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Kita-News: November 2015

Keine Erhöhung der Elternbeiträge
(Quelle: LVZ online, 20.11.2015, Link)

 

Der Stadtrat hat mit großer Mehrheit die Erhöhung der Elternbeiträge für die Kita-Betreuung abgelehnt. Trotz gestiegener Betriebskosten gab es aus den Parteien der Linken, CDU und AfD keine Befürwortung. Eine symbolische Senkung der Beträge, wie sie die Grünen vorschlugen, wird es aber wegen erhöhten Verwaltungsaufwands auch nicht geben.

 

Kita-News: Oktober 2015

Neueröffnung zweier Kitas in Connewitz
(Quelle: bbw leipzig, 03.10.2015, Link)

Voraussichtlich ab April 2016 eröffnen zwei Kitas in Connewitz ihre Türen. Platz ist jeweils für 120 Kindergarten- und 60 Krippenkinder, außerdem entstehen 7 Integrationsplätze. Betreut werden können die Kinder ab ihrem vollendeten 1. Lebensjahr.

Wenn Interesse an einem Platz besteht, bitte bis zum 24. November 2015 die Kita-Bedarfsanzeige (Link) ausgefüllt an die angegebene Adresse senden.

Höhere Kita-Beiträge ab 2016
(Quelle: LVZ online, 06.10.2015, Link)

Ab 2016 sollen die Kita-Beiträge voraussichtlich erneut erhöht werden. Noch ist das Papier vom Stadtrat aber nicht verabschiedet worden. Ein Kindergartenplatz soll demnach etwa 4 Euro und ein Krippenplatz monatlich circa 7 Euro teurer werden. Grund dieser Erhöhung seien die gestiegenen Betriebskosten, die anteilig auf die Eltern umgelegt werden können.

 

 

Kita-News: September 2015

Einweihung Kita St. Benno
(Quelle: Caritas Leipzig, 08.09.2015, Link)

Am 28. August 2015 wurde die Kita St. Benno in Gohlis durch Erzbischof Dr. Rainer Koch feierlich eingeweiht. Diese Kita ist eine von insgesamt sechs katholischen Einrichtungen im Dekanat und bietet 104 Kindern Platz. Sie ist zwar bereits seit Anfang Juni 2015 eröffnet, es sind jedoch immer noch Plätze für Kinder ab fünf Jahren zu vergeben.

Wenn Interesse an einem Platz besteht, melden Sie sich bitte bei der Kita St. Benno unter der Telefonnummer: (0341)  9 18 79 220

Richtfest der Kita Claras Kinder
(Quelle: info tv leipzig, 18.09.2015, Link)

In Leipzig-Schönefeld soll ab Juni 2016 eine neue Kita der Johanniter-Unfall-Hilfe eröffnet werden. Zum jetzigen Richtfest teilte der zukünftige Betreiber mit, dass es neben üblichen Kita-Räumen unter anderem auch einen Wellness- und Saunabereich für die Kleinen geben wird. Das besondere pädagogische Konzept sieht vor, die Kinder an eine gesunde Lebensweise heranzuführen. Insgesamt sollen 117 Kindergarten- und 48 Krippenkinder betreut werden.

Eröffnung der Kita Tarsius
(Quelle: info tv leipzig, 25.09.2015, Link)

In der Inselstraße auf dem Campus Graphisches Viertel Leipzig wurde die Kita Tarsius feierlich eröffnet. Träger ist die Rahn Dittrich Group. Neben einem Spielplatz auf dem Dach, ist auch hier eine Sauna vorhanden. Schwerpunkt des pädagogischen Konzepts ist vor allem der künstlerisch-musikalische und sportliche Bereich. Die Kita besuchen insgesamt 180 Kinder.

 

Kita-News: Juli 2015

Eröffnung Kita Flüghörnchen
(Quelle: infoTV, 03.07.2015, Link)

Offizielle Schlüsselübergabe erfolgte in der Kita Flughörnchen in der Stahmelner Straße. 35 der 133 in der Kita zur Verfügung stehenden Plätze sind für die Mitarbeiter der DHL Hub Leipzig GmbH und für die European Air Transport Leipzig GmbH vorgesehen, da diese einen nicht unwesentlichen Teil in den Neubau investierten. Pädagogik der Vielfalt und Naturpädagogik sollen das Zentrum der pädagogischen Arbeit dieser Kita beinhalten.

Neue Kita in Gohlis
(Quelle: Outlaw, 10.07.2015, Link)

Der Träger Outlaw zieht aus der bereits vorhandenen Einrichtung in der Coppistraße in die Blumenstraße in Leipzig-Gohlis um. Der Umzug ist für Ende des Jahres 2015 bzw. Anfang 2016 geplant. Die neuen Räumlichkeiten bieten mehr Platz für die Kleinen. Insgesamt 88 Krippen- und Kindergartenplätze sind dann vorhanden. (Anmeldungen sind nach den Sommerferien unter Link möglich.)

Outlaw hat dieses Jahr bereits in Volkmarsdorf in der Hildegarstraße eine neue Kita eröffnet (Link). Diese bietet 180 Kindern aus insgesamt 22 Ländern Platz. Für Oktober ist die Eröffnung der Einrichtung in der Lutherstraße geplant.

Wiedereröffnung Kita an der Lehde
(Quelle: mephisto, 20.07.2015, Link)

Mit einer Verspätung von sieben Monaten eröffnen die Kitas an der Lehde 12 und 14 nun nach Sanierung wieder ihre Türen. Insgesamt 236 Kinder finden darin ihren neuen Betreuungsplatz.

Kita-News: Juni 2015

Bedarf an Kita-Plätzen steigt weiter
(Quelle: LVZonline, 04.06.2015, Link)

Die Zahl der benötigten Kita-Betreuungsplätze in Leipzig wird stetig größer. Aktuell warten offenbar noch ca. 300 Eltern auf einen Kita-Platz. Das Amt für Jugend, Bildung und Soziales teilte mit, dass bis zum Sommer 2016 in Leipzig insgesamt 3000 neue Betreuungsplätze entstehen sollen. Ein Puffer für Kinder, die im laufenden Jahr aufgenommen werden, wird mit eingeplant, um dem Problem zu entgehen, dass Kinder, die „unterjährig“ und nicht zum jeweiligen Schuljahresbeginn in Kitas aufgenommen werden sollen, aktuell noch oft große Probleme haben, einen Platz zu finden. Die 3000 Betreuungsplätze umfasst Betreuungseinrichtungen für Kinder ab 3 Jahren und Horte, nicht jedoch die Kindertagespflege für Kinder unter 3 Jahren. Deren Bedarf soll minimal schrumpfen. Eine Auflistung für Einrichtungen, die bis Ende 2015 und 2016 in Betrieb genommen werden, liefert die LVZ unter diesem Link auch.

Kein Recht auf Wunsch-Platz
(Quelle: MDR Jump, 30.06.2015, Link)

Über 400 Verfahren zu einem Kita-Platz in der Wunsch-Einrichtung gelten seit Dienstag als gescheitert. Laut Verwaltungsgericht Leipzig seien einerseits sind die kommunalen Kita-Plätze voll und andererseits könne die Stadt nicht über die Plätze in Kitas in freier Trägerschaft verfügen.

Seit Mittwoch, dem 01.07.2015, ist auch das überarbeitete Elternportal online (Link). Dort können Eltern über einen Elternaccount bis zu 5 Wunscheinrichtungen angeben. Die Plätze werden jedoch weiterhin durch die Einrichtungen und die Tageseltern selbst vergeben.

 

Kita-News: Mai 2015

Neue Kita in der Lutherstraße
(Quelle: OUTLAW, 30.04.2015, Link)

Der Träger OUTLAW schafft in der Lutherstraße (Leipzig-Ost) 180 neue Kita-Plätze, davon 60 Krippenplätze. Die Eröffnung ist für Oktober 2015 geplant. OUTLAW hat bereits in der Hildegardstraße in Leipzig diesen Mai eine weitere Kita mit 180 Plätzen eröffnet.

Neue Kita im Süden Leipzigs übergeben
(Quelle: info tv leipzig, 13.05.2015, Link und LVZ online Link)

In der Bornaischen Straße 182 c hat die Stadt Leipzig ihren Neubau übergeben. Die Kita bietet nun Platz für insgesamt 205 Kinder, davon sind 45 Krippenplätze, auch 6 Integrativplätze sind vorhanden. Das bestehende Gebäude soll noch bis 2017 weiter genutzt werden.

LWB baut eigene Kita
(Quelle: LVZ online, 20.05.2015, Link)

Nahe der Kreuzung Elsterstraße/Zentralstraße entsteht bis zum Sommer 2016 eine neue Kita mit insgesamt 102 Betreuungsplätzen, darunter 30 Krippenplätze und 2 für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Träger der neuen Kita ist der Deutsche Kinderschutzbund. Die LWB plant zukünftig Kitas in den Geschosswohnungsneubau zu integrieren.

Stadt verspricht zahlreiche neue Kita-Plätze
(Quelle: Radio Leipzig,21.05.2015, Link)

Der Stadtrat hat am 20.05.2015 beschlossen, bis 2018 fast 6000 neue Kita- und Krippenplätze zu schaffen. Kritik kam dabei von einigen Fraktionen, dass bis zu 90 Prozent nicht die Stadt selbst sondern Freie Träger eingesetzt werden sollen.

Stadt bestätigt: 4500 statt 2000 Plätze fehlen, keine Entspannung 2015!

Wir haben nun die Betreuungszahlen für 2014 von der Stadt bekommen und unsere Vermutungen, dass sehr viel mehr Plätze als die 2000 fehlen, die im Oktober von der Landesregierung angegeben wurden, hat sich bestätigt:

2014 wurde 23.591 Kinder in Leipzig betreut, davon 5312 in der Krippe, 15.654 in der Kita, 2625 in der Tagespflege. Geschätzt hat die Stadt, dass 2014 6646 Plätze in der Krippe, 18.544 Plätze in der Kita, 2908 in der Tagespflege gebraucht werden.

Das ist eine Diskrepanz von 4507 Plätzen!

Wenn wir nun noch dazu rechnen, dass der Bedarf im U3-Bereich mit 55% zu niedrig angesetzt ist, dann sind es sogar noch einige Betreuungsplätze mehr, die in Leipzig tatsächlich fehlen.

Dazu bekamen wir die Info: „Bis Ende 2015 werden nach gegenwärtigem Kenntnisstand in 14 Neubau- und 7 Erweiterungsmaßnahmen 2.426 Plätze für Kinder bis Schuleintritt, davon 698 Krippenplätze entstehen.“, denn „8  [der für 2015 geplanten] Maßnahmen (4 Neubauten, 4 Erweiterungen) mit 799 Plätzen, davon 240 für Krippenkinder (…), bei denen gegenwärtig jedoch Verzögerungen im Ablauf eingetreten sind“, werden wohl nicht Jahr 2015 zu realisieren sein.

Das heißt, dass Ende 2015 nach wie vor mindestens 2000 fehlen werden, falls diese 2400 Plätze bis dahin wirklich realisiert werden können . Und der Bedarf steigt ja stetig weiter, ebenso wie der Zuzug. Es kann also nicht davon die Rede sein, dass sich die Lage im Herbst 2015 entspannen wird.

Kita-News Leipzig: Dezember 2014

Offizielle Zahlen: 2000 Betreuungsplätze fehlen in Leipzig!(?)
(Quelle: offizielles Antwortschreiben sächs. Landtag: Link, l-iz.de, 09.12.14, Link sowie mdr. de, 14.12.14, Link)

Die Linkspartei hat die sächsische Staatsregierung befragt. Die Kultusministerin bezifferte die fehlenden Betreuungsplätze auf 500 Krippenplätze und 1.500 Kitaplätze. „Es bestehe eine Unterdeckung zum ermittelten Bedarf von 2000 Plätzen“.

Vorsicht: Die Zahl bezieht sich auf die Bedarfsschätzung der Stadt!

Uns wundert folgendes: Für 2014 setzte die Stadtplanung einen Bedarf für den gesamten U3-Bereich – also der Betreuungsplatzbedarf für Familien mit Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren – von 55 % an, wobei der überwiegende Teil (82,7 %) davon im Bereich der 1-3-Jährigen gesehen wird (Quelle: Stadt Leipzig, Mitteilung vom 14.10.2013, Link). Unverständlich! Denn das Landesamt für Statistik habe (Quelle l-iz.de, Link) im März 2014 bekannt gegeben, dass in Leipzig 48,6% aller Kinder von 1 bis 3 Jahren betreut wurden. Die sächsische Besuchsquote von Kindern im Alter von 1 bis 3 Jahren liege bei 63,6%! Dresden habe bei ähnlichen Bevölkerungs- und Geburtenzahlen im Bereich der 1- bis 3-Jährigen eine Besuchsquote von  62,2%. Angesichts dieser Zahlen fragen wir: Warum setzt Leipzig einen deutlich niedrigeren Bedarf von 55% im U3-Bereich an? Für das Jahr 2015 setzt die Stadt einen Bedarf von 58% im Bereich 1-3 an.

Die Planungspapiere der Stadt sprechen von 28092 Plätzen, die Ende 2014 hätten vorhanden sein sollen. Tsappos erklärte im Oktober 2014, dass er für Ende 2014 von 25.476 Plätzen ausgeht (Quelle l-iz.de, Link). Dabei wird er aber die 1369 bis zum Jahresende 2014 geplanten Eröffnungen mit eingerechnet haben (siehe: Medieninformation der Stadt Leipzig vom 02.10.2014, Link), die nach unseren Recherchen jedoch bis auf 3 Erweiterungen tatsächlich bis dato nicht stattgefunden haben. Statt der 5000 Plätze wie ursprünglich für 2014 angekündigt (Quelle: Stadt Leipzig, Mitteilung vom 14.10.2013, Link), hat die Stadt tatsächlich nur 1.332 Plätze. Nur 26% der für 2014 geplanten Plätze konnten so tatsächlich realisiert werden.

Von Tsappos Oktober-Schätzung für Ende 2014 müssen wir also 1200 bis zum Jahresende nicht realisierte Plätze abziehen (macht 24.276 Plätze Ende 2014). Das ergibt eine Diskrepanz zwischen vermutlich realen Plätzen Ende 2014 – offizielle Zahlen der Stadt haben wir angefordert – und Soll – entsprechend geschätztem (!) Bedarf – von 3822 Plätzen. Rechnen wir nun noch den nach unserer Meinung um 5-7% zu niedrig angesetzten Bedarf im U3-Bereich hinzu,  müssen wir realistischerweise von mindestens 4000 Plätzen zu wenig ausgehen, für Leipziger Familien, die Kinderbetreuung wünschen/benötigen.   Fazit: Leipzig scheint den Bedarf an Betreuungsplätzen, insbesondere im U3-Bereich, nach wie vor viel zu niedrig anzusetzen! Würde ein realistische Bedarf von 62% angesetzt, dann wäre die Unterdeckung deutlich höher. Die Stadt muss außerdem dringend etwas an dem Genehmigungsprozedere verbessern, der offenbar dazu führt, dass sich Kita-Projekte seit Jahren in der Regel verzögern. Eine Realisierung von 26% des geplanten ist nicht akzeptabel und ein echtes Armutszeugnis in Sachen Planungssicherheit und Professionalität für eine Stadt wie Leipzig!

Bürgerumfrage: Leipziger*innen unzufrieden mit Kita-Situation
(Quelle: lvz-online.de, 01.12.14, Link)

16.000 Leipziger*innen im Alter von 18 bis 85 Jahren hatte die Stadt für eine große Umfrage angeschrieben. „Für Familien stehen fehlende Kitaplätze ganz oben im Problem-Ranking. Wer einen hat, ist aber glücklich: Insgesamt werde die Qualität der Kindertageseinrichtungen mit gut bewertet“.

Impflicht vor Kita-Erstbesuch?
(Quelle: Tagesschau.de, 10.12.2014, Link)

Eltern sollen bald eine verpflichtende Impfberatung erhalten, bevor sie ihr Kind in eine Kita schicken. Diese Regelung ist nach Angaben des Gesunheitsministeriums kurzfristig in das umfassende Präventationsgesetz aufgenommen worden, das am 17.10.2014 im Bundestag erstmals besprochen werden sollte. (–> zum Gesetzesentwurf: Link (bvpraevention.de))

zusätzliche Ärzte für Kita-Untersuchungen kommen zu spät
(Quelle: l-iz.de, 14.12.14, Link)

Aufgrund von Personalmangel konnte die Analyse, ob es im Bereich der Kita-Untersuchungen an medizinischem Personal mangelt, nicht rechtzeitig vorgelegt werden. Zusätzliches medizinisches Personal für die gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchungen wurde insofern also noch nicht eingestellt.

Neue Kita-Plätze in Leipzig

Am 08.12.2014 wurde das „Familienzentrum Marcusgasse“ (Leipzig-Neuschönefeld) offiziell an den Träger (Johanniter-Unfallhilfe e.V.) übergeben. Eröffnung ist laut der Seite des Trägers für Januar geplant – entgegen der Info in der Pressemitteilung. Das Familienzentrum bietet Platz für 60 Krippen- und 120 Kindergartenkinder. (Quelle: Leipzig.de, Link, Webseite der Kita)

Am 11.12.2014 eröffnete eine Leipziger Klein-Kita in der Panitzstraße 2 (Träger: Outlaw GmbH) nach nur einem halben Jahr Planungs- und Umsetzungsphase. 27 Kinder ab drei Jahren können in den Räumlichkeiten des ehemaligen Ladengeschäfts betreut werden. Die Klein-Kita betont, dass sie auch geflüchtete Kinder aufnehmen wird. Die Kita Panitzstraße bietet vor allem Übergangsplätze für Familien mit besonders dringendem Bedarf. So können die Kinder soziale Kontakte in einer Gruppe von Gleichaltrigen knüpfen, bis sie in eine Regeleinrichtung wechseln. (Link: https://www.outlaw-jugendhilfe.de/1563.html)

Am 19.12.2014 hat der Bau der Kita „Claras Kinder“ in der Clara-Wiek-Str. 9 (Leipzig-Schönefeld) begonnen (Träger: Johanniter-Unfallhilfe e.V.). Eröffnung ist für April 2016 geplant, dann sollen in der Kita 165 Kinder betreut werden. (Quelle: Leipzig.de, Link)

Auf dem Gelände der alten Messe soll eine neue Kita entstehen (Curiestraße). Die Kita soll Platz für 45 Krippen- und 120 Kindergartenkinder bieten und soll spätestens Anfang 2016 fertiggestellt sein.

Es tut sich etwas (?)

Die Ereignisse der vergangenen Tage und Wochen: Keine Plätze? Doch! Plätze…

Die Medien berichteten Anfang März – offenbar nach einer Meldung seitens der familienfreund KG -, dass die Stadt in einem Schreiben Eltern mitteilt, dass bis September 2014 alle Kita-Plätze in Leipzig belegt sind (nachzulesen hier und hier). Daraufhin ging ein Aufschrei durch Medien und Elternschaft.

Daraufhin stellte die Leipziger FDP-Fraktion eine – aus unserer Sicht der kluge – Anfrage im Stadtrat. Es sollte mitgeteilt werden, wie viele Betreuungsplätze genau in Leipzig von April bis August 2014 verfügbar sind.

Am Mittwoch (19.03.2014) teilt die Stadt in der Stadtratssitzung mit, dass derzeit 745 Betreuungsplätze frei wären. Genauer hingesehen: 512 Plätze im U3-Bereich und 234 Kindergartenplätze wären im Kita-Portal „nicht mit Verträgen im System untersetzt“. Bei den 512 Plätzen für Kinder unter 3 handele es sich um 369 Tagespflegeplätze und 143 Kitaplätze (hier das Antwort-Dokument als PDF).

Wie setzen sich die 746 verfügbaren Plätze zusammen?

Also: 143 Krippenplätze, 234 Kindergartenplätze und 369 Tagespflegeplätze bis September. Das ist nicht viel. Davon abgesehen zeigt das Kitaportal bei Anfrage keine freien Plätze an. Tagespflege ist für viele ganztags arbeitstätige Eltern keine Option, da sich ihre Arbeitszeiten oftmals (nicht immer) nicht mit den Betreuungszeiten der Tagesmütter/-väter vereinbaren lassen. Und: Es gibt nach wie vor Träger, die ihre Plätze nicht über das Portal vergeben. Die Zahl ist nur die halbe Wahrheit.

Am Freitag (21.03.2014) erklären Jugendamtsleiter Tsappos und Sozialbürgermeister Fabian in einer Pressekonferenz – zu der wir übrigens keinen Zutritt hatten, das Referat für Kommunikation der Stadt verweigerte uns die Aussage, wann und wo die Pressekonferenz stattfindet – dass die Tagespflege-Plätze direkt besetzbar wären. Die 377 Plätze in den Kindertagesstätten wären vorrangig in den neue gebauten Kitas verfügbar, es müsse mit den freien Trägern gesprochen werden, dass diese die Plätze frei geben bzw. zusätzliche Gruppen einrichten, die Kapazitäten der kommunalen Kitas sind offenbar ausgereizt (alles gut aufbereitet nachzulesen auf l-iz.de).

Unterstützung der betroffenen Eltern soll endlich kommen 

Und dann ist noch die Rede von der „Installation der vier Ansprechpartner, die sich ganz allein um die Kommunikation mit den suchenden Eltern kümmern sollen. „Das müssen echte Fachkräfte sein“, sagt Tsapos. „Die müssen wir natürlich aus unseren Strukturen holen.“ Ihre Arbeit aufnehmen können sie wahrscheinlich am 1. April. Dann bekommen die Eltern im Rathaus endlich, was sie seit acht Jahren vermissen: direkte Ansprechpartner für ihre Suche nach freien Betreuungsplätzen.“ Eine Forderung, die wir unter Anderem in unserer letzten Stellungnahme ganz klar geäußert haben!

Wir sind außerdem am 31.03. eingeladen zum Gesprächen mit dem Jugendamt („Runder Tisch Kindertagesbetreuung“), in dem wir uns bezüglich der Unterstützung suchender Eltern einbringen können sollen.

Alle Jahre wieder: Unrealistische Versprechen bei der Kita-Planung

Die Stadt Leipzig erklärt, bis Ende 2014 über 5.000 neue Betreuungsplätze schaffen zu wollen.  „Wir wollen jedem Kind, deren Eltern dies wünschen, einen Betreuungsplatz anbieten.“ so Sozialbürgermeister Thomas Fabian. Für das Jahr 2014 wurde eine Bedarfsquote von 55 % für die 0-3-Jährigen (davon 82,7 % für die 1-3-Jährigen), von 92 % im Kindergartenbereich errechnet. Dazu gehören 31 Neu- oder Ersatzbauten und 12 Erweiterungen. Das sind über 40 geplante Kitavorhaben. (Link)

Utopische Versprechungen im Herbst – Ernüchterung im Frühjahr

Wir fordern Realismus bei der Kitaplatz-Planung. Alljährlich im Herbst präsentiert die Stadt neue Rekordzahlen. Die Ernüchterung folgt schon bald: Jedes Jahr das Gleiche, utopische Versprechen im Herbst – realistische und zugleich ernüchternde Zahlen im Frühjahr. Seit fast 100 Tagen gibt es nun den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz, der die Kommunen schon seit Jahren hätte veranlassen sollen, ausreichend Kitaplätze zu schaffen. Trotzdem gibt es in Leipzig noch immer einen Mangel an qualifizierten Betreuungsplätzen.

2013 nur knapp 50% der geplanten Plätze realisiert

Die vergangenen Jahre haben überdeutlich gezeigt, dass die Planungen der Stadt regelmäßig nicht realisiert werden. Im Jahr 2013 etwa wurden nur knapp die Hälfte der 2500 geplanten Plätze tatsächlich realisiert. In den Vorjahren sah es nicht anders aus. Leipzig hat immense Geldprobleme. Es fehlt an Baugrund und an Personal. Als Grund für Verzögerungen wird oftmals auf den langwierige Planungsprozesse und bürokratische Hürden verwiesen. Wie will die Stadt das nun plötzlich lösen? Wir Eltern fühlen uns einmal mehr nicht ernst genommen. Wir fordern echte Transparenz statt Beschwichtigungstaktik!

Unser Protest bewirkt Veränderungen!

Immerhin gibt es eine Weiterentwicklung bei der Bedarfserfassung und Bedarfsanmeldung und damit einer vernünftigen Mangelverwaltung. Wir führen derzeit intensive Gesprächen mit dem Jugendamt, um das Kita-Portal KIVAN elternfreundlich weiterezuentwickeln. Die Stadt hat sich außerdem dazu verpflichtet, eine zentrale Anmeldung des Betreuungsbedarfs umzusetzen. Bei der Abholung der Geburtsurkunde auf dem Standesamt wird neuerdings ein Formular zur Bedarfsabfrage den Eltern direkt ausgehändigt. Das sind kleine Fortschritte, die wir sehr begrüßen. Hinsichtlich der Kinderbetreuung ist es jedoch noch ein weiter Weg, bis Leipzig das Prädikat „familienfreundlich“ wirklich verdient hat. Durch unsere Anregungen soll nun die Angabe von Wunscheinrichtungen in das Kitaplatz-Portal integriert werden. Eltern wären so nicht mehr gezwungen, bei vielen verschiedenen Kindertageseinrichtungen extra anzufragen. Von einer transparenten und gerechten Vergabe ist die Stadt aber noch weit entfernt. Dazu bräuchte es natürlich zunächst einmal genügend Betreuungsplätze, um die Wahlfreiheit der Eltern überhaupt gewährleisten zu können.

Zentrale Vergabe ideal für Familien

Wir halten außerdem an unserer Forderung einer elternfreundlichen – also zentralen – Vergabe der Betreuungsplätze fest, um Eltern das demütigende und zermürbende Ablaufen der einzelnen Kitas zu ersparen. Wir erkennen aber an, dass die freien Träger der Kindertagesstätten hiermit nicht ohne Weiteres einverstanden sind und weitreichendere Umstrukturierungen notwendig wären, um dies möglich zu machen.