grundstein Kita Kohlgartenstraße 9 (Link) und Kita Lutherstraße 4 (Link) (Kita Leipzig-Ost), je 120 Kita- und 60 Plätze. Eröffnung geplant für zweites Quartal 2015. Träger Kita Kohlgartenstraße: Fairbund e.V., Träger Kita Lutherstraße: Outlaw gemeinnützige Gesellschaft für Kinder- und Jugendhilfe mbH. Beide Kitas sind als Integrationseinrichtungen vorgesehen.
  • 01.10.2014: Grundstein für neue Kita in WahrenStahmelner Straße 28, Träger: Internationaler Bund, geplante Fertigstellung Juni 2015, Platz für 100 Kindergarten- und 32 Krippenkinder, 3 Integrationsplätze
  • 04.10.2014: Kita am St. Georg Krankenhaus ab 2015 keine Betriebskita mehr, neuer Träger: Städtischer Eigenbetrieb für Behindertenhilfe
  • 16.10.2014: 54 neue Kita-Plätze im Erweiterungsbau des „Blauen Elefanten“Tarostraße 17/19, Träger: Deutscher Kinderschutzbund e.V. Die Kita kann ab sofort also mehr Kinder aufnehmen als zuvor.

Das Sozialdezernat teilt mit: 2014 sind bisher 537 durch bauliche Maßnahmen geschaffene neue Plätze ans Netz gegangen, 1.360 Plätze kommen in diesem Jahr voraussichtlich noch hinzu.

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Kita-News Mai 2014

Isabel Siebert (FDP Leipzig) wirft Sozialbürgermeister veraltete Vorrangkriterien bei der Kita-Platz-Vergabe vor
(l-iz.de, 02.05.2014, Link)

Isabel Siebert (FDP) fragte: „Wie kommt die Stadtverwaltung zur Auffassung, dass die Erfüllung des Rechtsanspruches an bestimmte Bedingungen geknüpft ist?“ Sozialbürgermeister Thomas Fabian antwortete, dass „die bis zum 31.07.2013 geltenden Kriterien aus § 24 a SGB VIII angewandt“ würden, im Falle von „dringlichsten Bedarfen“. Problematisch ist das, weil mit dem Rechtsanspruch auf Förderung ab dem 1. Lebensjahr für alle Kinder (!) eigentlich keine bestimmten Kriterien Vorrang haben dürfen. Alle haben gleichermaßen Anspruch auf Betreuung. Vorher wurden etwa Kinder von Berufstätigen bevorzugt. Siebert findet das „vollkommen inakzeptabel“ und fordert „transparente und rechtssichere Kriterien, die einzelne Kinder nicht benachteiligen (…) Alle Kinder müssen unabhängig von der Beschäftigung ihrer Eltern endlich gleich behandelt werden.“

Unser Kommentar: Richtig, die Vorrangkriterien dürfen seit dem 01.08.2013 nicht mehr gelten, weil alle Kinder Anspruch auf Frühförderung haben. Die Frage ist, wie die Stadt bzw. die Kitas die jetzt vorhandenen Probleme lösen sollen? Ausreichend Plätze gibt es nicht, teilweise bewerben sich 20-30 Familien auf einen Krippenplatz! Wie sollen „gerechte“ Entscheidungen gefällt werden, wenn noch nicht einmal für Kinder, deren Wohl gefährdet ist, ausreichend Plätze da sind? Lösungsvorschläge fehlen an der Stelle leider gänzlich. Wir wünschen uns konstruktive Vorschläge anstelle gegenseitiger Schuldzuweisungen!

Hat der Stadtrat den Kita-Ausbau verschlafen? 
(LVZ-Wahlforum, 15.05.2014, Link)

Der CDU-Vertreter sieht das Problem in der Blockierung privater Initiativen. Die Vertreterin der Linkspartei sieht das Problem in den falschen Prämissen bei der Planung und bei der Finanzierung. Der SPD-Sprecher erklärt den Rückstand mit dem unerwarteten Bevölkerungszuwachs („Vielleicht ist da nicht ganz so schnell der Schalter umgelegt worden“) und betont, dass der Schulausbau vorangetrieben werden müsse, damit dort nicht das gleiche passiert. Der FDP-Vertreter meint, dass Leipzig schon bei der Planung hinterherhinke.

Stadtratswahl 2014

Am 25. Mai hat Leipzig den neuen Stadtrat gewählt: Die CDU hat 18 Sitze, ebenso die Linke. Die SPD konnte 14 Sitze für sich gewinnen, die Grünen 11. Die FDP hat noch 2 Sitze, WVL, NPD und Piraten je einen und die AfD 4 Sitze. (zu den Ergebnissen). Für nahezu alle Parteien war die Kitaplatz-Situation Wahlkampfthema. Wir hoffen, dass den Worten die entsprechenden Taten folgen werden. Im Wahlkreis 9 werden am 12.10. – wegen eines NPD-Kandidaten, der nicht hätte antreten dürfen – Neuwahlen stattfinden. Erst danach kann die endgültige Zusammensetzung des Stadtrats bekannt gegeben werden.

Streit um Betreuungsschlüssel in sächsischen Kitas
(sz-online.de, 22.05.2014, Link)

Die Opposition im sächsischen Landtag hat der CDU/FDP-Regierung vorgeworfen, während ihrer bisherigen Regierungszeit nichts für eine Verbesserung der Kinderbetreuung getan zu haben. Sie hätten vor den letzten Wahlen versprochen, den Personalschlüssel zu verbessern. Die Betriebskostenzuschüsse für die Kitas von Seiten des Landes in Höhe von 1800 Euro pro Kind sind seit 2005 nicht angehoben worden, obwohl die Kosten gestiegen sind. Ein Sprecher der CDU-Fraktion verwies auf die hohen Kosten, die bei einer Verbesserung des Betreuungsschlüssels auf die Haushalte von Land und Kommunen zukämen. Die Grünen-Vorsitzende schlug eine Erhöhung der Grunderwerbssteuer vor, um die (veranschlagten) 90 Millionen Euro auszugleichen. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) zuvor in der Chemnitzer „Freien Presse“ eine kontinuierliche Zusammenarbeit von „älteren Menschen mit Kindererzieherinnen und Kindern“ angeregt. Die Hälfte der Arbeitslosen in Sachsen sei älter als 50 Jahre – nicht für alle Aufgaben in den Kitas sei hoch qualifiziertes Personal nötig. Eine Sprecherin der FDP meinte, durch eine Entbürokratisierung des pädagogischen Alltags müsse mehr mehr Zeit für die Kinder bleiben.

Unser Kommentar: An einer Verbesserung der Fachkraft-Kind-Relation führt kein Weg vorbei! Wir sind nach wie vor erschüttert, dass uns im Mai des vorigen Jahres ein Mitglied der CDU-Fraktion erklärte, dass es den Kommunen bereits freistehen würde, den Schlüssel anders zu gestalten, dies aber mit Verweis auf die zu hohen Kosten nicht geschehen würde. Kinderbetreuung sei Sache der Kommunen, die Prioritäten müssten dann entsprechend gesetzt werden. Auch der Hinweis von Ministerpräsident Tillich „nicht für alle Aufgaben in den Kitas sei hoch qualifiziertes Personal nötig“ geht unserer Ansicht nach in die falsche Richtung. Die Kitas haben in den letzten Jahren zunehmend Bildungsaufträge erhalten und haben große Problem, diesen unter den gegebenen Umständen annähernd gerecht zu werden. Eine Verbesserung des Schlüssels und eine Anhebung der Betriebskostenbezuschussung ist dringend erforderlich! Sachsen muss dringend Flagge für eine gute Kinderbetreuung zeigen! Unter anderem durch den schlechten Schlüssel kann sich das Land vor der Verantwortung drücken, die Rahmenbedingungen deutlich zu verbessern, um den Beruf attraktiver zu machen.

! Inzwischen wurde eine Erhöhung der Bezuschussung beschlossen  von 1875 auf 2060 Euro pro Kind und Jahr beschlossen ! (zur Meldung)

Familienminister der Länder fordern Geld vom Bund für Kinderbetreuung
(handelsblatt.com, 23.05.2014, Link)

Die Familienminister der 16 Länder fordern vom Bund zwei Milliarden Euro für die Kinderbetreuung. Der Bund müsse sich angemessen und dauerhaft an den Kosten beteiligen. Das Geld soll definitiv für Kitas verwendet werden und nicht einfach in die Länderhaushalte fließen.

Sachsen sucht Erzieher
(lvz-online.de, 24.05.2014, Link)

In Sachsen werden vielerorts dringend Erzieher gesucht. „In ländlichen Regionen ist es unter Umständen schwer, Personal zu finden“, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums. Einen Fachkräftemangel wie in anderen Bundesländern gebe es in Sachsen allerdings nicht. Noch könne der Bedarf gedeckt werden, hieß es. Vor allem in den Ballungsräumen gebe es zahlreiche Bewerber. „Die Arbeitslosigkeit ist in diesem Beruf überdurchschnittlich zurückgegangen“, im Vergleich zu 2007 ist sie in dem Bereich um 66 Prozent gesunken. In Leipzig gebe es – nach Angaben der Stadt – keinen Mangel an Bewerbern. Der Personalschlüssel werde eingehalten.

Unser Kommentar: Solange die Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen so miserabel sind – schlechte Bezahlung, hoher Stress, zu große Gruppen, kaum Aufstiegschancen, keine Anerkennung des Berufs – wird es zunehmend schwerer werden, geeignetes Personal für die Kinderbetreuung zu finden. Eine Verbesserung der Rahmenbedingungen ist dringend notwendig! Konkret: Eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels sowie bezahlte Vor- und Nachbereitungszeiten (siehe Initiative „weil Kinder Zeit brauchen“) und eine höhere Entlohnung. Bei einem Betreuungsschlüssel, der bundesweit zu den schlechtesten gehört, ist es ist außerdem einfach, zu behaupten, es gebe keinen Fachkräftemangel, „wie in anderen Bundesländern“. In Baden-Württemberg etwa – einem Land mit einem vergleichsweise hohen Fachkräftemangel – besteht ein Betreuungsschlüssel von 1:8 im Kindergartenbereich. Das sind 5 Kinder pro Gruppe weniger als in Sachsen! Logischerweise muss Baden-Württemberg eher von einem Fachkräftemangel sprechen als Sachsen. Wäre der Schlüssel in Sachsen besser, würde vermutlich auch hier das Problem deutlich zu Tage treten.

Kita-Themen im Rathaus:

  • FDP-Anfrage: 3 statt 30 Kitas im 1. Quartal 2014?
    (Quelle)

    1. Trifft es zu, dass im ersten Quartal nicht – wie angeündigt – 30 sondern mit nur zwei Kitabauten begonnen werden konnten?
    2. Wie viele Baubeginne und wie viele Inbetriebnahmen können nach aktuellem Stand in diesem Jahr realisiert werden?
    3. Wie viele Mitarbeiter betreuen insgesamt die Planung und Überwachung von Kitabauten in Leipzig?
  • Antwort Thomas Fabian (Ratsversammlung 21.05.14): Es ist mit 7 Kitabauten begonnen worden. Insgesamt laufen derzeit 21 Baumaßnahmen. Im Jahr 2014 sind 11 Baumaßnahmen in Angriff genommen worden. Für das Jahr 2014 sind insgesamt 34 Baubeginne vorgesehen. Nach derzeitigem Stand werden in diesem Jahr insgesamt wohl 18 Vorhaben fertiggestellt. Für 4 weitere Vorhaben ist eine Fertigstellung noch im Jahr 2014 möglich.Die Planung von Kitabauten werde im Amt für Jugend, Familie und Bildung durch eine Projektgruppe unter Leitung des Amtsleiters gesteuert. Der Projektgruppe gehörten 1. der Abteilungsleiter Verwaltung und Finanzen, 2. die Abteilungsleiterin Kindertagesstätten, 3. der Abteilungsleiter Bau und 4. die Abteilungsleiterin Jugendhilfeplanung an. Vier Mitarbeiter seien ausschließlich mit der Umsetzung der Kita-Investitionen beschäftigt. Aus den betreffenden Abteilungen würden zusätzlich themenbezogen Mitarbeiterinnen hinzugezogen. Darüber hinaus seien verschiedene Ämter der Stadtverwaltung mit der Planung, Prüfung und Genehmigung von Bauvorhaben befasst. Dazu gehörten das Amt für Bauordnung und Denkmalpflege, das Amt für Gebäudemanagement, das Gesundheitsamt, das Liegenschaftsamt und das Stadtplanungsamt.
  • Anfrage der Linkspartei nach der Einhaltung des Betreuungsschlüssels bei Ausfällen durch Krankheit, Urlaub, etc.
    (Antrag)

Weitere Nachrichten über Kindertagesstätten in Leipzig:

  • 28.05.2014: Spatenstich für die Kita des Internationalen Bunds in der der Stahmelner Straße 28, Wahren. Ab Ende Mai 2015 sollen hier 101 Kindergarten- und 32 Krippenkindern betreut werden, davon 3 Integrationsplätze. Da DHL sich mit mit 490.000 Euro  an den Gesamtkosten beteiligt, sollen 35 Kita-Plätze für DHL-Mitarbeiter reserviert werden. (Quelle)
  • Die Kita Sternwartenstraße ist mit dem Preis „ Forschergeist 2014“ ausgezeichnet worden.

Es tut sich etwas (?)

Die Ereignisse der vergangenen Tage und Wochen: Keine Plätze? Doch! Plätze…

Die Medien berichteten Anfang März – offenbar nach einer Meldung seitens der familienfreund KG -, dass die Stadt in einem Schreiben Eltern mitteilt, dass bis September 2014 alle Kita-Plätze in Leipzig belegt sind (nachzulesen hier und hier). Daraufhin ging ein Aufschrei durch Medien und Elternschaft.

Daraufhin stellte die Leipziger FDP-Fraktion eine – aus unserer Sicht der kluge – Anfrage im Stadtrat. Es sollte mitgeteilt werden, wie viele Betreuungsplätze genau in Leipzig von April bis August 2014 verfügbar sind.

Am Mittwoch (19.03.2014) teilt die Stadt in der Stadtratssitzung mit, dass derzeit 745 Betreuungsplätze frei wären. Genauer hingesehen: 512 Plätze im U3-Bereich und 234 Kindergartenplätze wären im Kita-Portal „nicht mit Verträgen im System untersetzt“. Bei den 512 Plätzen für Kinder unter 3 handele es sich um 369 Tagespflegeplätze und 143 Kitaplätze (hier das Antwort-Dokument als PDF).

Wie setzen sich die 746 verfügbaren Plätze zusammen?

Also: 143 Krippenplätze, 234 Kindergartenplätze und 369 Tagespflegeplätze bis September. Das ist nicht viel. Davon abgesehen zeigt das Kitaportal bei Anfrage keine freien Plätze an. Tagespflege ist für viele ganztags arbeitstätige Eltern keine Option, da sich ihre Arbeitszeiten oftmals (nicht immer) nicht mit den Betreuungszeiten der Tagesmütter/-väter vereinbaren lassen. Und: Es gibt nach wie vor Träger, die ihre Plätze nicht über das Portal vergeben. Die Zahl ist nur die halbe Wahrheit.

Am Freitag (21.03.2014) erklären Jugendamtsleiter Tsappos und Sozialbürgermeister Fabian in einer Pressekonferenz – zu der wir übrigens keinen Zutritt hatten, das Referat für Kommunikation der Stadt verweigerte uns die Aussage, wann und wo die Pressekonferenz stattfindet – dass die Tagespflege-Plätze direkt besetzbar wären. Die 377 Plätze in den Kindertagesstätten wären vorrangig in den neue gebauten Kitas verfügbar, es müsse mit den freien Trägern gesprochen werden, dass diese die Plätze frei geben bzw. zusätzliche Gruppen einrichten, die Kapazitäten der kommunalen Kitas sind offenbar ausgereizt (alles gut aufbereitet nachzulesen auf l-iz.de).

Unterstützung der betroffenen Eltern soll endlich kommen 

Und dann ist noch die Rede von der „Installation der vier Ansprechpartner, die sich ganz allein um die Kommunikation mit den suchenden Eltern kümmern sollen. „Das müssen echte Fachkräfte sein“, sagt Tsapos. „Die müssen wir natürlich aus unseren Strukturen holen.“ Ihre Arbeit aufnehmen können sie wahrscheinlich am 1. April. Dann bekommen die Eltern im Rathaus endlich, was sie seit acht Jahren vermissen: direkte Ansprechpartner für ihre Suche nach freien Betreuungsplätzen.“ Eine Forderung, die wir unter Anderem in unserer letzten Stellungnahme ganz klar geäußert haben!

Wir sind außerdem am 31.03. eingeladen zum Gesprächen mit dem Jugendamt („Runder Tisch Kindertagesbetreuung“), in dem wir uns bezüglich der Unterstützung suchender Eltern einbringen können sollen.

Kita-News im Januar 2014

1.568 Plätze im Jahr 2013 geschaffen

Auf Anfrage unsererseits hat uns das Leipziger Jugendamt mitgeteilt:

Im Jahr 2013 wurden insgesamt 1.568 Plätze neu geschaffen, davon 316 Plätze in Bestandseinrichtungen. Das Angebot der Tagespflege wurde um 278 Plätze ausgebaut.

Wir erinnern uns: 2500 Plätze wurden versprochen. Im Jahr 2014 sollen es 5000 Betreuungsplätze sein.

Die fehlenden Plätze werden auch für Arbeitgeber zunehmend zum Problem (siehe: Artikel lvz-online.de vom 10.01.2014 und „Jung-Unternehmer hilft Mutter beim Kampf um den Kitaplatz“ (lvz-online.de, 10.01.2014)

Jugendamt verteidigt Kita-Portal
(lvz-online.de, 11.01.2014)

„Es ist nicht schlecht, es ist das einzige Portal, das ich kenne, das eine direkte Reservierung ermöglicht – bei freien Plätzen. Aber das System kann eben keine Plätze schaffen.“

Verbesserungen des Portals wurden im Stadtrat beschlossen – auch auf unsere Initiative hin!

Wir sitzen nun auch mit in dem Ausschuss, der an Verbesserungen arbeitet. Wir streben etwa an, dass es möglich wird sich einmalig zu registrieren und fünf Wunscheinrichtungen anzugeben. Außerdem sollen Eltern regelmäßig automatisch via E-Mail über den Stand ihrer Bewerbungen (Wartelistenplätze) informiert werden.

Wechsel von der Tagespflege in die Kita problematisch

Bei uns häufen sich die Anfragen von verzweifelten Eltern, die für ihre U3-Kinder keine Kitaplätze finden. Die Medien berichten, zum Beispiel die Leipziger Internetzeitung: „Leipziger Kita-Initiative warnt: Bei Kindergartenplätzen gibt es neue Probleme!“ (13.01.2014)

In Dresden offenbar Kitaplatz-Überschuss
(bild.de, 15.01.2014)

In den Jahren 2001 bis 2008 entstanden in Dresden 12.000 neue Betreuungsplätze. In Leipzig waren es nur 4000. In Dresden waren die Krippen 2013 nur zu 81 %, die Kitas zu 95 % ausgelastet. Bis 2016 sind wegen der steigenden Kinderzahlen nochmals mindestens 4000 zusätzliche Kita-Plätze erforderlich. Für das Ausbauprogramm stehen knapp 76 Mio. Euro zur Verfügung. In Leipzig dagegen sind 4,4 Mio. Euro für den Platzausbau geplant. Sozial-Bürgermeister Prof. Thomas Fabian verspricht dennoch, Ende 2014 einen Betreuungsplatz für jedes Kind anzubieten.

Jedes 3. Leipziger Kita-Kind sprachauffällig 
(lvz-online.de, 17.01.2013)

Das ist das Ergebnis des Kindergesundheitsberichts 2013. Die Störungen müssten frühzeitig erkannt und behandelt werden, wird im Bericht gefordert. „Für die meisten sprachauffälligen Kinder ergeben sich aber gute Chancen für Besserung und Heilung, wenn Sprachentwicklungsstörungen frühzeitig erkannt, eine adäquate medizinische Behandlung veranlasst beziehungsweise eine den Fähigkeiten des Kindes entsprechende Sprachförderung eingeleitet wurde.“   Besonders wird auf eine Förderung in der Kindertagesstätte hingewiesen.

Wir sehen hierin einmal mehr einen Hinweis auf eine dringend Verbesserung der Betreuungsqualität in den Leipziger Kitas, die – bei all der Rede um fehlende Plätze – nicht aus den Augen verloren werden darf!

LeiKiLa.ev in den Medien

Die Medien berichten über die unterstützenswerte Elterninitiative um Daniel Bäde und Ronny Eichhorn, die eine Leipziger Kleinkita gründen wollen:

http://www.lvz-online.de/leipzig/citynews/keine-stadt-fuer-kita-initiativen-leipzig-macht-es-eltern-schwer/r-citynews-a-223277.html

http://www.bild.de/regional/leipzig/kindergaerten/eltern-bauen-eigene-kita-34312380.bild.html

Der Verein sucht aktive Mitglieder! (Webseite LeiKiLa e.V.)

Neuer Jugendamtsleiter Tsapos
(lvz-online.de, 22.01.2014)

Der 44-Jährige Nicolas Tsapos war von einer Auswahlkommission als Kandidat bestimmt worden. Seit 1. Februar 2014 ist er der neuer Leiter des Amtes für Jugend, Familie und Bildung.

Der gebürtige Bielefelder, der Sprachen und Geschichte studierte sowie 2010 an der Universität Bielefeld als Doktor der Philosophie promovierte, hat reichlich Erfahrungen in der Jugendpolitik. Das SPD-Mitglied war lange Zeit im Bezirksvorstand der Awo in Ostwestfalen-Lippe, dort auch für Jugend und Familie zuständig. Derzeit sitzt er im Bielefelder Stadtrat, war viele Jahre auch im Jugendhilfeausschuss. Tsapos hatte sich auf die bundesweite Ausschreibung hin beworben und „den besten Eindruck“ hinterlassen. Er war zuletzt Geschäftsführer des Immobilienservice der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Bielefeld.

Kitas verklagen?

Halten wir für den falschen Weg. Versucht eine Leipzigerin aber aktuell und stößt bei vielen Leipziger Eltern auf Zuspruch, da sie sich Gründe für Ablehnungen erhoffen und Vergabe unter der Hand vermuten.

Die Medien haben berichtet:

http://www.l-iz.de/Leben/Familie%20und%20Kinder/2014/01/Klage-gegen-Leipziger-Kita-53434.html

Kaum Klagen wegen fehlendem Betreuungsplatz 
(radioleipzig.de, 01.02.2014)

Das liegt unserer Meinung nach nicht daran, dass die Eltern „wider Erwarten“ doch keine Probleme mit dem Finden von Betreuungsplätzen hätten, sondern hängt damit zusammen, dass Eltern sich nicht trauen, nicht die Zeit, das Geld und/oder Wissen haben, um „mal eben“ vor Gericht zu ziehen. Viele Eltern fürchten außerdem, dass ihnen ein x-beliebiger Kitaplatz zugeteilt werden würde. Außerdem sind Eltern der Meinung, dass eine Klage zu lange dauernd würde und ihr akutes Problem nicht lösen würde.

Weitere Kita-Nachrichten im Überblick:

  • Konfuzius-Kindergarten wird erweitert (Link)
  • Neue Kita „Holunderzwerge“ in Leipzig-Knauthain (Hubmaierweg 38) übergeben (Kontakt)
  • Erweiterung Kita „Kleiner Kiebitz“ eröffnet – 112 neue Plätze, insgesamt stehen in der Kita damit 242 Plätze, davon 72 Krippen- und 170 Kindergartenplätze sowie 16 Plätze für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf zur Verfügung (Kontakt)

Kita-News im Dezember 2013

Zu wenig Kita-Fachberatung in Sachsens Kitas
(bundespresseportal, 23.12.2013 – Link)

Seit 2009 sind die Betreuungszahlen in den sächsischen Kindertageseinrichtungen um 11 Prozent gestiegen. Die Anzahl der FachberaterInnen für die Teams in den Kindertageseinrichtungen und die pädagogischen Fachkräfte ist demgegenüber mit 32,68 Vollzeitstellen konstant geblieben. Fachberatung ist laut §21 Abs. 3 SächsKitaG eine Pflichtaufgabe der örtlichen Träger der Jugendhilfe. Einer Vollzeitstelle Fachberatung sollen maximal 20 bis 25 Kindertageseinrichtungen gegenüber stehen. Gegenwärtig beträgt das Verhältnis landesweit 1 zu 86! In Leipzig kommen 12.261 Kinder auf eine Vollzeitstelle Fachberatung. Die Qualitätssicherung in der Kindertagesbetreuung steht damit in Frage. Der personelle Ausbau der Fachberatung – im Zuge einer besseren Finanzierung der Kinderbetreuung –  ist demnach dringend erforderlich.

Weitere Informationen zum Thema gibt es bei der Leipziger Internetzeitung: Link

Kommunen fordern Unterstützung bei der Kinderbetreuung
(noz.de, 24.12.2013 – Link)

Deutschlands Kommunen fordern von Bund und Ländern weitere finanzielle Hilfen für den Ausbau der Kinderbetreuung. Da die Nachfrage nach Betreuung für die Kinder kontinuierlich wachse, seien nicht nur die Kommunen, sondern auch Bund und Länder gefordert, erklärte der Deutschen Städtetag. CDU/CSU und SPD haben angekündigt, weitere Finanzmittel bereitzustellen. Wichtig sei, dass das Geld vollständig vor Ort ankommt, damit tatsächlich die Qualität der Bildungsarbeit verbessert werden kann.

Weitere Kita-Nachrichten aus Leipzig:

  • Kita „UniKids“ eröffnet 

    Am 19.12. wurde nach nur 9 Monaten Bauzeit die zweite betriebsnahe Kindertagesstätte der Universitätsklinik Leipzig eröffnet. Mit den 140 zusätzlichen Betreuungsplätzen in der Paul-List-Straße 11c  verfügt die Uniklinik damit aktuell über 278 Kinderbetreuungsplätze für ihre MitarbeiterInnen.  Die 45 Krippenplätze sind bereits jetzt vollständig ausgebucht, von den 95 Kindergartenplätzen sind noch einige verfügbar! Träger der betriebsnahen Kindertagesstätte ist der Internationale Bund.

  • Kita Christopherus in Marienbrunn übergebenDie WBG Kontakt Leipzig hat am 20.12. die Kita auf dem Gelände „An der Tabaksmühle/Am Bogen“ an die Diakonie übergeben. Ab Januar finden 81 Kinder in der christlichen Kita eine neue Betreuungsstätte. 3 Plätze für Kinder mit besonderem Förderbedarf sollen hier bereitstehen und der pädagogische Fokus u.a. bei der musikalischen und religiösen Bildung liegen. 38 Plätze stehen im Krippenbereich zur Verfügung. (Kontakt: kita-christophorus@diakonie-leipzig.de)

Leipziger Kita-News im Juli 2013

Zu wenig Personal für Sachsens Kitas
(bild.de, 04.07.2013)

Nur 1200 statt 2500 zusätzliche Plätze in Leipzig
(l-iz.de 05.07.2013, bild.de 08.07.2013)

Demo zur Kita-Situation in Leipzig geplant
(wochenkurier.info, 08.07.2013)

Nur 4% der Plätze über das Kita-Portal
(lvz-online.de, 27.06.2013)

Angeblich genügend Kita-Plätze
(mdr.de, 11.07.2013)

Genügend Kita-Plätze? Eltern sind enttäuscht
(spiegel.de, 12.07.2013)

Deutscher Städtetag äußert sich skeptisch zum Kita-Ausbau
(swr.de, 11.07.2013)

Landesdirektion verlangt Fakten zum Plan bzgl. Schadensersatzansprüchen
(l-iz.de, 27.07.2013)

Haushalts-Loch in Leipzig 
(focus.de, 26.07.2013)

Mega-Kitas und Container-Krippen in Sachsen
(taz.de, 23.07.2013)

außerdem:

(thomasfeist.de)

Positionen des Stadtrats – Zusammenfassung & Stellungnahme

Wir haben uns die Interviews noch einmal genau angeschaut, zusammengefasst und kommentiert. Interessant sind die Informationen, die u.a. die FDP für Eltern zum Thema Kitaplatz-Suche und Rechtsanspruch gibt (Ende der Stellungnahme)

Einschätzung der Kita-Situation

Dramatisch (die Linke). Nicht ausreichend (CDU). Schwierig (FDP). Problematisch (Grüne). Noch angespannt (SPD).

SPD, Grüne und Die Linke schätzen die Situation als höchst problematisch mit vielen Problemstellen ein. CDU und SPD hingegen wirken optimistischer: Sie räumen ein, dass die Plätze derzeit nicht ausreichen, erklären aber auch, dass schließlich alles getan werde, um den Mangelzustand zu ändern, was dann wohl auch in absehbarer Zeit erreicht sein wird. Daran scheint kein Zweifel zu bestehen.

Kommentar:

So wird vermittelt: „Wir bauen doch aus, was sollen wir auch sonst tun?“ Der Mangel ist JETZT da, wir müssen JETZT damit leben und die Stadt muss für unsere desaströse Situation Verantwortung übernehmen! Eine adäquate Mangelverwaltung wäre das Mindeste, was die Stadt uns Eltern entschädigend anbieten müsste – eine Abschaffung des sinnlosen Eltern-Portals etwa oder Entschädigungsleistungen für alle, die länger als 3 Monate einen Kita-Platz suchen sowie Unterstützung beim Finden und Bezahlen privater Kinderbetreuung. Die Übernahme von Verantwortung sieht anders aus.

Die Kita-Situation im Optimalfall

Alle Fraktionen wünschen sich, dass alle Kinder, für die ein Platz benötigt/gewünscht wird, einen Platz bekommen.

Die Bedingungen unterscheiden sich aber dann doch: Die CDU meint, dass für jedes Kind ein Platz „mit zumutbarem Aufwand“ gefunden werden soll. FDP und SPD und sprechen sich außerdem betont für echte Wahlfreiheit bei dem Betreuungslatz aus, was für diese VertreterInnen bedeutet, dass mehr Plätze vorhanden sein müssen, als nachgefragt werden. Der Faktor „Wohnortnähe“ wird bei den Grünen, der SPD und der Linkspartei besonders betont. Eine transparente Platzvergabe wird von FDP, den Linken und den Grünen gefordert. Die Grünen sprechen zudem ausdrücklich von ausreichend Kita-Plätzen, während ansonsten von Betreuungsplätzen in Kita oder Tagespflege die Rede ist.

Kommentar:

Mehr als genug Plätze und Wahlfreiheit: Das wünschen wir uns auch. Was im Sinne der CDU ein „zumutbarer Aufwand“ ist, würden wir gern genauer wissen.

Wie soll die Situation verbessert werden?

SPD und CDU sehen die Schaffung von mehr Plätzen als oberstes Ziel.

FDP, Linke und Grüne scheinen sich einig zu sein, dass für Kitas mehr Geld ausgegeben werden muss. Dafür müssten vor allem die Prioritäten der Stadt anders gesetzt werden. Außerdem müsse das Land Sachsen die Kitapauschale erhöhen.

Ein Plan zum Umgang mit der Personalknappheit (FDP, Grüne), eine Veränderung der Vergabepraxis (Grüne) und eine tatsächliche Erfassung des Platzbedarfs (Linkspartei) sind weitere Veränderungsansätze, die aber offensichtlich nicht von allen Parteien gleichermaßen getragen werden.

Alle Parteien – bis auf die CDU – erklären später außerdem detailliert, wie sich ihre Fraktion vehement für die Verbesserung der Kita-Situation eingesetzt hat. Mehrere Fraktionen  – FDP, SPD und Grüne – betonen man könne sich auch gern direkt bei Ihnen melden, wenn man Probleme bei der Kitaplatz-Suche hat.

Kommentar:

Mehr Kita-Plätze: Das wollen alle Fraktionen. Aus den Standpunkten von SPD und CDU klingt heraus, dass das Schaffen von mehr Plätzen ausreichend würde. Linke, FDP und die Grünen sehen darüber hinaus weiteren Handlungsbedarf. In der Gesamtheit kommt man fast zu dem, was wir uns vorstellen: Ausbau fokussieren, Personalknappheit begegnen, die Vergabe ändern, den Platzbedarf bei den Eltern erfragen. Uns fehlt wieder der Punkt: Mangelverwaltung. Was können die Fraktionen uns denn JETZT anbieten? Außerdem wollen wir unsere Kinder GUT betreut wissen – die Qualität darf nicht unbedacht bleiben! Das Interview mit Kita-Leiter Jürgen Brehmewar in dieser Hinsicht erschreckend.

Warum ist die Kita-Situation in Leipzig so problematisch und warum ist eine zufriedenstellende Lösung so schwer erreichbar? 

Fakt ist: Die Zuschüsse der Stadt zur Kita-Finanzierung sind seit 2000 von 35,4 Mio. Euro auf 106,7 Mio. Euro gestiegen. Die Geburtenzahl ist von 3.757 auf 5.566 pro Jahr gewachsen.

Als Grund für die zähe Verbesserung der Situation führen die Fraktionen verschiedenste Punkte an. Hier die Übersicht:

  1. Kitas sind sehr teuer für eine Kommune.
  2. Leipzig hat eine schwierige Haushaltssituation (Schulden).
  3. Die Sächsische Kitapauschale wurde seit 2005 nicht erhöht, obwohl die Kosten nachweislich gestiegen sind.
  4. Viele Zuständigkeiten bezüglich Verbesserungen liegen beim Land Sachsen, etwa der Betreuungsschlüssel – hier kann die Stadt nichts ausrichten.
  5. Ein Kita-Neubau ist ein sehr langwieriger, bürokratischer Prozess: Strikte Regularien, Prüfungen, etc. sind mit Verzögerungen verbunden – 1,5 bis 2 Jahre müssen von der Planung bis zur Fertigstellung kalkuliert werden.
  6. Die explosionsartige Bevölkerungs- und Geburtenentwicklung war unvorhersehbar bzw. wurde nicht vorhergesehen / ernst genug genommen.
  7. Es gibt einen Mangel an für Kitas geeignetem Bauflächen.
  8. Es gibt bereits jetzt einen Fachkräftemangel und zu wenig Nachwuchs.
  9. Die Zusammenarbeit der städtischen Ämter untereinander sowie die der Stadt mit Unternehmen ist mangelhaft.
  10. Die Stadt hat den Ausbau jahrelang verschlafen / hat zu spät reagiert.
  11. Die Stadt hat die Prioritäten jahrelang falsch gesetzt / setzt die Prioritäten falsch.

Kommentar:

Es ist interessant, dass „die Stadt“ von Vertreter des Stadtrats an vielen Stellen beschuldigt wird. Wir wünschen uns Einigkeit beim Thema Kita!

Woher rührt die Uneinigkeit?

Dass mehr Kitaplätze in Leipzig gebraucht werden, ist klar. Dass mehr Kitaplätze vorrangig durch mehr Kitas zustandekommen, ist auch klar. Es müssen also mehr Kitas gebaut werden, dafür muss Geld in die Hand genommen werden. Wenn die Stadt den Babyboom nicht hat kommen sehen bzw. zu lange nicht genau genug hingeschaut und/oder entsprechend darauf reagiert hat umso mehr. Dass für eine zufriedenstellende Lösung der Kita-Problematik a) eine realistische Planung mit b) realistischen Zahlen (idealerweise aus einer direkten Bedarfsbefragung stammend) unumgänglich sind: Wer würde das bezweifeln? 

Also, liebe Stadträte: Engagiert euch im Sinne von Leipzigs Familien für: 

  • Mehr Haushaltsmittel für Kitas und weniger für Prestige-Objekte!
  • Baugrund vorrangig an Kitas, statt an private Investoren!
  • Bedarfsermittlung via Elternbefragung!
  • Konkrete Ideen für die Gewinnung von Kita-Personal und die Unterstützung von Kita-Neugründungen durch freie Träger und/oder Elterninitiativen!
  • eine Verbesserung der Platzvergabepraxis!
  • eine verbesserte Zusammenarbeit der Stadtverwaltung!

Was können/müssen Eltern tun?

Platzsuche:

  1. Suche nach einem Platz frühzeitig beginnen und Elternportal als Informationsplattform nutzen. Bei der Suche darf keine Einrichtung darf Eltern auf das Portal verweisen! Suche mit und ohne Portal sind parallel möglich!
  2. Auch Tagespflegepersonen bzw. Träger von Tagespflegepersonen kontaktieren.
  3. sSpätestens 6 Monate vor Platzbedarf schriftlich an das Jugendamt wenden (in dem Schreiben: Zeitpunkt, ab wann Platz gewünscht + Wunscheinrichtun angeben) UND ein Schreiben mit gewünschtem Betreuungsbeginn an die Wunscheinrichtung schicken. Das ist wichtig für die Klage!
  4. Drei Monate vor dem Wunschtermin ans Jugendamt wenden und nicht locker lassen!
  5. Zwei Monate vor dem Wunschtermin über eine Verpflichtungsklage nachdenken (kostet Geld und es gibt keine Garantie, dass sie erfolgreich ist)
  6. Im Notfall: Den Platz via Klage einfordern.

Politisch:

  • Petition, Elternbefragung
  • direkt an die Fraktionen herantreten

Vielleicht sollten wir die Anfragen, die wir täglich von verzweifelten, frustrierten, überforderten Eltern bekommen monatlich bündeln und an die Fraktionen / die Stadt weiterleiten, um das Ausmaß deutlich zu machen?